Flex Lewis war schuld, dass wir alle kurz vor dem Rauswurf standen. Obwohl uns die „Studiopolizei“ untersagt hatte, dass er bei unserem Fotoshooting Rack-Kreuzheben machte, packte er weitere zwei Scheiben auf jede Seite, erhöhte das Gewicht auf über 300 kg. Er steckte sich die iPod-Stöpsel ins Ohr, zurrte seinen Gürtel fest und begab sich zurück an die Arbeit, hob die sich biegende Langhantel sechsmal geräuschvoll aus den Ablagegabeln, lauter als vorher. Es war vier Wochen vor dem Olympia 202 Showdown 2009 und Lewis – in seinem zweiten Profijahr und immer noch erst 25 – zählte zu den Favoriten (2008 hatte er den dritten Platz geschafft, ´09 landete er enttäuschend auf dem fünften). Er trainierte mit Neil Hills Y3T-Methode,
Woche 3, die ein Kanonenfeuer wiederholungsreicher Supersätze vorschreibt. Rack-Kreuzheben warf er nur mit in den Topf, um sicherzu- stellen, dass sein Rücken wirklich bis an das Limit gefordert wurde. Mittlerweile galten die Details, die er in der
„WENN IHM EINER SAGT, DASS ER ETWAS NICHT SCHAFFT, STRENGT ER SICH ÜBER ALTE GRENZEN HINAUS AN , UM DEN ZWEIFLER LÜGEN ZU STRAFEN.“