mixmag germany
„Ich langweile mich, wenn Musik oder Sets keine Kontraste haben. Es wirkt charakterlos und zu sehr so, als hätte ein Roboter es gemacht. Ich liebe es, wenn Musik oder ein Set mehr kann, als Menschen nur zum Bewegen zu bringen. Ich möchte überrascht, verwirrt und vielleicht sogar provoziert werden.“
Diese Gaming-Referenzen sind jedoch eher Details als Ursprung des Konzepts.
„Diese Gaming-Samples, genau- so wie die einprägsamen Spra- chaufnahmen meiner Freunde im Intro, sind eher kleine persönliche Gimmicks als konkrete Einflüsse auf dieses Projekt. Es waren vor allem meine eigene Vorstellungs- kraft und meine Erfahrungen, die die Idee und Atmosphäre des Al- bums geformt haben.“
Diese Vorstellungskraft bewegt sich inzwischen über Sound hin- aus. Zusammen mit dem Album erscheint ein physisches Mär- chenbuch, das Hans Blooms Abs- tieg in etwas verwandelt, das man halten, lesen und sehen kann.
„Ein Märchen ohne physisches Buch zu veröffentlichen, fühlt sich für mich einfach unvollständig an. Ich habe so viel Zeit und Arbeit darin investiert, diese Geschichte wirklich funktionieren zu lassen, dass ich sie genauso veröffentli- chen möchte, wie ich es ursprün- glich vorhatte.“
Das Objekt bringt einen letzten Widerspruch mit sich. Während sich die Geschichte durch dysto- pisches Terrain bewegt, bedient sich das Buch der Sprache von etwas deutlich Unschuldigerem, mit eigens angefertigten Illustra-
tionen des Amsterdamer Tattoo Artists @mvttys.
„Während die Geschichte selbst dunkel und dystopisch ist,
liest
sich das Buch eher wie eine fröhli- che Dr.-Seuss-Geschichte. Ich liebe es außerdem, eine physische Ebene zu haben, die das Audio ergänzt, weil dadurch verändert wird, wie Menschen mit der Ges- chichte interagieren. Ein Buch in der Hand zu halten, den Text zu lesen, die Illustrationen zu sehen, das schafft eine vollkommen an- dere Beziehung zu dem Projekt, als wenn man es nur hören würde.“
Dieser Anspruch auf anhaltende Aufmerksamkeit stellt Me, You, Delulu zwangsläufig gegen eine Kultur, die zunehmend in Frag- menten organisiert ist. Dissol- ver hat wenig Interesse daran, seine Frustration über ein Un- derground-Ökosystem zu vers- tecken, das durch Algorithmen, Sichtbarkeit und die ökonomis- chen Interessen dahinter verän- dert wurde.
„Ich lehne die aktuelle digitale Industrie und ihre falschen Werte entschieden ab. Instagram und TikTok haben die Underground-Te- chno-Szene in eine komplett kapitalistische Brutstät- te verwandelt. Es gibt so viele unglaublich talentierte leidenschaftliche Artists
und und
Produzent:innen, denen der Algo- rithmus egal ist und die niemals dieselben Möglichkeiten bekom- men würden, weil sich heutzutage alles um Social Media und Geld dreht.“
Me, You, Delulu bietet Lösung für dieses System.
auszurichten. Ein seltsames Album. Eine fiktive Figur. Ein physisches Märchen.
Und eine Sammlung von Tracks, die auf produktive Weise daran gescheitert sind, das zu werden, wofür sie ursprünglich gedacht waren.
Für Dissolver liegt genau darin der Punkt.
„Alles, was ich mir von diesem unkonventionellen Projekt erhoffe, ist, dass ich vielleicht einige Menschen dazu inspirieren kann, dasselbe zu tun. Sich nicht länger Genres und dem Algorithmus anzupassen.
Außenseiter zu sein, ohne zu versuchen hineinzupassen. Lass deiner Kreativität freien Lauf und drück dich auf eine Weise aus, die nur du kannst.“
keine
Es weigert sich lediglich, sich nach dessen
Anforderungen
Einfach der
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