MehrWERT: Klimaschutz
Neuer Schwung fürs Klima
Hoffnungsträger sind einige kleine Staaten, die komplett CO2 -neutral
werden wollen, oder sogar der Riese China, der ganze Industrieregionen mit Millionenstädten zu kohlenstoffarmen Zonen erklärt. Doch von der großen Politik ist - allen Verlautbarungen zum Trotz - wenig zu erwarten. Dort herrscht vor allem Zaudern. TEXT: HORST HAMM
J
uli 2012: Wissenschaftler der amerikanischen Welt- raumbehörde NASA schicken Satellitenbilder um
die Welt, deren Inhalt sie selbst kaum glauben können: 97 Prozent von Grönlands Eispanzer sind angetaut. Das hat es in den vergangenen 150 Jahren nicht gegeben. Normal wären um diese Jahreszeit 40 Prozent. August 2012: Forscher aus Potsdam, Kanada und
Australien kommen gemeinsam zu dem Ergebnis, dass selbst dann die Hälfte aller Korallen sterben wird, wenn es gelingt, den globalen Temperaturanstieg auf 1,5 Grad zu begrenzen. Die Studie führt uns vor Augen, wie nah wir einer Welt ohne Korallenriffe sind. September 2012: Das arktische Meereseis verschwin-
det in Rekordzeit, melden verschiedene Forschergruppen gleichzeitig. Von den 7,7 Millionen Quadratkilometern „ewigen Eises“, die zwischen 1979 und 2005 im Schnitt gemessen wurden, sind nur noch 3,6 Millionen übrig. Diese Momentaufnahmen zeigen, wie kritisch die Si-
tuation ist: Weil die Eismassen viel schneller schmelzen als bislang gedacht, steigt auch der Meeresspiegel rasan-
CO2 -Zertifizierung bei BaumInvest
390500 Bäume wurden für BaumInvest 1 auf den Fincas San Rafael und La Virgen gepflanzt (Aufforstungsfläche: 492 ha). Sie binden rund 11 Tonnen CO2
pro ha und Jahr aus der Atmosphäre
und speichern den Kohlenstoff. Diese Leistung wurde vom TÜV Süd nach dem CarbonFix Stan- dard geprüft. Nach Abzug eines Sicherheits- puffers stehen 68700 Tonnen zur CO2
-Kom-
pensation zur Verfügung. Die Zertifizierungen von BaumInvest 2 und VisionsWald folgen. BaumInvest ist weltweit das zweite Auf- forstungsprojekt, das nach dem CarbonFix Standard zertifiziert wurde, und auf dem bes- ten Weg, den „Gold Standard“ zu erlangen, den strengsten Standard in Sachen CO2
.
ter an, als der Klimarat der Vereinten Nationen (IPCC) in seinen düstersten Szenarien angenommen hatte. „Selbst wenn die globale Erwärmung auf zwei Grad Cel- sius begrenzt wird, könnte der Meeresspiegel bis 2300 um 1,5 bis vier Meter höher liegen als heute“, meldet das Potsdam Institut für Klimafolgenforschung (PIK). Stei- gen die Temperaturen um drei Grad, so ist mit zwei bis fünf Metern zu rechnen. „Die Situation hat sich dramatisch zugespitzt“, warnt Christoph Bals, Geschäftsführer der Klimaschutzorga-
Bei einem Anstieg des Meeresspiegels um einen Meter müsste New York
nicht nur einmal pro
Jahrhundert mit einer schweren Überflutung rechnen, sondern alle drei Jahre
nisation Germanwatch. „Wir müssen mit weitreichen- den Folgen rechnen, auch wenn wir das Zwei-Grad-Ziel einhalten.“ Gelingt das nicht, wird der Klimawandel unbeherrschbar. „Bei einem Anstieg des Meeresspiegels um einen Me-
ter müsste zum Beispiel New York City nicht nur ein- mal pro Jahrhundert mit einer schweren Überflutung rechnen, sondern alle drei Jahre“, sagt Meeresforscher Stefan Rahmstorf vom PIK. Und vergleichbar erginge es den meisten tief liegenden Küstenstädten der Welt. Wie reagiert nun die Weltgemeinschaft auf diese
Erkenntnisse? Was machen die Politiker, die den Weg in eine sichere Zukunft ebnen sollen? Im November
2011
trafen sich 20000 Delegierte zur Weltklimakonfe- renz im südafrikanischen Durban. Beobachter waren sich einig: Die weltweite Kehrtwende zur Beschrän- kung der Erderwärmung wurde nicht eingeleitet. Über 40000 Teilnehmer kamen ein gutes halbes Jahr
später zur großen Umweltkonferenz in Rio de Janeiro. „Rio ist gescheitert“, sagte Professor Hubert Weiger, der als Vorsitzender des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland bei der Konferenz dabei war. „Hier wurden
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