Trends AUS SICHT DES HERSTELLERS
KONTAKTLOSES BEZAHLEN Dass kontaktloses Bezahlen wäh- rend der Corona-Krise einen Auf- schwung erlebte, ist nicht weiter überraschend. „Die Technik gab es schon vor der Pandemie, sie hat sich jetzt aber in vielen wei- teren Bereichen, wie im Gesund- heitssektor, in Restaurants und im Bildungswesen durchgesetzt“, sagt Guyott. Bei neuen Projekten im Ge-
sundheitsbereich plant Guyott oftmals extra Bereiche für Vorbe- stellung und Vorauszahlung ein. „Sie sind in erster Linie für Mit-
arbeiter der Kliniken gedacht, die immer unter Zeitdruck stehen und nur 30 Minuten Zeit zum Essen haben“, erklärt sie. „Lange Warteschlangen waren schon immer ein Problem. Wir hoff en, dass wir sie mit Hilfe von Zent- ralküchen, die die vorbestellten Speisen in Schließfächern bereit- stellen, abschaff en können.“ Schließfächer zur Selbstbedie-
nung werden zunehmend auch in Sportanlagen eingesetzt. Die Kunden ordern per Telefon im Restaurant oder im Imbiss und können ihre Bestellung dann mit Hilfe eines bestimmten Codes aus den Fächern entnehmen. Einige Sportanlagen investieren sogar in die „Just Walk Out"-Technologie – beim Verlassen des Gebäudes wird automatisch die Kreditkarte des Kunden mit dem Rechnungsbe- trag für die von ihm konsumierten Speisen und Getränke belastet.
BIG DATA Die europäische Kette Poke House, spezialisiert auf Poke Bowls, hat während der Pande- mie einen enormen Zuwachs erfahren. Nach Meinung von Matteo Pichi, CEO von Poke House, liegt der Grund vor allem in der Nutzung von Tools, die neben den Bestellungen auch noch jede Menge weitere Daten erfassen und verarbeiten können. Das fi rmeneigene CRM-System
liefert täglich aus jeder Filiale zahlreiche Daten, beispielsweise über die von den Mitarbeitern benötigte Zeit zur Zubereitung der Poke Bowls, Kundenbewer- tungen der Gerichte, unvoll- ständige Bestellungen und vieles mehr. Die Datenerfassung bietet Pichi und dem Management ei- nen vollständigen Überblick und mehr Flexibilität für Wachstum. Pichi ist fest davon überzeugt,
dass die größte Konkurrenz in Zukunft „Digital Natives“ – wie Poke House – sein werden, die die Kunst der Gastlichkeit mit dem Fokus auf Technologie ver- binden.
JOHN NACKLEY President & CEO, InterMetro Industries Corporation, über die größten Gastronomie- Trends und deren Folgen in den nächsten Jahren
Welche drei Trends werden die Branche in den kommenden zehn Jahren prägen? Der Wunsch nach schnelleren Zubereitungszeiten, nach ver- ringertem Arbeitsaufwand und nach der Möglichkeit, Essen zum Mitnehmen zu bestellen, wird Technologien zur Speisen- zubereitung weiterhin in den Mittelpunkt stellen. Sous-Vide, High-Speed-Impingement und Kombi-Mikrowellen werden kür- zere Zubereitungszeiten ermög- lichen, ohne Einbußen bei der Qualität. Dadurch werden sich auch die Kosten für Lebensmittel reduzieren, weil weniger Abfälle und Arbeit anfallen. In Verbin- dung mit der Verfügbarkeit von Arbeitskräften und den Betriebs- kosten steht Effi zienzsteigerung als Hauptmerkmal bei Produkt- innovationen im Vordergrund. Zweiter großer Trend ist die
Einführung neuer Liefermodelle. Home-Offi ce und hybrides Arbei- ten erhöhen die Nachfrage nach Alternativen in der Lieferung und im Speisenangebot. Neue Techno- logien werden Lösungen bieten. Und drittens, um kleinere, nachhaltigere Produktionsstätten zu betreiben, werden platz- sparende Geräte gefragt sein, ebenso wie Equipment zur Vor- bereitung und Lagerung.
Wie wird sich das auf die Branche auswirken? Zum einen werden die Hersteller mit innovativen Produkten auf die neuen Anforderungen reagieren. Diese Produkte sind auf Schnellig- keit ausgerichtet, sie werden kompakter und fl exibler sein. Zudem werden neue Akteure auf den Markt drängen, die dem neuen
Bedarf hinsichtlich Ernährungswün- schen und Standorten entsprechen. Hersteller, Händler und Betreiber soll- ten fl exibel genug sein, um sich an die dynamische Marktlage anzupassen. Aber das Überleben in diesem disrup- tiven Umfeld wird für viele traditionelle Betriebe zu einer Herausforderung werden.
Warum ist Metro für diese Veränderungen gut gerüstet? Metro setzt auf „Voice of the Custo- mer"-Methoden und enge Zusammen- arbeit mit den Entwicklungsabteilun- gen der großen Unternehmen dieser Branche sowie mit Vertriebspartnern. Viele unserer Produkte, neue wie be- stehende, sind für optimale Raumaus- nutzung und Produktivität konzipiert – das Ergebnis von Marktforschung und Analyse der Kundenbedürf- nisse. Wir sind sehr engagiert, was die Entwicklung neuer Produkte und Lösungen betriff t und beschäftigen ein Expertenteam für Innovationen für die sich verändernden Anforderungen.
Sind Sie optimistisch, was die Zukunft der Branche betriff t? Absolut. Dieser Wandel wird neue Lösungen hervorbringen und gleich- zeitig den Realitäten des Marktes entsprechen. Wir werden interessan- te neue Technologien und Unterneh- men in der Branche sehen, die die großen Unternehmen auf dem Markt zu noch innovativerem Handeln anspornen. Aus neuen Herausforde- rungen entstehen kreative Lösungen, bestehende Hersteller und Vertriebs- kanäle kommen auf den Prüfstand und müssen sich dem anpassen. Einige Technologien und Geschäfts- modelle werden aber überholt sein und von neuen abgelöst werden.
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