ZELLULÄRER GESUNDHEIT Es gibt drei Hauptfacetten der zellulären Gesundheit, die wir steuern können: die Qualität der Zellmembrane, die Effektivität im Innern der Zelle, der Schutz gegen reaktive Sauerstoffspe- zies, auch freie Radikale genannt.
Topathleten machen sich nur selten Gedanken um die Cholesterinwerte in ihrem C-reaktiven Protein. Sportler leben, um die Grenzen von gestern hinter sich zu lassen. Die Sportart spielt dabei keine Rolle: Für diejenigen, die nach übermenschlicher Leistung streben, gibt es keine lockeren Trainingseinheiten. Solche Spitzenleistungen setzen eine übermenschliche Gesundheit voraus. Die Maschine Woche um Woche an ihr Limit zu fahren, erzeugt eine Menge Stress, Dinge verschleißen, es droht ein Burnout . Spitzenleis- tungen erfordern, dass jedes noch so winzige Glied der Kette in 1A-Verfassung ist, denn schon ein defektes Glied genügt, um die ganze Kette zu sprengen.
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Wenn ich von ausgebrannten, erschöpften Powerliftern, Bodybuildern und anderen Sportlern aufgesucht werde, die über Muskelkater, steife Muskeln und Gelenke klagen, die einfach nicht locker werden wollen, ist es nicht meine Art, sie mit einem dubiosen Stretching-Ratgeber und ein paar Beweglich- keitsdrills abzuspeisen, ihnen auf die Schulter zu klopfen und sie von dannen zu schicken. Nein, ich zwinge sie, von innen heraus gesund zu werden. Sind die Zellen des Körpers träge, ausge- laugt und überfrachtet, gilt dasselbe auch für den Körper. Zellen, die nicht wachsen, ergeben einen Körper, der nicht wächst.
Fettsäuren: Geschmeidigkeit für die Zellen Die Ernährungsweise unserer modernen Gesellschaft gehört zu den schlechtesten, die es je gab. Laut Wissenschaft ist nicht die Makronährstoffverteilung – das klassische Triumvirat aus Kohlenhydraten, Fett und Protein – ausschlaggebend, sondern die Qualität der Nahrungsmittel. Wir sind buchstäblich was wir essen, und die Fette, die wir essen, werden in die Membranen unserer Zellen eingebaut. Die Gesundheit der Membranen entscheidet darüber, wie gut Stoffe in die Zelle gelangen und sie verlassen können. Wenn beispielsweise Bausteine und Hormone mühelos in die Zelle gelangen, molekulare Transportstoffe sich frei bewegen und Abfallprodukte problemlos ausgeschleust werden können, verfügt die Zelle über sämtliche Materialien, die sie für ein Wachstum benötigt.
Verdicken sich dagegen unsere Zellmembra- ne und werden steif, behindert das ihre Funktion und verlangsamt den Stoffwechsel. Wir essen einen Haufen Mist, auch Sachen, von denen wir glauben, sie seien gut für uns, was bedeutet, dass unsere Zellen an ihrem Kontaktpunkt mit der Welt molekular außer Kraft gesetzt sind. Für eine optimal gesunde Membrane ist ein Schutzpanzer gegen oxidative Schäden, eine robuste Umhüllung notwendig, die aber