Nachdem er auf dem Weg zu seinen Schwergewichts- und Gesamtsiegen der NPC Orange County Muscle Classic und der NPC California Championships 1996 Kampfrichter und Fans gleichermaßen in Erstaunen versetzt hatte, war „Marvelous“ Melvin Anthony der Shootingstar der Amateurbodybuidingszene. Seine atemberaubenden Posingküren, bei denen er die Schwerkraft außer Kraft zu setzen schien, wurden schnell zum Stoff von Legenden und angesichts seiner fließenden Linien, akzentuiert durch eine der schmalsten Taillen, die es je gab, schien es nur eine Frage der Zeit, ehe er den früheren USA-Champions Flex Wheeler und Chris Cormier in die Profi-Arena folgen würde. Doch bei der USA ´97, seinem ersten Anlauf auf eine Profilizenz, wurde Anthony Dritter der Schwerge- wichtsklasse; ´98 belegte er in der neu gebildeten Superschwerge-
wichtsklasse den zweiten Platz. Erst ´99 gewann er den Wettkampf und stieg in die „Liga der Großen“ auf. Bei seinem Olympia-Debüt 2001 kam Anthony auf Platz 11,
bei der Night of Champions 2004 gelang ihm der Sieg. Häufig dafür kritisiert, die trockene Konditionierung als Ergänzung zu der Form und den Linien, mit denen er von Natur aus beschenkt war, vermissen zu lassen, strafte er seine Kritiker Lügen, als er 2008 topkonditioniert zur Atlantic City Pro auftauchte und prompt siegte. 2010 präsentierte er, nicht zuletzt dank der Hilfe seines guten Freundes Dennis James, seine vielleicht beste Kombination aus Konditionierung und Fülle und gewann die Phoenix Pro, bis jetzt sein letzter Wettkampf. Anthonys beste Olympia-Platzierung war ein fünfter Platz 2006.
DENNIS JAMES DENNIS JAMES
SUPERSCHWERGEWICHTS- UND GESAMTSIEGER 1998
Vor seinem ersten Auftritt auf der USA-Bühne hatten nur wenige von Dennis „The Menace“ James gehört. Aber zumal seine Brust, Deltas, Trapezmuskeln und Arme, was ihre dichte Masse betraf, an sein Idol Kevin Levrone erinnerten und seine Latissimus so breit waren, dass sie sich fürs Drachenfliegen geeignet hätte, sollte sich das bald ändern. Der in Deutschland geborene Amerikaner mit Wohnsitz in Thailand landete bei den Junior USA 1996, seinem ersten NPC-Wettkampf, auf Platz 13. Bei den Junior Nationals und Nationals 1997 verbesserte er sich auf den sechsten bzw. vierten Platz. 1998 preschte er dann an dem Wettkampffavoriten Melvin Anthony vorbei, um sich den Klassen- und Gesamtsieg und damit eine Profilizenz zu sichern. Nachdem er sich bei der Night of Champions 1999, seinem Profidebüt, mit einem enttäuschenden 15. Platz zufrieden geben musste, wurde er in seiner zweiten Saison als Profi zweimal Dritter, zweimal Vierter, einmal Siebter und verpasste die Top 10 in seinem ersten Olympia nur um einen Platz. 2001 kam er beim Olympia auf den siebten
Platz und gewann den Grand Prix in Ungarn. Beim Olympia 2002 auf Platz 10 abgerutscht, machte er im Jahr darauf einen Sprung auf den vierten Platz und damit in sein erstes Olympia-Posedown. Mit seinen ersten Profisiegen musste er sich bis zu den Pro Bodybuilding Weekly Championships und der Europa Supershow 2009 gedulden. Bei den meisten der 37 Wettkämpfe, an denen er in seiner 12-jährigen Profikarriere teilnahm, erkämpfte sich James einen Platz im Posedown. Beim Olympia 2010 gab er seinen Abschied von der Wettkampfbühne bekannt und erhielt eine stehende Ovation. Er belegte Platz 11, genau wie in seinem Olympia-Debüt 11 Jahre vorher.