und leichten bis mittelschweren Gewichten einen unglaublichen Körper aufzubauen. In der Tat stimme ich mit seiner Trainingsphilo- sophie absolut überein, bin ebenfalls der Mei- nung, dass man keine ultraschweren Gewichte braucht, um Masse aufzubauen. Aber meine Methoden sind komplizierter als das. Manch- mal sprach ich auch von der `Big Disorder Method´ oder der `No Method´. Was ich damit meine, ist, dass ich meine Muskeln manchmal durch mehrere Energiepfade trainiert habe: Ausdauer, Volumen und Kraft, gemischt mit diversen Techniken, die auf die jeweilige Übung zugeschnitten waren. Die Bodybuilder in USA sahen vermutlich nur, dass ich wie ein Verrückter mit nie endenden Sätzen trainierte, und dachten sich, Nubret würde dahinterste- cken, aber sie sahen nicht die Details, leider. „Einer der größten Vorteile meiner Trai- ningsmethode war, dass ich zum einen das ganze Jahr über in Topform bleiben und mir Verletzungen vom Hals halten konnte. Außer- dem musste ich vor einem Wettkampf nicht sehr lange Diät halten. So konnte ich an fast jedem Wettkampf teilnehmen, manchmal an insgesamt fünf oder sechs, während die ande- ren Wettkämpfer mit ein oder zwei Shows im Jahr schon Mühe hatten.“ Ich bat Thierry um ein Beispiel-Workout.
„Okay, ich werde dir ein Beispiel geben, wie ich in der Offseason meine Quadrizeps trainierte.“ BEINSTRECKEN Zwei Sätze à 200 oder 300 Wh (wenn ich kurz vor einem Wettkampf stand) plus 10 Sekunden maximale Kontraktionen BEINSTRECKEN Zwei Sätze à 10 Wh (mit schwereren Gewichten) plus 10 Sekunden maximale Kontraktionen, gefolgt von 10 langsamen Wh (sehr langsam ausgeführt) plus weitere 10 Sekunden mit maxi- malen Kontraktionen BEINSTRECKEN Zwei Sätze à 10 Wh plus 10 Sekunden maximale Kontraktionen (mit sehr schwerem Gewicht) BEINBIZEPS Zwei Sätze à 60 Wh (zum Aufwärmen der Antagonisten-Muskeln) KNIEBEUGE Ein Satz à 15 Wh, gefolgt von drei Sätzen à 10 Wh und zwei Sätzen à 6 Wh SCHRÄGE BEINPRESSE Ein Satz à 40 Wh, dann ein Satz à 20 Wh und drei Sätze à 10 Wh
106 FLEX
„Je mehr ich mich einem Wettkampf näherte,
wurde dieses Workout sogar noch teuflischer. Mein Wh-Rekord am Beinstrecker ist ein Satz mit 700 Wh, ohne Pause!“ Ich fragte Thierry, wie er heute (nach seinem
Abschied von der Wettkampfbühne) trainiert. „Ich trainiere nicht mehr so wie früher. In der Regel mache ich an einem Tag Zirkeltraining für meinen Oberkörper: Brust, Rücken, Arme, Schultern und Bauch. An einem anderen Tag steht dann ein Zirkeltraining für meinen Unter- körper – Quadrizeps, Beinbizeps, Waden und Bauch - auf dem Plan. Ich würde meine gegen- wärtige Methode nicht als `Training´ bezeich- nen, aber sie hält mich gut in Form.“ Wie steht es mit der Ernährung? „Anders als Bodybuilder, die sechs oder mehr Mahlzeiten pro Tag verdrückten, habe ich nie eine exzes- sive Diät befolgt. Ich habe ganz normal drei Mahlzeiten am Tag konsumiert, aber darüber hinaus alle zur Deckung meines Nährstoffbe- darfs notwendigen Ergänzungen genommen (Protein, Aminosäuren, Vitamine etc.). Heute sind meine Ernährungsgewohnheiten anders. Meine Ernährung ist gesund und natürlich, weil ich die Finger von industriell verarbeite- ten Lebensmitteln lasse. Meine Ernährungs- methode basiert auf Früchten, Samen und Körnern, Oliven und Zitrone, den Hauptzuta- ten eines Konzepts namens `Miam-ô-fruit´. Nähere Informationen hierzu wird es in einem meiner zukünftigen Bücher geben.“ Wen hielt Thierry Pastel für die besten Body-
