WETTKÄMPFER 24 In Bestform hätte Cutler viel- leicht die Breite und die Beine, um seinem engen Freund in einer Äpfel-gegen-Orangen-Entscheidung überlegen zu sein, aber heute ist er nicht in Bestform. Bei einem Fotoshooting zweieinhalb Wochen vor dem Wettkampf erlitt er einige Faserrisse am oberen Ansatz seines linken Bizeps. Auf der Bühne sieht sein Oberarm entzündet und violett aus. Die Verletzung hat darüber hinaus die Konditionierung seines Oberkörpers, speziell seines Rückens, verschwommen gemacht. Mehr noch, ihm fehlt der 3D-Effekt, den wir bei Wettkämpfer 22 erlebt haben. Seine Beine sind, erst recht von der Seite betrach- tet, schmaler geworden. Trotzdem ist er der vierfache Champion, er wiegt 117 kg, er ist breiter als jeder der 23 vor ihm und dies ist seine Heimatstadt. Grinsend stachelt er das Publikum auf, bevor er seine Posen abfeuert, und die Meute gibt lautstark ihre Liebe und ihren Respekt für jenen Mann zum Besten, der zum letzten Mal vor 11 Jahren und 24 Wettkämpfen einen schlechteren als den zweiten Platz belegte. ERSTER VERGLEICH Die anfänglichen Vergleiche bestehen aus Cutler, Heath, Greene, Wolf, Dexter Jack- son und Martinez. Da sind sie also, wie vorhergesagt, die Top 6, doch zumal sich der O schnell in ein Zwei- Mann-Duell um den Sieg und einen Vier-Männer-Kampf um die nächsten vier Plätze aufspaltet, hebe ich mir meine Analyse für die letzten zwei Vergleiche auf.
ZWEITER VERGLEICH Nach Hidetada Yamagishi, Ronny Rockel, Brandon Curry und Toney Freeman wird ein fünfter Name aufgerufen: Shawn Rhoden. Letztlich wird er in seinem Olympia-Debüt außerhalb der Top 10 auf dem undankbaren, weil viel niedriger dotierten elften Rang landen, aber Rhodens trockene Linien, schlanke Taille und massiven Quadrizeps lenken die Blicke weg von den anderen, besonders in der Doppel- bizeps Vorderseite. Mit etwas mehr Fleisch im Rücken- und Deltabereich könnte der 36-Jährige bei künftigen Olympias um eine Top-6-Platzierung kämpfen. Ein weiterer O-Rookie und mit 28 der jüngste Kerl im Line-up ist die größte Überraschung des Wochenendes: Brandon Curry. Bisher nicht für einen hohen Grad an Definition bekannt, präsentiert er sich heute in der Form seines Lebens, schlachtet seine Breite und vollen Muskelbäuche maximal zu seinem Vorteil aus. Seine Beine müssen voller werden, aber ich sah ihn hier auf dem siebten Platz. Im Gegensatz zu den beiden Rookies haben die anderen drei Männer in
diesem Vergleich zusammengerechnet bereits 14 Olympias hinter sich und bei früheren Sandow-Jagden war jeder von ihnen definierter (und erfolgrei-