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MehrWERT: Nachhaltige Geldanlagen


Die Trägheit des Bürgers Beim Wechsel zu alternativen Banken verhalten sich Deutsch- lands Bürger bislang zurückhaltend, auch wenn die vier ethisch-ökologisch ausgerichteten Insti- tute hierzulande seit der Lehman-Pleite im Sep- tember 2008 jährlich im zweistelligen Bereich wachsen. Ende 2011 hatten die anthropologisch ausgerichtete GLS-Bank, die Umweltbank, die Ethikbank und die Triodos-Bank zusammen rund 230000 Kunden. Mit anderen Worten: Von den 66 Millionen Erwachsenen wechselte nur jeder 300ste zu einer Bank, die gezielt Windräder, Kin- dergartenplätze oder Biobauern finanziert.


Pflege- und Vermarktungsvereinbarung als Dienstvertrag abschließt. Derartige Fallkonstellationen liegen in der Regel nicht im Zuständigkeitsbereich der BaFin.“ Somit gibt es in diesen Fällen keinerlei gesetzliche Aufsicht, die den Anleger vor grundsätzlichen Risiken schützen könnte. Aber es geht ja nicht nur um das finanzielle Risiko.


Welche „sozialen und ökologischen Auswirkungen“ die derzeitigen „Waldinvestments“ haben, untersucht die


Naturschutzorganisation Global Nature Fund (GNF) in den kommenden zwei Jahren gemeinsam mit der Tropen- waldstiftung OroVerde. „Wir wollen uns die Projekte vor Ort anschauen, um Privatleuten, Politikern und insti- tutionellen Anlegern bei ihrer Entscheidung zu helfen“, sagt Udo Gattenlöhner, Geschäftsführer des GNF. Eine Broschüre dazu soll es Mitte 2013 geben. Ob die Renditen unrealistisch hoch sind oder Boden,


Land und Leute ausgebeutet werden – all das kann ein Interessent derzeit kaum richtig einschätzen. Er kann den jeweiligen Anbietern aber Fragen stellen – und an- hand der Antworten ein wenig besser beurteilen, wie gut das jeweilige Investment tatsächlich ist (siehe Fragen- katalog unten). „Die Branche nachhaltiger Geldanlagen ist heute vielleicht an dem Punkt, an dem die Bio-Bewegung vor 30 Jahren war“, glaubt Georg Schürmann von der Triodos Bank. „Wir müssen überhaupt erst einmal klar definierte Regeln und Richtlinien erarbeiten.“ Die Mög- lichkeiten wären jedenfalls atemberaubend: Das Geld- vermögen in Deutschland beträgt inzwischen 4,6 Billio- nen Euro. 4,6 Billionen, die die Welt verändern können oder alles beim Alten lassen – je nachdem, wie sie inves- tiert werden.


Wald-Investments auf dem Prüfstand


Wer sein Geld in einem Wald- oder Auffors- tungsprojekt anlegen möchte, sollte genau nachfragen, wem das Projekt nutzt und welche Risiken möglicherweise bestehen.


Transparenz: Sind alle relevanten Informati- onen offen und verständlich dargelegt? Wird der Investor regelmäßig über die Entwicklung des Anlageprojektes informiert? Einflussmöglichkeiten: Haben Investoren Mitbestimmungs- und Kontrollmöglichkeiten - z.B. durch Gesellschafter- oder Aktionärs- versammlungen und Interessenvertreter? Initiatoren: Wer steht hinter dem Projekt? Sind die Verantwortlichen klar benannt? Kalkulation: Beruht die Prognoserechnung (Holzpreis, Erntevolumen, Preissteigerung) auf seriösen und realistischen Werten? Risikomanagement: Werden Risiken klar und verständlich aufgezeigt? Verfügt der Anbieter


über ein überzeugendes Sicherheitskonzept? Rechtsform: Welche Rechtsform hat der Anbieter, in welchem Land sind Firmensitz und Gerichtsstand? Je nach Rechtsform unterliegt das Angebot unterschiedlich strengen Auflagen. Standortfaktoren: In welchem Land befindet sich das Forstprojekt? Wie stabil sind dort die rechtlichen, wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen? Forstkonzept: Welche Baumarten werden gepflanzt? Handelt es sich um einheimische Arten oder Exoten? Werden die Bäume in Monokulturen oder Mischbeständen gepflanzt? Nachhaltigkeit: Legt der Anbieter Wert auf Nachhaltigkeit? Sind die Plantagen FSC®


zertifiziert?


Angebotsprüfung: Wird das Verkaufsprospekt von externen Stellen überprüft (z.B. BaFin)?


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Fotos | Grafik: 123rf (2)


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