cenverbrauch drastisch verringert wird. Allerdings ist China trotz aller Fortschritte im eigenen Land in Sachen Klimaschutz international zu keinerlei verbindlichen Zusagen bereit, solange die USA nicht mitmachen. Deutschland wiederum steht mit seiner „Energiewende“
im Fokus der Weltöffentlichkeit. „Es werden Arbeitsplätze geschaffen und eine Wertschöpfung in vielen wichtigen Wirtschaftssegmenten erzielt“, sagt Claudia Kempfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung. „In keinen anderen Bereich werden in den kommenden Jahrzehnten mehr Investitionen fließen als in die nach- haltigen Energie- und Mobilitätsmärkte. Die effizientere Nutzung von Energie wirkt zum einen kostensenkend, zum anderen bringt sie aber auch einen enormen Wett- bewerbsvorteil.“ Die Entwicklungsorganisation Oxfam berichtet, dass
mehrere kleine und weit weniger entwickelte Staaten vormachen, wie sie zu einer kohlenstoffneutralen Ge- sellschaft werden: Costa Rica, die Malediven, Samoa und Äthiopien.
2020 komplett „kohlenstoffneutral“ sein, Costa
Aus der Luft gegriffen: Bäume saugen CO2 und machen daraus Holz und Sauerstoff.
auf
Profitinteressen vor den Schutz der Umwelt und vor die Interessen künftiger Generationen gestellt.“ Ende November 2012 fand die nächste große Klima-
kon ferenz in Doha, im Wüstenstaat Katar, statt. „Wir wissen, dass sich das Zeitfenster schließt, das wir noch zur Verfügung haben“, so Christoph Bals, der in den ver- gangenen 20 Jahren bei allen großen Klimakonferenzen dabei war. „Aber je länger wir mit engagierten Maßnah- men warten, desto schlimmer werden die Folgen.“ Es gilt, die große Lücke zu schließen zwischen dem, wozu sich die Staatengemeinschaft bislang verpflichtet hat, und dem, was notwendig ist (s. Kasten S. 42). Helfen kön- nen dabei Entwicklungen in verschiedenen Ländern: China hat die USA bereits 2010 als größten Erzeuger
von Windkraft überholt. Bis zum Jahr 2020 sollen die Kapazitäten aus Windkraft, Photovoltaik und Biomasse von derzeit rund 50 auf 200 Gigawatt vervierfacht wer- den. Das entspricht der Leistung von mehr als hundert Kernkraftwerken. Darüber hinaus hat die derzeitige Regierung riesige Zonen im industrialisierten Osten zu sogenannten Low-Carbon-Regionen erklärt – zu Regionen, die mit immer weniger Öl, Kohle und Gas auskommen sollen. Die 5-Millionen-Stadt Wuxi in der Nähe von Shanghai wurde als Pilotstadt ausgewählt, in der gezeigt werden soll, wie die Wirtschaft weiter wachsen kann, auch wenn der Energie- und Ressour-
Neuer Negativrekord: Im September 2012 war nur noch knapp die Hälfte des arktischen Meereseises übrig.
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Die Malediven wollen bis zum Jahr
Karte: National Snow and Ice Data Center | Illustration: Anne Voigt
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