konsumierten – entweder durch schnelles Trinken des ganzen Shakes oder durch einen in 20-Minuten-Abstände aufgeteilten Konsum über insgesamt 200 Minuten hinweg -, extrem unterschiedlich aus, obwohl die konsumierten Mengen identisch waren. Muskelbiopsien der Probanden ergaben, dass die Muskelproteinsynthese nach dem schnellen Konsum einer großen Menge Molkeprotein stärker erhöht war als nach dem Konsum der kleineren Rationen über einen längeren Zeitraum hinweg. Der schnelle Konsum hatte deutlichere Veränderungen der anabolen Signalpfade für Hypertrophie (Muskelwachstum) zur Folge als der langsamere Konsum. Jahrelang war in Bodybuilderkrei-
Fakt vs. Fiktion: Aminosäuren
sollten sich sogar eine Infusion mit Aminosäuren an den Arm hängen, damit sie im Schlaf kontinuierlich mit ihnen versorgt werden und von einer anhaltenden Proteinsynthese profitieren!
MYTHOS
WAHRHEIT Wissenschaftliche Studien fanden genau das Gegenteil heraus. Eine kontinuierliche Versorgung mit Aminosäuren über Infusionen wurde im Vergleich zu periodischen Proteinschüben als weniger effektiv zur Anregung der Proteinsynthese gezeigt. Die Ankurbelung der Proteinsynthese durch Mahlzeiten oder Aminosäuren erfolgt schnell und bleibt mindestens zwei Stunden erhalten, kehrt dann aber auf Normalniveau
198 FLEX
zurück und zieht Veränderungen der zirkulierenden Insulin- und Aminosäuremen- gen nach sich. Das Signalprotein mTOR, ein Katalysator für die Muskelproteinsynthese, wird sowohl durch Insulin als auch durch Aminosäuren stimuliert, speziell durch die Aminosäure Leucin. Wie Forscher der McMaster University in Hamilton, Ontario, kürzlich berichteten, fielen die Resultate bei Männern, die nach dem Training Molkeprotein
Um riesig zu werden, sollten Bodybuilder so viel wie möglich essen ... den ganzen Tag über. Sie
sen von Athleten zu hören, die sich vor dem Schlafen eine Infusion mit Aminosäuren an den Arm hängten, damit ihre Muskelprotein-Synthese- rate während der nächtlichen Fastenperiode nicht absank. Eine kürzlich im Journal of Nutrition veröffentlichte Studie untersuchte, wie die Proteinsynthese durch Infusionen/kontinuierliche Versor- gung gegenüber Schüben mit Aminos beeinflusst wird. Die BB-Pseudowis- senschaft behauptet, eine kontinuier- liche Aminosäurezufuhr via Infusionen sei die beste Methode zur Steigerung der Proteinsynthese. Falsch! Wie die
Forscher zeigten, wurde die Muskelprotein- synthese zwar durch beides – die kontinuier- liche und die periodische Zufuhr von Aminos – erhöht, die größte Steigerung wurde jedoch bei der Probandengruppe mit periodischer Zufuhr gemessen. Die angeregte Muskelpro- teinsynthese hing mit schnelleren Veränderungen der zirkulierenden Insulin- und Aminosäuremen- gen zusammen, durch die Protein-Signalpfade aktiviert werden. Wie es scheint, macht es also Sinn, sich mitten in der Nacht den Wecker zu stellen, um aufzustehen und etwas zu essen oder einen Proteinshake zu trinken. Eins steht allemal fest: Sie müssen sich nicht über Nacht an eine Infusion hängen. Überlassen Sie das denen, die sich von der Pseudowissenschaft einen Bären aufbinden lassen! FLEX