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ELSE BERLIN IM VOLLEN SONNENLICHT
Ein saisonaler Club auf einem verlassenen Gelände am Spreeufer prägt seit 13 Jahren neu, was Berliner Clubkultur sein kann. Nach seiner 40-stündigen Geburtstagsfeier blickt die ELSE zurück auf ihre Entwicklung und zugleich nach vorn auf das nächste Kapitel.
Seit 13 Jahren steht ELSE für eine Seite des Berliner Clublebens, die sich der üblichen Dunkelheit entzieht. Aus Schiffscontainern auf einer brachliegenden Fläche an der Spree entstanden, hat der saisonale Club dem Druck durch Stadtentwicklung, einem sich wandelnden Publikum und den harten wirtschaftlichen Bedingungen des Nachtlebens standgehalten, ohne dabei jene Ungezwungenheit zu verlieren, die ihn von Anfang an geprägt hat. Die jüngste 40-stündige Geburtstagsfeier markierte einen weiteren Sommer in einer Geschichte, von der niemand wusste, wie lange sie dauern würde, und deutete zugleich an, wohin sie sich als Nächstes bewegen könnte.
Das Berliner Nachtleben wird meist über die Dunkelheit beschrieben. Betonflure, Rauch über der Tanzfläche, Stahl und Schweiß, Tageslicht bewusst aus der Gleichung gestrichen. Dieses Bild wurde so oft reproduziert, dass es international längst zu einer Chiffre für die Stadt geworden ist.
ELSE steht außerhalb dieses Bildes.
Zwischen Treptower Park, Elsenbrücke und Bahntrasse liegt die ELSE direkt an der Spree, begleitet vom Rhythmus vorbeifahrender Züge. Bäume rahmen die Open-Air-Tanzfläche, die ersten Gäste kommen mit Sonnenbrillen. An normalen Wochenenden beginnt die Nacht draußen und setzt sich nach Einbruch der Dunkelheit im Club fort, bevor sie am Morgen endet. Nur zu besonderen Anlässen wird daraus ein durchgehender Zyklus, der am nächsten Tag wieder zurück in den Garten führt.
Es fühlt sich weniger wie eine Flucht aus Berlin an als wie eine verdichtete Version der Stadt: Infrastruktur, Wasser, Lärm, Bewegung und Menschen, die sich ein Stück Land aneignen, mit dem Berlin lange nichts anzufangen wusste.
ELSE war nie als Monument gedacht.
„Als ELSE begann, gab es weder ein konkretes langfristiges Ziel noch einen Plan“, sagt das Team. „Ganz in Berliner Manier haben wir den Ort mit den besten Absichten eröffnet und mit dem Traum, herauszufinden, was wir aus dem machen können, was wir hatten.“
Dreizehn Jahre später besteht dieses Experiment noch immer.
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AUTOR: SERGIO NIÑO FOTOGRAFIE: DAVE CONSTANTINI
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