Workout eines Bodybuilders auf Topniveau nachmachen. Dieses Workout ist nicht das Geheimnis seines Erfolgs. Der Schlüssel sind die gesammelten mentalen und physischen Erfahrungen, in jedem Moment präsent gewesen zu sein, gesehen zu haben, was er gesehen hat, getan zu haben, was er getan hat, die Lektionen gelernt zu haben, die er gelernt hat, um den Körper aufzubauen, den er hat.“ Gewiss, Kai Greene versteht es, eine
lange, vertrackte Antwort auf eine harmlose Frage über sein Trainingspro- gramm zu geben. Trotzdem klingt sein philosophischer Erguss verdammt plausibel. Lachend spießt er hier im Wohnzim-
mer seines Apartments in Brooklyn für seine Mahlzeit nach dem Training ein weiteres Stück Hühnerbrust auf seine Gabel und fügt hinzu: „Es hat lange gedauert, bis ich das begriffen habe. Ich war der Meinung, wenn ich Lee Haneys Armprogramm so ausführte, wie es in dem Magazin abgedruckt war, würde ich mit ihm mithalten. Oder wenn ich Tom Platz´ Beinworkout absolvierte, nun, dann würde ich Beine wie Platz bekommen. Doch als ich eines Tages
einbezieht. Fünfzehn langsame, tiefe, gleichmäßige Wh später verlässt er das Gerät für eine Pause, die keine 20 Sekunden dauert, bevor er mit Runde 2 beginnt. BRUSTDRÜCKEN AN DER
MASCHINE Greene setzt sich auf dem Sitz nach hinten, fasst die Hebelarme der Maschine, daumenlos. Seine Ellbogen sind angehoben, die Muskeln seines Oberkörpers erwachen zum Leben, seine Brust ist weit oben, die Venen drücken sich durch die Haut seiner Arme und durch sein leuchtend rotes T-Shirt wie Vulkanlava. Als seine Arme voll gestreckt sind, atmet er aus und
holt Luft, als sie wieder zurück zu seinem Körper kommen. Er zögert an keiner Stelle, jede einzelne Wh wird auf dem Weg zu momentanem Muskelversagen methodisch ausgeführt. SCHRÄGBANK-KH-DRÜCKEN/
FLIEGENDE Auf einer Schrägbank liegend, bringt Greene zwei Kurzhanteln über seinem Kopf in Position, seine Handflächen zeigen zueinander. Von hier senkt er die Gewichte zu den Seiten ab, beugt seine, in 90-Grad-Winkeln vom Torso abgespreizten Arme und dreht gleichzeitig seine Handgelenke, so dass seine Hände bei Erreichen der vollen
Dehnposition am unteren Ende der Wh proniert sind. Dieses Muster führt er fort, absolviert eine Mischung aus Drücken und Fliegenden, während er seine Hände bei jedem Anheben dreht. BUTTERFLY-FLIEGENDE
Greene fasst die Hebelarme der Maschine, nicht die zwei gummierten Griffe. Warum er das tut, wird schnell offensichtlich, als er seine Ellbogen und Arme in eine parallele Position zum Boden anhebt und seine Wh beginnt. Direkt vor seinem Körper nähern sich die gummierten Griffe am Ende der Wh bis auf Haaresbreite – dass seine Finger nicht im Weg sind, ermöglicht es Greene, auch noch den letzten Viertel
Zentimeter Bewegungsumfang, den die Maschine hergibt, voll ausschöpfen. SCHRÄGBANKDRÜCKEN
Greene legt sich auf einer Schrägbank- Drückstation nach hinten, stellt seine Füße rechts und links von der Bank fest auf den Boden. Er verliert keine Zeit, hebt die Hantel mit einem daumen- losen (Finger und Daumen auf derselben Seite) Griff heraus und über seine obere Brust. Die Wh beginnen; die Kadenz: eine Sekunde nach oben, eine nach unten. Zunächst ist der Aufstieg der Hantel etwas schief, aber schon nach wenigen Wh hat Greene die gerade Linie intus und absolviert mühelos eine Wh nach der anderen.