This page contains a Flash digital edition of a book.
MehrWERT: Wirtschaftsmodell


Artenvielfalt auf allen Fincas: 1/Faultier, 2/Parrot Schlange, 3/Tukan und 4/ein Grüner Basilisk.


Pröstlers das Federvieh tauften, sorgen für weitere Ein- nahmen und abwechslungsreicheres Essen. Außerdem sollen Anfang 2013 die ersten Fischteiche mit Tila- pia besetzt werden, eine als Zuchtfisch weit verbreitete Barschart. „Vor allem die ärmeren Leute in Costa Rica essen morgens, mittags und abends nur Reis und Boh- nen“, weiß Nelson Baez Quesada aus eigener Erfahrung, denn die Lebensmittel sind teuer. Fast so teuer wie bei uns in Deutschland. Ein Kilo Schweinefleisch kostet im Laden umgerechnet vier bis fünf Euro, ein Hühnchen die Hälfte. Puro Verde bietet Fleisch, Eier und Gemüse ein Drittel billiger an und garantiert zudem, auf Wachs- tumshormone, Antibiotika und Pestizide zu verzichten. Sogar der Mist der Schweine kommt auf der Finca


noch zu Ehren. Er wird in einer kleinen Anlage zu Biogas vergoren und in einem Herd genutzt. Was dann noch übrig bleibt, verbessert den Waldboden. Neben Biogas wird mittlerweile auch die Kraft des Wassers genutzt. Auf der Zierpflanzenfinca Cuna ist seit wenigen Monaten ein kleines Wasserkraftwerk in Betrieb. Es ersetzt den Dieselgenerator, der bislang angeworfen werden musste, wenn die Menschen Strom brauchten, zum Beispiel, um Handys aufzuladen oder abends Licht zu haben. „Biogas und Wasserkraft sind die ersten Schritte zu


einer Land- und Forstwirtschaft ohne Öl“, so Leo Pröstler, „das ist eine weitere Vision, die wir verwirklichen wol- len.“ Schon heute sind die direkten CO2


-Emissionen auf


den Fincas gering: Strom sparen ist überall oberstes Ge- bot, Energiesparlampen sind eine Selbstverständlichkeit, mit Erdöl hergestellte Kunstdünger werden nur sparsam verwendet, Traktoren nur benützt, wenn gepflanzt oder geerntet wird. Als hauptsächliche CO2


-Quelle bleiben


tragen nicht nur das FSC® sind mittlerweile auch CO2


dem Carbon-Fix-Standard stehen 68700 Tonnen CO2


vor allem das Büro in der Puro Verde Zentrale in Muelle und die Fahrten, die zu den einzelnen Fincas notwen- dig sind. Der Treibstoff dafür lässt sich irgendwann viel- leicht sogar selbst herstellen. Theoretisch könnte sich BaumInvest schon heute -frei nennen. Denn die aufgeforsteten Edelhölzer -Siegel (s. Kasten rechts), sie -zertifiziert (s. S. 40). Nach -


CO2


Zertifikate zur Verfügung. Sie werden an Interessenten verkauft oder von Investoren selbst verwendet, um das eigene Wirtschaften klimafreundlicher zu gestalten. „Wir wollen mehr geben als wir nehmen“, fasst Leo


Pröstler die verschiedenen Aspekte seines Wirkens zu- sammen. „Das haben auch die Investoren verstanden, die bei uns ihr Geld anlegen. Ihnen geht es nicht um


eine schnelle und größtmögliche Rendite, sondern dar- um, dass wir Mehrwert schaffen.“ „Plustainability“ nennt er diese Art des Wirtschaftens,


(s. S. 12) und erklärt auch gleich, was er damit meint: „Wir haben in den vergangenen hundert Jahren auf unserem Planeten viel zerstört, deshalb reicht es nicht, das zu erhalten, was wir heute noch haben. Wir müssen reparieren, was nicht mehr funktioniert. Und der Erde wieder etwas zurückgeben.“


Verantwortungsvolle Waldwirtschaft. Sämtliche Aufforstungen der BaumInvest- Fonds* 1 und 2 sind seit Septem- ber 2012 FSC®


rest Stewardship Council®


-zertifiziert. Der Fo- (FSC)


ist der weltweit anerkannteste


Standard für nachhaltige Forstwirtschaft. Sein Siegel garantiert, dass das Holz aus Wäldern und Plantagen stammt, in denen die Tier- und Pflanzenwelt möglichst wenig beeinträchtigt wird. Darüber hinaus werden die Rechte der im Wald lebenden Menschen respektiert. BaumIn- vest bekennt sich nicht nur zu den FSC-Stan- dards, sondern geht mit seinem Engagement zum Teil weit darüber hinaus. Etwa dadurch, dass größtenteils einheimische Baumarten in Mischbeständen angepflanzt werden.


* Der FSC ist nicht verantwortlich für Aussagen zur Wirtschaftlichkeit und hat diese Aussagen weder geprüft noch anerkannt.


Was das bedeutet, kann an keinem Ort besser gezeigt


werden als im sogenannten VisionsWald (s. S. 44). Die 620 Hektar große Finca besteht zum Teil noch aus intaktem Regenwald plus einer Fläche von 100 Hek- tar, die aufgeforstet wird. Angepflanzt werden gezielt Bäume, die in Costa Rica so selten geworden sind, dass Naturschützer mit der Zunge schnalzen. 14 Menschen leben und arbeiten inzwischen auf dem


Gelände des VisionsWaldes. Sie betreiben Waldfeldbau wie auf den anderen Fincas auch. Dennoch besteht ein großer Unterschied: Zum einen werden die aufgefors- teten Bäume hauptsächlich als CO2


-Speicher genutzt.


Zum anderen ist der VisionsWald eine Art Freiland- labor, in dem unterschiedliche Methoden ausprobiert werden, wie man langfristig in einem Wald leben und wirtschaften kann, ohne sein Ökosystem zu schädi- gen. Was hier entwickelt wird, soll eins zu eins auf ganz Mittelamerika übertragen werden können.


Marcello Faraggis Dokumentarfilm zu BaumInvest. Weitere Infos: www.bauminvest.de


21


Fotos : BaumInvest (4)


Page 1  |  Page 2  |  Page 3  |  Page 4  |  Page 5  |  Page 6  |  Page 7  |  Page 8  |  Page 9  |  Page 10  |  Page 11  |  Page 12  |  Page 13  |  Page 14  |  Page 15  |  Page 16  |  Page 17  |  Page 18  |  Page 19  |  Page 20  |  Page 21  |  Page 22  |  Page 23  |  Page 24  |  Page 25  |  Page 26  |  Page 27  |  Page 28  |  Page 29  |  Page 30  |  Page 31  |  Page 32  |  Page 33  |  Page 34  |  Page 35  |  Page 36  |  Page 37  |  Page 38  |  Page 39  |  Page 40  |  Page 41  |  Page 42  |  Page 43  |  Page 44  |  Page 45  |  Page 46  |  Page 47  |  Page 48  |  Page 49  |  Page 50  |  Page 51  |  Page 52
Produced with Yudu - www.yudu.com