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MehrWERT: Leo + Stefan Pröstler


Der Ideenfinder


Studiert hat Leo Pröstler Ingenieurwesen. Doch im Beruf war er sein Leben lang ein Tausendsassa:


Verkäufer von Stahlwerken, Leiter des Öko-Instituts und Gründer des Umweltversands Waschbär. Richtig glücklich macht ihn sein jüngstes Projekt: In Costa Rica lässt er seit fünf Jahren Wälder aufforsten. TEXT: ALEXANDER SIEGEL


Drohende Wolkenmassen bauen sich am Himmel auf, jede Minute kann ein Gewittersturm los- brechen, doch Leo Pröstler geht unbeirrt weiter. Er will seinen Besucher zum schönsten Teil des VisionsWaldes führen: dem Wasserfall mit dem kleinen See, der wie eine Perle im costa-ricanischen Regenwald liegt. Auf dem Weg dorthin kann der 65-Jährige vieles


zeigen, was ihm wichtig ist: Die alte Kokosplantage, die wieder aufgeforstet wird; den Almendro, den Baum des Lebens, dessen Früchte 50 Tierarten ernähren; die


Ingwer-Kulturen; und nicht zuletzt die Kapuzineraffen, die vor unseren Augen von Ast zu Ast hangeln. Schnell, präzise und überzeugend kommen die Erläuterungen des VisionsWald-Besitzers mit dem ergrauten Schnurr- bart und lassen keinen Zweifel: Hier ist einer, der genau weiß, was er will und was er macht. Seine energische Stimme unterstreicht zudem die Glaubwürdigkeit des- sen, was er zu Artenvielfalt, Aufforstung, sozialer Ge- rechtigkeit und einem Wirtschaftssystem erzählt, in dem Mehrwert entsteht.


Der Fragensteller


Als Veranstaltungstechniker musste Stefan Pröstler immer improvisieren. Dieses Talent hat ihm geholfen, als er zu BaumInvest nach Costa Rica kam. Dort hat der Laie in Sachen Wald eine kleine Revolution in


der Forstwirtschaft angezettelt - mit viel Engagement und Fragen, Fragen und nochmals Fragen. TEXT: ALEXANDER SIEGEL


Wenn Stefan Pröstler Zeit zum Erklären hat, ist er in seinem Element. Wie die Böden in Costa Rica verbessert werden können, welche Konzepte zur Auf- forstung taugen und welche nicht, dass es um mehr gehe, als nur um Bäume und Klimaschutz, sondern um ein grundsätzlich anderes Wirtschaften und so weiter und so fort – fünf Stunden verlangt der Mann höchste Aufmerksamkeit. Bis sein Besucher schließlich vor lau- ter Bäumen den Wald nicht mehr sieht. Am anderen Tag geht es zur ersten Finca, um die theo- retische Abhandlung mit Leben zu füllen. Die Fahrt im


weißen Pick-up führt zunächst bequem über die Land- straße, vorbei an Rinderweiden und kleinen Siedlungen. Dann geht es in die Wildnis. Holprige Schotterstraßen wechseln mit glitschig-roten Schlammpisten – wir sind in der Regenzeit – und führen immer tiefer hinein ins bergige Hinterland. „Das gehört zum Alltag“, sagt Stefan Pröstler. Dreimal pro Woche meistert er solche Strecken und legt dabei fast 50000 Kilometer im Jahr auf der Fahrt zu den Projekten zurück. Schließlich sind wir am Ziel. Und schon stehen wir unter einer Reihe großer, schnell wachsender Almen-


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Fotos : BaumInvest (4)


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