Dieser Tage trägt Alessandro Savi aus Bologna, Italien, regelmäßig mehr als 113 kg spazieren, bei 155 cm Größe. „Als ich vor fast 20 Jahren mit dem Gewichtstraining anfing, wog ich 40 kg“, gesteht Savi, 36, der als Teenager unter Magersucht und Depressionen litt, die beide mit seiner Größe zusammenhingen. Fast 20 Jahre später hat sich Savi von einem Bantamgewicht zu einem Superschwerge- wicht nach oben gearbeitet und möchte gern Profi in der IFBB Pro League werden. Aber noch konnte er sein Ziel einer IFBB- Profilizenz nicht verwirklichen.
TERMIN- GERECHT
Am 15. April ist Steuerab- gabetermin – vertrautes Terrain für Ron Noreman, seit 30 Jahren leiden- schaftlicher Bodybuilder und im Hauptberuf Steuerberater mit zahlreichen Profibody- buildern, Ergänzungsfir- men und Geräteherstel- lern in seiner Kundenkartei. Noreman trainiert im
Bev Francis Powerhouse Gym und nimmt an Wettkämpfen teil, „nicht
„Ich denke, in der 212-Klasse würde ich mich auf Anhieb zuhause fühlen“, sagt Savi. Und seine Frau Rosetta Mortati (rosettamortati.com) pflichtet bei: „Alle [sein Spitzname] würde in der 212 sofort einen harten Gegner abgeben.“
GEGEN ÜBERGEWICHT
Auf diesem Foto hat Savi drei Wochen Diät für einen Frühjahrswettkampf hinter sich und wiegt um die 105 kg. Berühmt für seine Kraft, hat er gerade Schrägbankdrücken mit 150-Pfund-Kurzhanteln (kg = x 0,453) absolviert. „Normalerweise nehme ich schwerere Gewichte“, bemerkte er, „aber gestern waren Beine an der Reihe.“ Sagt er beinahe entschul- digend nach einem Brustworkout, das Flachbankdrücken mit 405 beinhaltete. „Das sind meine Söhne“, sagt er, als er das Kurzhantelpaar nach beendetem Satz wieder auf dem Boden ablegt.
„ SPEZIELL IN DER VORBEREITUNG IST BODYBUILDING EIN SELBST- SÜCHTIGES UNTERFANGEN.“
nur wegen der Trophäen, sondern um andere zu inspirieren.“ Noreman hat eine Reihe von ernsten Verletzungen hinter sich – Risse in beiden Bizeps, beiden Quadrizeps, eine Hüft-OP -, es aber geschafft, sich von allen zu erholen. Der 49-Jährige erklärt seine Comebacks mit einer holistischen Ernährungsweise und der Liebe und Unterstützung seiner Frau Nancy und der gemeinsamen Kinder Michael, Rebecca, Sienna und Taryn. „In der Wettkampfvor-
Viele Bodybuilder erzählen Geschichten, dass eine alte Langhan- tel im Keller ihres Vaters sie zum Gewichtstraining animierte. IFBB-Profi Fred Smalls dagegen hat sich bei seiner Mutter zu bedanken. „Als Kind hatte ich Übergewicht“, sagt Smalls. „Eines Tages sah meine Mutter, wie ich mir im Bad mit der Faust in den Bauch boxte. Daraufhin nahm sie mich in ein Studio in unserem Ort und besorgte mir einen Trainer.“ Im selben Jahr wurde Smalls, damals 13, zum ersten Mal Zuschauer eines Bodybuildingwett- kampfs, als sein Vater mit ihm zur NPC Mr. Delaware fuhr. Heute ist Smalls 36 und lebt in Delaware. „Als Kind faszinier-
ten mich Superhelden – besonders The Hulk – und Wrestler wie Sting, Road Warriors und Jimmy `Superfly´ Snuka“, lacht Smalls. Als Personal Trainer mit eigener Firma (Above & Beyond Physiques) hilft er seinen Klienten, ihre Fitnessziele zu erreichen. Was als Nächstes ansteht? Die New York Pro im Mai!
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bereitung ist Bodybuil- ding ein selbstsüchtiges Unterfangen“, sagt er. „Generell ist es etwas, das junge Leute lehrt, sich von dem Gedanken an eine sofortige Belohnung zu verabschie- den und langfristig bei einer Sache zu bleiben, die den Einsatz lohnt.“ In der Zwischenzeit hofft er, dass alle Steuerunterlagen rechtzeitig eingereicht werden.