MehrWERT: VisionsWald
Ideen pflanzen, Zukunft ernten
Im Norden Costa Ricas wächst der VisionsWald. In diesem Freilandlabor kartieren Studenten jeden einzelnen Baum und Mitarbeiter sammeln Samen seltener Arten.
S
chon der Weg zum VisionsWald ist ein Abenteuer und wirkt wie der Einstieg in eine andere Welt. 30 Kilometer schlängelt sich eine
Schotterstraße bergauf und bergab, wird immer unwegsamer. Knietiefe Schlamm- und Wasserlöcher machen ein normales Vorankommen nahe- zu unmöglich. Und mit jedem weiteren Kilometer taucht mehr Wald auf. Nach der nächsten Kurve könnte ein Großer Soldaten-Ara auf einem Almendro – dem Baum des Lebens – sitzen oder ein Brüllaffe über den Weg laufen, so tief taucht man in die Natur Costa Ricas ein. Der VisionsWald, der offiziell Finca Tierras Buenas heißt, schließt mit sei- nen 620 Hektar nahtlos an diese Landschaft an. „Mit ihm wollen wir dazu beitragen, den Wald mit seinen Arten zu schützen“, sagt Leo Pröstler, der die Finca zusammen mit seinem Sohn Stefan erworben hat. „Er ist aber auch ein Versuchsfeld dafür, wie wir mit dem Wald anders wirtschaften können.“ 14 Menschen leben derzeit auf der Finca. Sie sammeln die Samen sel-
tener Bäume, um damit die 100 Hektar brachliegendes Weideland und alte Kokosplantagen naturnah wieder aufzuforsten. Dazwischen betrei- ben sie Waldfeldbau. „Da testen wir, was unter welchen Bäumen am besten wächst“, erklärt Stefan Pröstler. Studenten mehrerer Fakultäten begleiten die Versuche im Freilandlabor. Sie kartieren jeden einzelnen Baum und versuchen, die Erträge und das Wachstum der Bäume mit wissenschaftlichen Maßstäben zu erfassen. „Die Ergebnisse können wir dann nahezu eins zu eins auf unsere BaumInvest-Fincas übertragen.“ Damit die Menschen sich wohl fühlen, haben die Pröstlers familienge-
rechte Häuser mit Toiletten und Duschen und ein Gemeinschaftsgebäude bauen lassen, in dem sich morgens, mittags und abends alle treffen, um zusammen zu essen. Köchin Aleida wurde eigens dafür eingestellt. In ein paar Jahren soll es einen Laden, eine Kneipe und auch eine Schule geben. Aleida erwartet gerade das erste Kind der Siedlung. „Wir wollen hier ein ganz normales Dorf aufbauen“, sagt Leo Pröstler. „Und dabei heraus- finden, wie man am besten mit und vom Regenwald leben kann.“ Finanziell steht der VisionsWald auf zwei Säulen: Jeder Hektar Auf-
forstungsfläche bindet in den nächsten 50 Jahren 400 zertifizierte Tonnen CO2
. 40000 Tonnen, die so der Atmosphäre entzogen werden,
können von VisionsWald-Partnern gekauft und zur Kompensation eige- ner Emissionen genutzt werden. Globetrotter etwa versendet seine Pakete damit in den nächsten Jahren CO2
-neutral. Darüber hinaus bauen die
Mitarbeiter Ingwer, Ananas, Maniok, Bohnen und Tomaten an. Für den Eigenbedarf, lokale Märkte und sogar – wie das Beispiel Ingwer zeigt – für das ferne Deutschland.
Im VisionsWald wird unter anderem getestet, welche Früchte sich unter dem Regenwalddach am besten anbauen lassen.
Mehr Infos unter
www.visionswald.de 44
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