else
DREIZEHN JAHRE VERÄNDE- RUNG
Langlebigkeit ist im Berliner Na- chtleben zunehmend schwieri- ger geworden. Steigende Kosten, Stadtentwicklung, ein veränder- ter Tourismus und große Infras- trukturprojekte setzen kulturelle Räume weiterhin unter Druck.
ELSE hat überdauert, indem Veränderung nicht als Ausna- hme, sondern als Teil der Arbeit verstanden wurde.
„Das Besondere an der Berliner Clubszene ist, dass sie schon immer große Veränderungen er- lebt und sich dennoch immer an- gepasst hat“, sagt das Team. „Es gibt ständig eine neue Heraus- forderung, einen neuen Trend, Schließungen und Neueröffnun- gen.“
Berlin feiert heute nicht mehr genauso wie 2013. Das Publikum hat sich verändert. Musikalis- che Zyklen bewegen sich anders und schneller. Die Erwartungen an Sicherheit, Repräsentation, Sound und Programmgestaltung haben sich weiterentwickelt. Eine jüngere Generation betritt nicht nur die Tanzflächen, son- dern auch die Institutionen, die diese Kultur tragen.
ELSE steht nicht außerhalb die- ses Übergangs.
„Nach 13 Jahren Betrieb sind auch wir Teil dieser Veränderung. Eine neue Generation rückt nach, sowohl in unserem Team als auch in der Community insgesamt.“
Für das Team kann Anpassung nicht einfach bedeuten, dem hinterherzulaufen, was gerade Räume füllt.
„Es ist wichtig, Teil der Verände- rung zu sein und nicht nur darauf zu reagieren.“
Diese Haltung wird zunehmend im Programm sichtbar.
Für die Saison 2026 arbeiten die Booker Timm Mühlenberg und Jan Hollstein mit einem Gleich- gewicht
zwischen internatio-
nalen Artists, Berliner DJs, eta- blierten Namen und kleineren Communities, die ihre eigenen Szenen und Publika entwickeln.
Mühlenberg, gebürtiger Berliner, versteht die Widerstandsfähi- gkeit der Stadt gegenüber un- mittelbar übernommenen inter- nationalen Trends als Teil ihrer kulturellen Stärke.
„Wir müssen dem lokalen Ges- chmack der Stadt treu bleiben, aber unsere Verantwortung en- det nicht an der Stadtgrenze“, sagt er. „Wir wollen auch Einflüs- se von außen einbringen und in- ternationale Artists, Brands und neue musikalische Stile mit der lokalen Szene verbinden.“
Projekte wie PULS und des- sen BERLIN
COMMON
GROUND-Konzept führen die- sen Gedanken über klassisches Booking hinaus. Kleinere Kolle- ktive erhalten die Möglichkeit, Veranstaltungen
mithilfe
Diese Absicht war bereits vor Beginn des Wochenendes klar.
„Für uns geht es nicht nur um Headliner“, sagte das Team. „Es geht darum, die ELSE-Erfahrung zu zeigen: einen Tag voller Spaß in der Sonne, Tanzen unter freiem Himmel, einen Cocktail gegen die Hitze, nachts nach drinnen verschwinden und wieder in den Garten zurückkehren, sobald die Sonne aufgeht.“
der
Plattform und Infrastruktur von ELSE zu kuratieren. Sichtbar- keit, die über 13 Jahre aufgebaut wurde, wird damit zu etwas, das weitergegeben werden kann, statt ausschließlich geschützt zu werden.
VIERZIG STUNDEN, KEIN SAU- BERES ENDE
Zu seinem 13. Geburtstag blieb ELSE 40 Stunden lang geöffnet, von Samstag, dem 8. August, bis Montag, dem 10. August.
Das Programm bewegte sich durch verschiedene Generatio- nen und Szenen. Angel D’lite, COZi, Dee Diggs b2b Stella Zekri, DJ TOOL, Nightmares on Wax, Thabo und Young Marco über- nahmen den Samstag, bevor am Sonntag ALI3N, Blue Hour, Cecilia Tosh, Kameliia, Len Faki, Matrixxman, nthng, Stephanie Sykes und Vincent Neumann folgten. Der Night Garden ents- tand gemeinsam mit AOS, Co- conut Concepts und PULS und verlängerte das Outdoor-Pro- gramm bis in Stunden, in denen die meisten Open-Air-Flächen längst verstummt wären.
Wichtiger als die Größe war die Struktur. Statt das Wochenende um einen einzelnen Peak-Mo- ment herum zu konstruieren, dehnte der Geburtstag den gewöhnlichen ELSE-Zyklus über zwei Tage und Nächte aus. Gar- ten, Indoor-Floor und die Räume dazwischen wurden Teil dersel- ben kontinuierlichen Bewegung.
Über 40 Stunden wurde genau dieser Rhythmus zum eigentli- chen Kern. Menschen kamen bei Tageslicht, verschwanden nach Einbruch der Dunkelheit auf dem Indoor-Floor und kehrten am Morgen nach draußen zurück. Andere blieben einige Stunden, gingen und kamen später wieder. Es gab keinen einzelnen Moment, um den herum der gesamte Ge- burtstag gebaut worden war.
In diesem Sinne versuchte das Jubiläum nicht, ELSE größer er- scheinen zu lassen, als es ohne- hin ist. Es verlängerte lediglich jene Bedingungen, die den Club seit 13 Sommern prägen: Tages- licht, das in Dunkelheit übergeht, ein Publikum, das sich mit jeder Stunde verändert, und ein Gar- ten, der wartet, wenn die Sonne zurückkehrt.
DIE MOMENTE, DIE BLEIBEN
Die Geschichte eines Clubs wird selten durch Ticketzahlen oder
Jahresberichte bewahrt.
Sie überlebt in kleineren Frag- menten: eine Platte, die genau im richtigen Moment kommt, Applaus nach einem Set, ver- traute Gesichter, die ein Jahr später auf dieselbe Tanzfläche zurückkehren.
„Die persönlichen Momente, die wir erleben, sind immer die be- sondersten“, sagt das Team. „Tausende Menschen tanzen und sich frei fühlen zu sehen, die Reaktionen, wenn ein Track etwas
in ihnen
auslöst, der
Applaus nach einem großartigen Set, Menschen, die neue Freun- de finden, neue Partys und DJs entdecken. Es ist der Beitrag zur Kultur, der bleibt.“
061
Page 1 |
Page 2 |
Page 3 |
Page 4 |
Page 5 |
Page 6 |
Page 7 |
Page 8 |
Page 9 |
Page 10 |
Page 11 |
Page 12 |
Page 13 |
Page 14 |
Page 15 |
Page 16 |
Page 17 |
Page 18 |
Page 19 |
Page 20 |
Page 21 |
Page 22 |
Page 23 |
Page 24 |
Page 25 |
Page 26 |
Page 27 |
Page 28 |
Page 29 |
Page 30 |
Page 31 |
Page 32 |
Page 33 |
Page 34 |
Page 35 |
Page 36 |
Page 37 |
Page 38 |
Page 39 |
Page 40 |
Page 41 |
Page 42 |
Page 43 |
Page 44 |
Page 45 |
Page 46 |
Page 47 |
Page 48 |
Page 49 |
Page 50 |
Page 51 |
Page 52 |
Page 53 |
Page 54 |
Page 55 |
Page 56 |
Page 57 |
Page 58 |
Page 59 |
Page 60 |
Page 61 |
Page 62