sagte: Bodybuilding ist Kunst- schaffen am eigenen Körper („I look at myself as a piece of art”). Ein gutes Beispiel dafür, wie großartig Kunst am eigenen Körper aussehen kann, ist Sebastian Vetters. Mit einer fantastischen Form holte er am 14. Mai 2011 in Wiesloch den Titel als Deutscher Meister im Classic Bodybuilding. Dabei konnte sich der Fitnessfachwirt (BSA-Akade- mie) und angehende Polizist in einem heiß umkämpften Teilneh- merfeld durchsetzen. Denn Classic Bodybuilding ist mittler- weile zu einer der am stärksten besetzten Männerklassen auf Deutschen Meisterschaften sowie Internationalen Deutschen Meisterschaften avanciert. Wie man es schafft, dem Ideal des „klassischen Bodybuildings“ nahe zu kommen? Mit einem perfekten Maß an Definition und wohl- proportionierter Masse. Genau so also, wie es Sebastian Vetters in Wiesloch auf der Bühne präsentierte – klassisch schön.
SEBASTIAN BERICHTET ÜBER SEINEN WEG ZUM DEUTSCHEN MEISTERTITEL
Geboren und aufgewachsen bin ich in Hoyerswerda. Im Alter von 3 Jahren zog ich mit meinen Eltern ins 20 km entfernte Senftenberg. 1986 bekam unsere Familie Zuwachs und meine kleine Schwester Maria erblickte das Licht der Welt. Gemeinsam erlebten wir eine unbeschwerte Kindheit. Schon als kleiner Junge war ich sportlich aktiv und im ortsansässigen Skiverein engagiert. Neben wöchentlichem Training fanden in
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Das Team BERLIN bei der Deutschen Meisterschaft 2011 kurz vor dem Finale mit Sebastian in der Mitte.
Sebastian bei der Arbeit.
regelmäßigen Abständen Trainingslager im Erzgebirge statt. Im Alter von 16 Jahren nahm mich mein Vater mit zu einem Freund, der eine kleine private „Muckibude“ hatte. Hier machte ich meine ersten Erfahrungen mit Hantel- training. Nach knapp einem Jahr reichte mir das „Garagenstudio“ nicht mehr aus und ich wechselte in ein kommerzielles Studio. Ich machte weitere Fortschritte und so kam es, dass ich nach drei Jahren Training meine erste Wettkampfsaison für den Vital Fitnessclub Senftenberg mit Erfolg absolvierte. Gleich in der ersten Saison wurde ich Sachsen-Anhalt- sowie Internationaler Deutscher Meister in der Juniorenklasse II. Anfang 2002 erhielt ich meinen Facharbeiter zum Konstruktions-
mechaniker und absolvierte im Anschluss mein Fachabitur. Im selben Jahr lernte ich auch meine Freundin Anne kennen, natürlich im Fitnessstudio. Im April 2003 hieß es dann für 9 Monate auf zur Bundeswehr zu einem Fallschirmjägerbataillon, was mich in sportlicher Hinsicht etwas zurückwarf, da die Trainings- und Ernährungsmöglichkeiten nicht gerade optimal waren. Im November 2004 versuchte ich mich erneut auf der Bühne zu behaupten, diesmal bei den Männern bis 80 kg. Hier konnte ich nur einen 5. Platz erreichen. Bedingt durch meine Körpergröße entschied ich mich 2005 in der Bodyfit- nessklasse zu starten (weil hier das Gewicht aufgrund der Körpergröße limitiert ist) und