builder aller Zeiten? „Der beste Bodybuilder aller Zeiten war ohne Frage Serge Nubret. Er hatte eine gesunde Vision von Bodybuilding, bei der die Harmonie des Körpers und die Kunst, einen Körper zu zeigen, der sowohl Männer als auch Frauen ansprach, vorrangig waren. Die Wertschätzung von Schönheit war das, was die Menschen positiv auf Bodybuilding reagieren ließ und den Wunsch in ihnen weckte, so auszusehen wie die Athleten, die sie bewunderten. Die exzessive Mutation des Bodybuildingsports hat Fans und Sponsoren verscheucht. „Ich mag den Körper von Frank Zane und
insbesondere den von Mohamed Makkawy, kombiniert mit dem Posingtalent dieser beiden Athleten, die Künstler waren, eine schöne Interpretation von Bodybuilding als Kunstform zeigten. „Weiter mag ich Bob Paris, Shawn Ray, Lee Labrada, Darrem Charles, Francis Benfatto,
Steve Reeves und Flex Wheeler, weil sie so schöne Körper hatten. Doch für mich besaß Serge Nubret den schönsten Körper aller Zeiten und dazu die erstaunliche Fähigkeit und Intel- ligenz, zu wissen, wie er am besten aussah. Er war eine lebende Skulptur. Er versuchte, über seinen harmonischen Körper Ästhetik zum Kult zu erheben, was ihm in gewissem Grad auch gelang. Ich glaube, dass Lee Haney unser bester Mr. Olympia war, und würde Arnold Schwarzenegger als `The Greatest´ bezeich- nen, denn er war federführend dabei, Body- building weltweit zu einem respektablen Image zu verhelfen!“ 1992 war ich zusammen mit Pastel im Haus
von Wayne DeMilia in New Jersey zu Gast und wie immer verhielt sich Thierry höflich und wohlerzogen. Tatsächlich war er der perfekte Hausgast, außer nachts. Einmal wurde ich um 2 Uhr morgens von Stimmen und dem Lärm von Polizeiautos geweckt, was merkwürdig war, denn Wayne wohnte in einer extrem ruhi- gen Gegend. Während ich in meinem Bett lag und die
Ohren spitzte, hörte ich Männerstimmen, die nach einem Streit klangen. Ich beschloss, der Sache nachzugehen! Der Lärm kam von einem Zimmer im Erdgeschoss und als ich die Tür aufstieß, saß dort Thierry Pastel vor dem Fern- seher. Mit einem kurzen Blick zu mir meinte er: „Dirty Harry, besser geht´s nicht!“ Und wendete sich wieder dem Film zu. Am nächsten Tag verriet mir Wayne, dass sich Thierry Pastel seit seiner Ankunft einen Dirty Harry Streifen nach dem anderen reinzog. Später im selben Jahr war ich mit Pastel beim
European Grand Prix. Der Veranstalter lud uns zu einem Tagesausflug zu einem berühmten Erzeuger von Parmesankäse ein. Wir aßen vorzüglich in dieser Käsemanufaktur und anschließend erklärte der Besitzer, uns allen ein Geschenk als Erinnerung mit auf den Weg geben zu wollen. Den verdutzten Ausdruck auf ihren Gesichtern, als jedem Bodybuilder ein riesiges, ungeschnittenes Stück Parme- sankäse von der Größe eines Fußballs in die Hand gedrückt wurde, sehe ich noch heute vor mir. Parmesan war der große Stolz und eine echte Delikatesse dieser speziellen Region Italiens, was die Bodybuilder allerdings nicht so sahen. Der einzige Kerl, der das Geschenk zu schätzen wusste, war Thierry Pastel. „Ich werde diesen Käse zurück nach Frankreich nehmen und mir jeden Tag ein kleines Stück
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