THAM
Bezahlbarkeit beeinflusst die Atmosphäre eines Clubs unmit- telbar.
Wenn der Eintritt erschwinglich ist, kann sich eine Nacht frei en- tfalten, ohne dass Besucher das Gefühl haben, jeden Euro recht- fertigen zu müssen. Steigen die Kosten hingegen immer wei- ter, verändern sich automatisch auch die Erwartungen. Aus ge- meinschaftlicher Erfahrung wird zunehmend ein Konsumprodukt.
Für THAM kann Techno seine gesellschaftliche Relevanz nur behalten, wenn Teilhabe für mö- glichst viele Menschen möglich bleibt.
Andernfalls droht die Kultur zu einem sorgfältig kuratierten An- gebot für eine immer Zielgruppe zu werden.
kleinere
Die Beziehung zum Raum bewahren
Wenn THAM über die Zukunft spricht, vermeidet er bewusst den Eindruck, irgendwann „ange- kommen“ zu sein.
Natürlich freut er sich darauf, neue Länder zu bereisen, größe- re Clubs zu spielen und vor mehr
Menschen aufzulegen. Wachsen- de Sichtbarkeit steht für ihn ni- cht im Widerspruch zu künstle- rischer Integrität.
Entscheidend ist jedoch, dass das Fundament erhalten bleibt.
Die Beziehung zum Raum muss immer an erster Stelle stehen.
Er möchte weiterhin für die
Menschen spielen, die tatsä- chlich vor ihm stehen – nicht für einen Algorithmus oder ein spä- teres Instagram-Video.
Er möchte Grooves atmen lassen, wenn der Raum es zulässt.
Er möchte Risiken eingehen, auch wenn deren Wirkung Zeit braucht.
Er möchte Entscheidungen tre- ffen, die vielleicht keinen viralen Clip hervorbringen, dafür aber ei- nen echten Moment schaffen.
Das Ziel ist nicht, zu einer perfek- ten Marke zu werden.
Das Ziel ist, den Raum weiterhin zusammenzuhalten.
„Was unbedingt erhalten blei- ben muss, ist die Beziehung zum Raum. Ich möchte für die Mens- chen vor mir spielen – nicht für die Kamera. Ich möchte einem
Groove Raum geben, wenn die Situation es zulässt, und Risiken eingehen, auch wenn manche Ideen Zeit brauchen, um zu funk- tionieren.
Natürlich darf Sichtbarkeit wa- chsen, das ist großartig. Aber das Fundament muss dasselbe blei- ben: Ehrlichkeit, Mut zum Risiko, Zugänglichkeit und echte Verbin- dung.“
Andreas THAMsen wurde in den Kellern Berlins zu THAM.
Doch die eigentliche Aufgabe ist bis heute dieselbe geblieben: Hinter der DJ-Kanzel zu stehen und die Architektur eines Rau- mes durch Klang zu formen – im Bewusstsein all der wirtschaft- lichen, kulturellen und digitalen Kräfte, die heute auf Clubkultur einwirken, und zugleich fest ve- rankert in dem unmittelbaren Moment, in dem sich Menschen gemeinsam im Dunkeln zur Musik bewegen.
Den Raum zu halten. Nicht als Marke. Sondern als Mensch.
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