giolì & assia
Auch die Art, wie diese Perfor- mances ihr Publikum erreichen, hat sich gemeinsam mit der Kul- tur um sie herum verändert. Dan- ce Music zirkuliert heute durch Feeds, die auf Geschwindigkeit, kurze Videos und unmittelbare Wiedererkennbarkeit ausgerich- tet sind, während Giolì & Assia weiterhin mit längeren Perfor- mances und einer ausgedehnte- ren musikalischen Entwicklung arbeiten.
„Genau deshalb besteht unse- re Herausforderung immer darin, über Storytelling die Herzen der Menschen zu erreichen, anstatt ihre Aufmerksamkeit mit verrüc- kten Clickbait-Ideen einzufan- gen. Bei unseren letzten drei Die- sis Live Sessions haben wir zum Beispiel jeweils 40 Minuten un- veröffentlichte Musik produziert. Die Leute wissen also nicht, was als Nächstes kommt, und sind dadurch eher daran interessiert, das ganze Video zu hören, weil sie dort ausschließlich neue Mu- sik entdecken.“
Diese Offenheit gegenüber län- geren Formen zeigt sich auch in ihrer Musik. Elektronische Pro- duktion trifft auf Live-Instru- mente, Vocals und Einflüsse, die nicht immer derselben musikalis- chen Kategorie angehören. Statt diese Elemente auf eine einzel- ne Szene oder ein bestimmtes Genre zu reduzieren, sehen Giolì & Assia gerade die Freiheit, sie miteinander zu kombinieren, als grundlegenden Teil ihres kreati- ven Prozesses.
„Wir empfinden das als befreiend. Nur indem wir Musikgenres, Ins- trumente, unterschiedliche Wur- zeln und Sounds miteinander verbinden, haben wir das Gefühl, wirklich originelle Ideen erscha- ffen und vermitteln zu können, anstatt immer bei einem Genre zu bleiben, das exakten Regeln folgen muss.“
Diese Freiheit zu bewahren be- deutet gleichzeitig, Verantwor- tung für die Entscheidungen rund um das Projekt zu über- nehmen. Giolì & Assia arbeiten nicht nur als Musikerinnen und Performerinnen, sondern auch als Produzentinnen und Creative Directors. Dadurch liegen künst-
lerische Entscheidungen und die gesamte Identität des Projekts innerhalb derselben Verantwor- tung. Die jahrelange Arbeit auf diese Weise hat zu einem klaren Prinzip geführt, wenn es darum geht, ihre Unabhängigkeit zu schützen.
„Lass niemals jemand anderen für dich entscheiden oder deine Ideen und Entscheidungen bee- influssen. Vertrau immer auf dein Bauchgefühl, deine Intuition und deine Kreativität.“
Im Zentrum all dieser Entschei- dungen steht weiterhin eine Partnerschaft, die sich über Jahre gemeinsamer
Performances
entwickelt hat. Durch die Wie- derholung ist eine eigene musi- kalische Kurzsprache zwischen ihnen entstanden, besonders auf der Bühne, wo Instrumente, Se- lections und Übergänge verlan- gen, dass beide in Echtzeit lesen können, was die andere gerade tut. Diese Vertrautheit bedeutet jedoch nicht, dass sie sich nicht immer noch gegenseitig überras- chen können.
„Wir haben unsere eigene Spra- che und Chemie entwickelt, die auf der Bühne unvergleichbar ist. Es ist fast so, als wären wir eine Person mit vier Händen. Trotzdem überraschen wir uns auch gegen- seitig, vielleicht mit einer neuen Track Selection oder einer coolen Transition. Wir könnten uns nie- mals vorstellen, allein auf einer Bühne zu stehen. Das ist etwas, das geteilt werden soll.“
Für jemanden, der Giolì & Assia 2026 zum ersten Mal entdeckt, gibt es viele mögliche Einstiegs- punkte in ihre Welt. Ihre eigene Wahl führt die Geschichte jedoch zurück nach Sizilien. Ihre Perfor- mance im Politeama Theater in Palermo fand am Ende der Resu- rrection-Albumtour statt, Jahre nachdem sie begonnen hatten, Performances an verschiedenen Orten ihrer Heimatinsel zu filmen und zu veröffentlichen. Die Um- gebung war vertraut, doch dies- mal spielten sie nicht mehr ohne Publikum.
„Wahrscheinlich unser Live-Auf- tritt im Politeama Theater
in
Palermo. Wir lieben diesen Ort, nicht nur wegen seiner historis- chen und architektonischen Be- sonderheiten, sondern auch, weil er in unserer Heimatstadt liegt. Wir haben unsere Reise damit begonnen, Videos an wunders- chönen Orten in Sizilien zu dre- hen, damals noch ohne Publikum. Die Politeama-Performance war dagegen die letzte Show un- serer
Resurrection-Albumtour,
diesmal endlich mit einer Crowd. Und zwar einer ganz besonderen, bestehend aus Fans, Familie und Freund:innen. Es war unsere Art, unserer Heimat Danke zu sagen und gemeinsam alles zu feiern, was wir erreicht hatten.“
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