Als Chris „The Real Deal“ Cormier bei der USA 1991, seinem ersten nationalen Wettkampf, auf den vierten Platz kam, nannte TV-Kommentator Shawn Ray den 23-Jährigen einen „genetischen Freak“ und prophezeite, der Freak würde binnen eines Jahres auf Profibühnen posen. Mit seiner Prophezeiung lag er ein Jahr daneben, denn Cormier holte sich seine Profilizenz erst bei der USA 1993 (´92 machte er keine Wettkämpfe), aber was seine Einschätzung von dessen Körper anging, lag Ray goldrichtig. Von Kopf bis Fuß war Cormier die Verkörperung perfekter Proportion. Bei seinem Olympia-Debüt 1994 und auch beim Mr. O ´95 belegte Cormier den sechsten Platz. Sein erster Profisieg
ereignete sich bei der Night of Champions 1997. Cormiers beste Olympia-Platzierung war der zweite Platz (1999-2002), seine sechs zweiten Plätze bei der Arnold Classic (ab 2000) sind ein Rekord. Insgesamt schloss The Real Deal seine 14-jährige Profilaufbahn mit 11 Siegen ab, einschließlich vier Ironman Pro-Siege in Folge (1999-2002). Cormiers Kraft im Studio war genauso legendär wie sein Aussehen auf der Bühne. In seiner Spitzenzeit drückte er regelmäßig 200-Pfund-Kurzhanteln sowohl auf der Flach- als auch auf der Schrägbank und verwendete generell Gewichte, die man eher Weltklasse- Powerliftern als Bodybuildern auf Vorbereitungsdiät zutraut.
FLEX WHEELER
SCHWERGEWICHTS- UND GESAMTSIEGER 1992
„The Sultan of Shape“, der „großartigste Bodybuilder, der nie den Mr. Olympia gewann“ – nur einige der Beschreibungen von Kenneth „Flex“ Wheeler. Nachdem er bei seiner ersten USA hinter Mike Matarazzo Zweiter der Schwergewichtsklasse geworden war, erzielte Wheeler 1991 bei der USA-Ausgabe ´92 ein perfektes Ergebnis – und trat seinen Eroberungsfeldzug bei den Profis an. Er gewann sein Debüt (Ironman Pro Invitational 1993) und drei weitere Wettkämpfe, einschließlich die Arnold Classic. Die Krönung seiner glänzenden Rookie-Saison waren zweite Plätze hinter Dorian Yates beim Mr. Olympia und beim Grand Prix England. Da Wheeler als Yates-Nachfolger so gut wie festzustehen schien, schoss seine Aktie explosionsartig in die Höhe, doch dann erlitt er 1994 einen beinahe tödlichen Autounfall. Was „sein Jahr“ hätte werden können, war nun ein schmerzhafter Kampf, seine Gesundheit zurückzuerhalten. Gegen alle Widrigkeiten kehrte Wheeler 1995 auf die Bühne zurück, gewann drei Wettkämpfe und wurde Zweiter der Arnold Classic und Achter beim Olympia. 1998 wurde der amtierende Mr. Olympia
aus Verletzungsgründen in den Ruhestand gezwungen und Wheeler galt als Favorit für den vakanten Thron. Doch Ronnie Coleman funkte dazwischen. 1999 wurde Wheeler erneut Zweiter und 2000 Dritter hinter Coleman. Danach erklärte er wegen einer Nierenerkrankung seinen Abschied aus dem Wettkampfgeschehen. 2002 kehrte er zurück, wurde Siebter beim Mr. Olympia, ehe er sich nach einem dritten Platz bei der Ironman Pro Invitational 2003 ein für allemal zur Ruhe setzte. Die Bilanz seiner Profikarriere: 17 Siege, einschließlich ein Rekord von vier Arnold Classic-Titeln (1993, 1997-98, 2000) und fünf Siege der Ironman Pro Invitational.