nach einem Workout meine Shorts nach oben zog, waren Platz´ Oberschenkel nicht da. „Was das hieß“, fuhr er fort, „war nur, dass Platz im Studio zu Dingen in der Lage war, die ich noch nicht verstand. Die Muskeln so intensiv kontrahieren wie er nur konnte, voll versunken in dem Moment einen Bewegungsumfang absolvieren. Das ist ein ganz anderer Grad der Kontraktion, als wenn man das Gewicht nur von A nach B bewegt.“
DIE MOTOREN ANWERFEN An einem regnerischen, trüben Montag im Mai ist
Greene nach einem Wochenende in Pennsylvania, wo er bei der Pittsburgh Pro als Gastposer auftrat – ein weiterer in einer Reihe von Auftritten, für die der begehrte Athlet gebucht wurde -, frisch zurück in seinem Zuhause in New York City. Obwohl der Olympia 2012 allmählich seine Schatten vorauszuwerfen beginnt – der 28./29. September ist in Greenes Kalender und in dem seiner Kollegen kirschrot umrandet -, hat Greenes Vorbereitung noch nicht richtig begonnen. Anders als andere Profis, die die Eckdaten ihrer Vorbereitungsphase festlegen, während sie sich einem Wettkampf nähern, glaubt er nicht daran, den Schalter so abrupt zu kippen. „Ich wünschte, es wäre so einfach“, sagt er.
„Du kannst nicht einfach sechs Monate vor dem Olympia wie ein Berserker trainieren. Der Körper ist dafür nicht gebaut. Das Timing ist entschei- dend, wie bei einem Auto, bei dem langsam von 0 auf 20, dann auf 40, dann 60 und schließlich auf 100 beschleunigt wird. Genauso kann man nach einem Wettkampf nicht brutal auf die Bremse treten, muss stattdessen langsam runterkommen. Nach einem derart hohen Trainings- und Diätlevel auf kalten Entzug zu gehen, das funktioniert nicht.“ Das heißt nicht, dass seine aktuellen
Workouts jemanden, der nicht sein Kaliber hat, nicht zur Strecke bringen würden. Greene ist berüchtigt für seine volumen- und aktions- reichen Schlachten gegen das Eisen. Er trainiert zweimal täglich, jedes der Workouts dauert um die zwei Stunden. Und wie gesagt, diese zwei Stunden strotzen vor Action. Oftmals bewegt er sich buchstäblich von Satz zu Satz, pausiert nur minimal – vielleicht 15 Sekunden -, taucht in eine „Zone“ ein, in der jede Bewegung mit Intensität und Bewusstsein ausgeführt wird. Es war dieser Modus, in dem wir ihn 2011 nach
seinem dritten Platz beim Olympia erlebten, als Greene in einem seiner Lieblingsstudios an der Ostküste – dem Bev Francis Powerhouse Gym in Syosset, New York – für diejenigen, die das Glück hatten, anwesend zu sein, einen Anschauungs- unterricht in Sachen Brusttraining ablieferte. Greene riss eine Litanei von Übungen herunter, den Anfang bildeten Dips mit Klimmzügen zum
108 FLEX
GREENES OFFSEASON- BRUSTPROGRAMM
ÜBUNG Schrägbankdrücken
(Supersatz mit Klimmzug) Flachbankdrücken
SÄTZE WH 5
5 3-4 REST 12-8 12-8
(Supersatz mit einer der folgenden Übungen) 3-4
Brustdrücken an der Maschine
Schrägbank-Kurzhantel- drücken/Fliegende
Butterfly-Fliegende 3-4 3-4 1-1 ½ Min. 1-1 ½ Min.
(Supersatz mit vorgebeugtem Langhantelrudern) Kabelziehen überkreuz
12-20 1-1 ½ Min. 12-20 1-1 ½ Min. 12-20 1-1 ½ Min. 12-20 1-1 ½ Min.
ANMERKUNG: Greene beginnt sein Workout mit 15-30 Minuten Stretching und 15 Minuten moderater Cardioaktivität, während er sich mit Visualisierungstechniken auf das vor ihm liegende Gewichtsworkout vorbereitet. Erwähnenswert ist, dass er vor den gelisteten Arbeitssätzen so viele Aufwärmsätze von jeder Übung ausführt wie er benötigt. Darüber hinaus bezieht er auch andere Übungen, die er für passend hält, in seine Workouts ein, wie Langhantelheben für die vorderen Deltas und aufrechtes Kabelrudern für die Deltas.