eutzutage wächst eine Generation heran, die nicht weiß, dass Arnold Schwar- zenegger ein Bodybuilder war. Sie kennen ihn als Gouverneur
von Kalifornien und als Filmstar in Streifen wie der Reihe The Terminator. Aber als M&F Leser kennen Sie Arnold zu allererst als Bodybuilder. Vielleicht als den größten aller Zeiten - eigentlich eine Ikone. Sie haben sich seine Bizepsgipfel vorgestellt, wenn Sie Ihre eigenen Arme trainierten, hatten Spaß mit den Kerlen in Ihrem Studio als wären sie Arnolds Freunde Franco Columbu und Mike Katz, und versuchten auf Ihre eigene Art und Weise, das Leben zu genießen und Ihre Träume so heißhungrig zu erreichen wie Arnold es getan hat. Sie haben sich zweifellos gefragt, wie es gewesen wäre, in seiner Nähe zu sein. Die Eiche in seiner Glanzzeit, als niemand und nichts ihm auf der Bodybuildingbühne im Weg stehen konnte und als das Leben in Venice Beach, Kalifornien, das Paradies eines Bodybuil- ders war. Jetzt haben Sie die Chance, es herauszu- finden.
Große Pläne...
Arnold lebte in einem kleinen Ein-Zim- mer-Apartment in Santa Monica, CA. Laut Bill Grant, Mr. World 1974 und eine feste Größe im original Gold´s Gym auf der Pacific Avenue in Venice, „fuhr Arnold einen schrottreifen roten Volkswagen.“ Aber mit Ankunft in Südkalifornien im Jahr 1968 war er absolut zuversichtlich in Bezug auf seinen Platz in der Geschichte. „Er sagte Dinge wie, ‚Eines Tages werden sie so über mich reden wie über Steve Reeves.’“ Damals war Reeves das wohl größte Bodybuilding-Idol der Geschichte. „Man muss verstehen“, sagt Grant, „er war noch nicht so lange in Amerika und sprach schon darüber, wie er der größte Kerl der Welt werden würde.“ Dieses beneidenswerte Selbstvertrauen, oder vielleicht diese Arroganz, stand immer im Mittelpunkt von Schwarzeneggers geheimnisvollem Nimbus. Mike Katz, Mr. America 1970 und neben Arnold Darsteller in der Bodybuilding- Dokumentation Pumping Iron von 1977, sagt, dass es keinen von Arnolds Freunden störte. „Man wird nie erfolgreich sein, wenn man nicht viel von sich selbst hält“, sagt Katz. „Ich glaube, viele von uns halten viel von sich selbst, aber nicht so sehr wie Arnold. Ich glaube, dort hebt er sich von anderen ab.“
...und ihre Erfüllung Es ist eine Sache, anzugeben, wenn man sieben Mr. Olympia-Titel in seinem Lebenslauf hat, aber es ist etwas anderes, wenn man ein Einwanderer ist, der die Sprache nicht kennt und extra Jobs leisten muss, um zu überleben. Stellen Sie sich vor, eine Stunde oder mehr pro Tag zu trainieren (dazu am noch eine Einheit, wenn sich ein Wettkampf näherte), College-Kurse zu belegen und zusätzlich zu Fototerminen und öffentlichen Auftritten als Bauarbeiter zu arbeiten. „Alle dachten, dass Joe Weider alles für Arnold machte“, sagt Grant. „Das ist weit von der Wahrheit entfernt. Arnold machte harte Jobs mit Franco (Columbu) als Mau- rer, als Zimmermann. Er ging abends zur Schule. Arnold kümmerte sich um sich selbst, Mann.“ Und egal, welche Herausforderung sich ihm stellte, Arnold nahm sie enthusiastisch an. Mike Katz erinnert sich, dass Arnold dasselbe von Men- schen erwartete, die ihm nahestanden. Als Katz, ein Lehrer in Connecticut, sich den Sommer frei nahm, um in Kaliforni- en zu trainieren, beschwerte er sich bei Arnold über Geldprobleme und dass er seine Familie vermisste. Die Eiche wollte davon nichts hören. „Wenn man negativ war, ließ er sich das