923 | WEEK 44-45 30 OKTOBER 2019
LEISE UND SAUBERER ZU EMISSIONSFREIER FAHRT Scandlines setzt umweltfreundliche Thruster ein
DÜSSELDORF Die Fährreederei Scandlines, mit Verbindungen im Ostseeraum, hat den nächsten Schritt auf ihrem Weg zur ‘emissionsfreien Fahrt’ gemacht. Eine Hybridfähre auf der deutsch-dänische Puttgarden-Rødby-Linie ist mit neuen, effizienten Antriebsgondeln (Thrustern) ausgerüstet worden. Die Thruster sind leiser, verursachen weniger Vibrationen und weniger CO2-Ausstoß.
mit leichten Anpassungen am Rumpf um die Thruster herum, erreicht das Schiff eine zusätzliche Effizienzsteigerung bzw. eine CO2- Ausstoßreduktion von 10 bis 15 Prozent.
Die vier alten Push-Thrustern der Hybridfähre ‘Schleswig Holstein’ sind mit sogenannten Pull-Thrustern des Herstellers Kongsberg Maritime ausgetauscht worden. Sie haben den Vorteil, dass der Wasserfluß in der Gondel homogener ist, und somit weniger Unterwasserschall (Geräusche und Vibrationen) verursacht wird. Das ist wichtig für den Faunaschutz in der Ostsee; vor allem haben die Schweinswale, die im Fehrmarnbelt leben, mehr Ruhe. Zusammen
Scandline hat vor, nächstes Jahr auch die drei anderen Hybridfähren umzurüsten, die zwischen Puttgarden und Rødby verkehren. Für das deutsch-dänische Unternehmen bedeuten die Antriebsgondeln einen weiteren Schritt in seiner Zero-Emission- Strategie, die es seit 2013 verfolgt. Damals wurden die ersten Fähren auf Hybridantrieb umgerüstet: einen Dieselhauptmotor weniger und statt dessen Batteriepakete an Bord. Dank dieser Batterien können die restlichen Dieselgeneratoren mit konstanter Auslastung betrieben werden, was sehr viel weniger Kraſtstoffverbrauch bedeutet. Bei einer Spitzenbelastung springen die Batterien bei. Umgekehrt werden die Batterien aufgeladen, wenn die Generatoren einen Überschuss an Leistung produzieren.
Im nächsten Schritt, den Scandlines angekündigt hat, werden nochmals Batteriepakete gegen Hauptmotoren ausgetauscht. Die Batterien sollen mit
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Landstrom aufgeladen werden, damit die Fähre im Hafenbereich oder sogar die ganze 18,5 kilometer lange Strecke zwischen Puttgarden und Rødby rein elektrisch zu fahren. “Um das zu ermöglichen, muss jedoch die Strominfrastruktur in Puttgarden bereit gestellt werden und der Strompreis
günstiger werden”, so Søren Poulsgaard Jensen, CEO von Scandlines. Beim jetzigen Strompreis ist es günstiger, die Batterien mit Dieselgeneratoren aufzuladen. “Wir sind uns jedoch sicher, dass emissionsfreier Fährverkehr zwischen Puttgarden und Rødby möglich ist”.
Kiellegung eines neuen Tauchglockenschiffs für WSA Duisburg
HENDRIK IDO AMBACHT Auf der Damen Shipyard Werſt in Hendrik Ido Ambacht fand am 25. Oktober die Kiellegungszeremonie des neuen Tauchglockenschiffs für das Wasser- und Schifffahrtsamt statt. Das Schiff wird vom WSA in Duisburg betrieben. Für alle Beteiligten ist dieses ganz speziellen Schiff eine Besonderheit, denn ein Tauchglockenschiff wird nur selten gebaut. Das neue Schiff ersetzt die Carl Staat, die seit 1963 im Dienst ist.
Das 69 Meter lange Schiff wird mit einem effizienten diesel-elektro-Motor ausgerüstet. Wie die Carl Staat kommt das Schiff im Rhein und seinen Seitenflüßen zum Einsatz. Es wird
für Flussbettuntersuchungen und die Suche und Bergung von Unterwasserhindernissen gebraucht. Die Tauchglocke erlaubt Mitarbeiter durch einen Unterdrucktunnel zum Rheinboden abszuteigen und direkt dort unten ihre Tätigkeiten im Trockenen nachzugehen.
Europoort Construction baut den Kiel. Damen Shipyards ist verantwortlich für das Röhrensystem, und als Systembauer integriert es die wichtigen Tauchteile von Haux. Die Auslieferung des Schiffs ist für Ende 2020 geplant. Auſtraggeber ist die Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt (GDWS) in Koblenz.
CONTAINER STATT KOHLE: NEUER CONTAINERTERMINAL AUF DER KOHLENINSEL DUISBURG Duisburg baut Europas ‘größten Containerterminal im Hinterland’
DÜSSELDORF Die Hafengesellschaſt Duisburg (duisport) baut zusammen mit ihren internationalen Partnern COSCO Shipping, Hupac und HTS einen trimodalen Containerterminal mit einer Kapazität von 850.000 TEU. 2020 wird der Hafen die Kohleninsel, den Spezialterminal für Importkohle, schließen. Für den Umbau ist eine Investition von 10 Millionen Euro vorgesehen.
Die Energiewende macht es notwendig, umzudenken, sagte duisport-CEO Erich Staake Anfang dieses Monats, damit der Hafen in Duisburg seine führende Rolle in der Region und in Europa behalten kann; und auch um Arbeitsplätze in der noch immer kriselnden Ruhrregionsstadt sicherzustellen. Er kündigte gleichzeitig an, mit dem chinesischen Partner COSCO Shipping einen neuen Containerterminal im Hafen zu errichten. Jetzt sind Ort und Dimension des Projekts bekannt gemacht worden. Der trimodale ‘Duisburg Gateway Termina’ - so lautet der Name - kommt mitten in den Hafen, auf die Kohleninsel. Von den 240.000 zur Verfügung stehenden Quadratmeter sind 220.000 für den Terminal und 20.000 für Logistikhallen vorgesehen. Der Terminal wird mit sechs Kranportalen ausgerüstet. Es bleiben drei Liegestellen für Binnenschiffe. Ziel ist es, Frachte mehrheitlich per Schiff und per Zug abzufertigen. In
dieser Hinsicht spricht duisport von einem umweltfreundlichem Projekt.
China Zukunſtsperspektiven für den Hafen sieht Staake eindeutig in dem boomenden Handel mit China, der mit der Zunahme von e-Commerce weiterwachsen wird. Das Gateway wird vor allem die China-Züge abfertigen, die auf der ‘neuen Seidestraße’
zwischen Duisburg und einem Dutzend chinesischen Städten verkehren. Aber auch Züge innerhalb Europas, vor allem nach Ost- und Südost-Europa werden vermehrt vom neuen Gateway aus fahren. Jetzt fahren jede Woche zwischen 35 und 40 Züge von und nach China. Duisport erwartet, dass die Frequenz auf 100 Züge pro Woche steigen wird. Die Binnenschiffe unterhalten den Verkehr mit den ZARA-Häfen, und müssen auf diesen
Verbindungen zusätzliche Kapazität schaffen. Das Gateway soll als wichtiger Schiff-Bahn- Umschlagsterminal funktionieren.
COSCO Shipping und duisport werden mit Anteilen von je 30 Prozent Partner des Projekts. Das schweizerische Logistikunternehmen Hupac und der niederländische Logistikdienstleister HTS beteiligen sich mit jeweils 20 Prozent.
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