sprechen, jetzt wo du Mr. Olympia bist. Deine Karriere ist eine Abfolge von Höhen und Tiefen. Wenn du nicht gewonnen hast, fragten die Leute sofort, ob du nur aufgebauscht wurdest oder wirklich was drauf hast. Hat das eine Rolle gespielt bei der Art, wie du die Dinge im Studio angehst? Die Herausforderung, vor die ich mich selbst stellte, lautete: „Kann ich die Verbesserungen erzielen, die die Leute von mir erwarten und die ich inzwischen selbst von mir erwarte?“ Das habe ich meine ganze Karriere über gemacht: meine Stärken noch stärker gemacht und sogar so manche Schwäche in eine Stärke verwandelt. Wie viele Athleten können das schon von sich behaupten? Massiver zu werden, das schaffen viele, aber hat schon mal jemand eine Schwäche genommen und in eine Stärke verwandelt? Ich will der Kerl sein, der das Jahr für Jahr schafft. Ich sehe mir immer noch Fotos vom Olympia an und sage, dass ich in der Woche vor dem Wettkampf wahrscheinlich fünf Pfund besser war. Die NPC USA gewann ich ohne Rücken und ohne Brust. Ich bestand praktisch nur aus Armen und die Kritiker prophezeiten, das würde immer so bleiben. Jetzt bin ich Mr. Olympia und ein Mr. Olympia ohne Rücken, Brust, Schultern und Beine – den hat es nie gegeben. Aber ich weiß, dass ich nicht faul auf meinem Hintern sitzen darf. Die Sandow kann ich nur verteidigen, indem ich mich immer weiter verbessere. Die Masse ist vorhanden, so dass ich mich jetzt ans Modellieren begeben werde, um der Welt den Körper zu zeigen, den ich vor meinem geistigen Auge sehe.
„ ICH SEHE MIR IMMER NOCH FOTOS VOM OLYMPIA AN UND SAGE, DASS ICH IN DER WOCHE VOR DEM WETTKAMPF WAHRSCHEINLICH FÜNF PFUND BESSER WAR.“
Ob dir das gefällt oder nicht – eine der Fragen, nachdem du die Sandow gewonnen hattest, war, ob du deinen Sieg wiederholen könntest. Kann Phil Heath in die Fußstapfen von Größen wie Lee Haney, Dorian Yates oder Ronnie Coleman treten? Das kann ich beim besten Willen nicht beantwor- ten. Für den Moment genieße ich diesen Sieg. Ich bin erst der 13. Athlet seit 1965, der mit diesem Titel ausgezeichnet wurde. Das ist schwer zu fassen. Mich in der Gesellschaft der anderen Mr. Olympia-Sieger zu befinden, schätze ich als großes Glück. Beim Start in meine Offseason trägt mich nur ein Gedanke, nämlich meinen Titel zu verteidigen. Ich denke nicht darüber nach, wie oft ich gewinnen kann, nichts in der Art. Ich möchte die Reise genießen, denn sie ist der halbe Spaß.