MIT FREUNDLICHER GENEHMIGUNG VON PHIL HEATH; ISAAC HINDS
machte, die dachten: Wer ist dieser Bursche aus Colorado? Ich tauchte ja wirklich aus dem Nichts auf. Ab dann war es, als würde ich vom Türsteher eines exklusiven Clubs immer wieder abgewatscht, diese Leute ließen mich einfach nicht rein. Der Einzige, der anders war, sich für mich stark machte, war Jay. Und selbst das hat nicht funktioniert! Täglich zerpflückten die Leute meinen Körper und das fand ich alles andere als cool. Schließlich stammten die großen Töne nicht von mir. Ich habe nicht behauptet, ich würde eines Tages den Mr. Olympia gewinnen. Bodybuilding machte mir einfach Spaß und ich hatte eine gute Zeit. Aber ich sah schnell ein, dass meine Karriere an nur einer Sache gemessen würde: Nur auf das Siegen kam es an. Klar war das ein Haufen Druck, aber Kerle wie Jay und Flex Wheeler haben
dasselbe durchgeacht. Und sie haben es so weit gebracht, weil sie die Herausforderung meisterten. Jays aufmunternde Worte haben mir da sehr geholfen.
Auf deinem nächsten Cover wurde dir das gefürchtete Etikett „Die Zukunft des
Bodybuilding“ aufgedrückt. Ja, das schoss mir sogar kurz vor dem diesjährigen Olympia noch durch den Kopf. „Ach ja? Und was, wenn ich die Erwartungen nie erfülle? So viel Druck brauche ich weiß Gott nicht.“ Ich erinnere mich an das Cover, auf dem Richard Jones als „The Next Mr. Olympia“ deklariert wurde, und was daraus wurde, wissen wir alle. Nichts gegen Richard Jones, denn keiner von uns beiden hat um diesen Rummel gebeten. Ja, ich erinnere mich, gedacht zu haben: Das wird mich den Rest meines Lebens verfolgen. Wird es jetzt doch nicht, zum Glück.
Jetzt wo du mit 31 Mr. Olympia geworden bist, scheinen all deine Entscheidungen rückblickend vernünftig gewesen zu sein. Das
haben die Leute nicht immer so gesehen, besonders als du nach deinen ersten zwei Profisiegen beschlossen hast, den Olympia
2006 und dann auch 2007 auszusitzen. Hat dich diese Kritik geärgert? Sie hat mich ganz schön gefuchst, weil ich fand, dass diese Kerle mich für eine Kritik nicht gut genug kannten. Ich denke, sie waren alle scharf drauf, neben mir auf der Bühne zu stehen, weil ich die Verträge und die Presse bekam, die sie nicht hatten. Bei vielen Kerlen spürte ich, dass sie sehr verbittert waren, und mit Recht. Ich weiß, in anderen Sportarten geht dasselbe ab, aber ich fühlte mich ein bisschen gedisst. Einige waren so schnell bei der Hand, mich zu verur- teilen, dass ich bei mir dachte: Okay, dafür werde ich sie auf der Bühne zahlen lassen. Ich werde sie schlagen, dass ihnen Hören und Sehen vergeht.
An deinem ersten großen Wettkampf, der Arnold Classic, nahmst du 2007 teil. Viele sahen dich im Vorfeld als Sieger. Doch du wurdest Fünfter, das erste enttäuschende
Ergebnis deiner Bodybuildingkarriere. Was hast du aus dieser Erfahrung gelernt? Viele haben gesagt, ich könnte gewinnen. Aber im Nachhinein betrachtet, kämpfte ich gegen einen demnächst dreifachen Arnold-Sieger – Dexter Jackson – und gegen einen Athleten, der beim Olympia ein paar Monate später Zweiter hinter Jay werden würde – Victor Martinez. Ich ging mit der Einstellung in den Wettkampf, in die Top Drei zu kommen und dann weiterzusehen. Der fünfte Platz war also eine echte Lektion. Er hat mir die Augen geöffnet, indem ich erkannte, dass ich mit mehr Zeit gegen viele dieser Jungs nicht verloren hätte. Ich musste sicherstellen, dass mir so etwas nie wieder passierte. Also machte ich ein Jahr Pause und kehrte 2008 massiver und besser zurück.
2008 hast umgekehrt du ein paar Augen geöffnet, als du bei der Arnold Zweiter hinter Jackson und in deinem Olympia-Debüt Dritter wurdest. 2009 folgte ein erneuter Rückschlag, als du, nachdem du ein Jahr lang keine Wettkämpfe gemacht und alles auf den O gesetzt hattest, 48 Stunden vorher krank wurdest und auf Platz 5 landetest. Wie schwer war das zu verkraften?
2009 war wahrscheinlich das schlimmste Jahr in meinem Leben. Alles, was schiefgehen konnte, ging schief. Zum ersten Mal in meiner Karriere hatte ich einen hektischen Reisekalender, versuchte, meine Beziehungen und ein Business zu managen, und hatte keine Orientie- rung, wie mich am besten verhielt. Eine Menge Versuch und Irrtum, so könnte man das Jahr überschreiben. Durch Übertraining oder unvor- sichtiges Training verletzte ich mich im Studio öfters – es lief einfach mies. So ziemlich alles, was schiefgehen konnte, ging schief. Und so
richtig in die Hose ging dann meine Teilnahme am Olympia – ich hatte eine Nahrungsmittelvergiftung und konnte um ein Haar nicht auf die Bühne. Eine weitere verpasste Gelegenheit, so sah ich es zunächst. Am nächsten Tag ging ich zurück ins Studio und trainierte Beine. Schließlich kam ich aber zu der Einsicht, dass ich selbst an meinem schlechtesten Tag der fünftbeste Bodybuilder der Welt war und daher keinen Grund hatte, den Kopf zu sehr hängen zu lassen. Ich musste daraus etwas für 2010 lernen. Ich musste bestimmte Dinge aus meinem Kopf verbannen, die mir künftige Erfolge erschweren würden.
Spulen wir sieben Monate vor zur Arnold Classic 2010. Du bist besser denn je, liegst nach der Vorentscheidung vorn, musst dich dann aber Kai Greene
geschlagen geben. Wie enttäuscht warst du? Das war die härteste Niederlage meiner Karriere. Alle erzählten mir, dass ich besser war – Leute aus unserer Industrie, die ich sehr respektiere -, und das war ich auch. Als mein zweiter Platz bekannt gegeben wurde, wusste ich also nicht, was ich den- ken sollte. Ich war wütend, ent- täuscht, verwirrt ... vieles auf einmal. Aber die Erfahrung, einen Platz belegt zu haben, den ich meiner Meinung nach nicht ver- dient hatte, tat meiner Einstel-
lung insgesamt gut. Das ist wie in jedem anderen Sport 96 FLEX
Das Foto, das die
Welt erschütterte: Heath, fünf Wochen vor der Ironman 2008
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