Obwohl seine Gewichte leichter sind als er es gewohnt ist, erzielt Joe bessere Resultate.
KREUZHEBEN: 3 X 12 Joe macht drei Sätze mit 100 kg. Mit seiner Technik ist Sibil zufrieden, aber nicht mit seiner Ausrüstung. „Wo ist dein Gürtel?“ fragt sie. „Den musst du anziehen oder du verletzt deinen Rücken.“ Das Tempo ist hoch und obwohl er jung und fit ist, fängt Joe allmählich an, es zu spüren. Hat Sibil Mitleid mit ihm? Keine Chance! „Brust hoch. Schultern hinten. Tu es“ bellt sie. „Das ist die beste Übung für Muskeldicke.“
„DU MUSST DEINEN EIGENEN KÖRPER VERSTEHEN UND SO TRAINIEREN, WIE ES FÜR DICH RICHTIG IST.“
Joe lieber mit der älteren Frau an seiner Seite. „Ich hatte von Sibil gelesen“, sagt Joe. „Wir tauschten Email-Adressen aus und als ich sie anschrieb, antwortete sie binnen 10 Stunden.“ Sibil steht ihren Klienten vor Beginn der
Zusammenarbeit gern in Fleisch und Blut gegenüber und sieht sie danach so oft wie möglich, was aber nicht immer machbar ist, da einige in Amerika und Kanada leben. Mit ihnen korrespondiert sie per Email. Sie leidet unter Schlaflosigkeit, schläft nachts nur cirka drei Stunden, so dass ihre Athleten oft mitten in der Nacht Trainingsprogramme und Ernährungs- ratschläge in ihrem Postfach vorfinden. Joe bezeichnet die Trainingseinheiten mit ihr in
den Niederlanden als eine unglaubliche Erfahrung. „Sibil kann bis zu 16 Kerle auf einmal im Studio trainieren und ich habe noch nie so eine Atmosphäre erlebt. Die Energie ist unglaublich und in dem Moment, wo du glaubst, sie sieht dich nicht, dreht sie sich zu dir um und befiehlt: `Trainier härter´.“ Sibils Methoden sind das Produkt ihrer langen
Erfahrung in dem Sport. In ihren eigenen Worten war sie früher „eine richtig dicke Frau“, wog 92 kg, bevor sie das Studio entdeckte. Nach 12 Jahren Training meldete sie sich 1990 mit 57 kg zu ihrem ersten Wettkampf an. Fünf Jahre lang nahm sie an Wettkämpfen teil, hörte aber auf, als ihr Mann bei einem Autounfall ums Leben kam. Seitdem hat sie nie mehr richtig geschlafen. Sie hat viel von dem inzwischen verstorbenen holländischen IFBB-Profi Arnold Buurman gelernt.
116 FLEX
Am mittleren Punkt der Bewegung blickt Joe oben über die Hantel.
GUCK-GUCK-LATZIEHEN: 3 X 12 Ein echter Augenöffner! Latziehen wird meistens mit weit abgespreizten Ellbogen ausgeführt, doch Sibil lässt Joe seine Ellbogen eng an den Rumpf klemmen und etwas vor seinem Körper positionieren. Aufrecht sitzend, greift er die Hantel mit schulterbreit geöffneten Händen, zieht sie auf Kinnhöhe nach unten, während er seinen Körper so still und aufrecht wie möglich hält. Am mittleren Punkt blicken seine Augen oben über die Hantel – daher der Name der Übung. Wenn er sie strikt ausführt und am unteren Ende der Wh eine Pause macht, sieht man, wie sehr sich Joes Lats anstrengen müssen.