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MehrWERT: Teekampagne


Entrepreneure gesucht!


Die Teekampagne ist der größte Darjeeling-Importeur der Welt, ihr Gründer fördert mit Leib und Seele kreatives Unternehmertum. Bei BaumInvest hat ihn von Anfang an die intelligente Verbindung von Ökonomie und Ökologie überzeugt.


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omen est omen. Schon die Namensgebung zeigt, dass die Projektwerkstatt und die Querdenker


GmbH zwei Unternehmen sind, die vergleichbare Ziele verfolgen. Hier die Gründer der Teekampagne, die sich in der Unterzeile „Gesellschaft für kreative Ökonomie“ nennen und damit auf einen Blick signalisieren, dass sie Wirtschaften als „kreativen“ Prozess verstehen; dort die Querdenker, die als Initiatoren von BaumInvest und dem VisionsWald gezeigt haben, wie man eingefahrene Aufforstungspfade verlassen kann. „Wir sind Gründungsinvestor bei BaumInvest“, sagt


Günter Faltin nicht ohne Stolz. Der Wirtschaftswissen- schaftler hat 1985 die Projektwerkstatt gegründet und die Teekampagne zur Marke gemacht. „Vor fünf Jahren haben wir uns für diese Beteiligung entschieden, weil


Augen auf beim Darjeeling-Kauf Das Tea Board of India – die indische Teebe- hörde – schätzt, dass in der Region Darjeeling rund 10000 Tonnen Tee produziert, weltweit aber mindestens 40000 Tonnen unter diesem Namen verkauft werden. Den Nachteil haben die Pflanzer und Pflücker, weil durch die große Menge die Preise sinken. Und die Teetrinker, die keinen echten Darjeeling in ihrer Tasse haben, dafür aber unverhältnismäßig viel Geld bezahlen. Die Teekampagne setzt sich seit ihrer Gründung dafür ein, die Fälscher vom Markt zu vertreiben. Sie bietet vom ers- ten Tag an 100 Prozent reinen Darjeeling-Tee unter dem Logo der Region an und hat mit dem Tea Board ein Lizenzabkommen geschlossen. Die Lizenznum- mer ist auf der Rückseite jeder Packung abgedruckt.


Den Studenten eine andere Herangehensweise beizu-


bringen, geht am besten, indem man ein Unternehmen aufbaut, sagte sich Günter Faltin seinerzeit – und ent- wickelte deshalb die Teekampagne als anschauliches Beispiel für eine andere Art des Wirtschaftens. „Aber ist dazu nicht ein Patent als Ausgangsbasis notwendig, viel Kapital und vor allem solides betriebswirtschaftliches Handwerkszeug, wie es die herrschende Lehre fordert?“, fragt er mögliche Firmengründer. „Nein“, lautet die eindeutige Antwort. Aber das Kon-


zept der Teekampagne entwickelte sich auch nicht über Nacht. Nach jahrelangem Hin und Her umging Faltin den gesamten Zwischenhandel. Er beschränkte sich auf eine einzige Teesorte, damit die Einkaufsmenge groß ge- nug ist, um direkt beim Erzeuger in Indien ordern zu können, und verkaufte den Tee nur in Großpackungen. Und weil der Einkaufspreis im konventionellen Handel so niedrig ist und daher nur eine untergeordnete Rolle spielt, konnte er den besten Tee der Welt kaufen. Der wächst – da ist sich die Fachwelt einig – an den Südhän- gen des Himalaja und trägt den Namen des Distrikts: Darjeeling. Da Verpackungen und Zwischenhandel als Preistreiber ausgeschaltet wurden, kann der Tee zu ei- nem unschlagbar günstigen Preis angeboten werden, wobei 50 Prozent des Erlöses an die Erzeuger in Indien gehen. Ganz im Sinne des Fairtrade-Gedankens. Heute ist die Teekampagne mit einem Anteil von


wir eine intelligente Verbindung von Ökologie und Ökonomie sehen.“ Kreatives Wirtschaften fördert der Hochschullehrer, seit er 1977 einen Ruf an die Freie Universität Berlin erhalten hat.


rund 20 Prozent an der ersten Blattqualität der größte Darjeeling-Importeur der Welt, Marktführer im deut- schen Teeversandhandel – und ein Musterbeispiel für Entrepreneurship. Genauso wie es sich Hochschulleh- rer Faltin vorgestellt hatte. Das englische Wort Entrepreneurship lenkt den Blick auf den kreativen, innovativen Teil einer Unterneh- mensgründung, darauf, dass harte Gedankenarbeit not- wendig ist, will man erfolgreich sein. „Es ist die Qualität der Idee, die den Ausschlag gibt“, ob eine Firma Erfolg hat oder nicht, lehrt Günter Faltin seinen Studenten und allen, die sich selbst überlegen, ein Unternehmen zu gründen, „es kommt erst in zweiter Linie auf die Business Administration an.“ In seinem Buch „Kopf schlägt Kapital“ kann jeder die theoretischen Grund- gedanken in aller Ruhe nachlesen.


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Fotos: Teekampagne (1) | Fotolia (1)


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