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mixmag germany


GESCHICHTEN MIT EHRLICHKEIT ERZÄHLEN


Die emotionale Kraft des Projekts entsteht aus dieser Weigerung, Musik lediglich als Content zu behandeln. Selbst wenn der Sound chaotisch ers- cheint, bleibt stets ein menschlicher Kern erkenn- bar. Die Visuals, die Symbole, die Maske, die außer- gewöhnlichen Orte, die Rituale des Publikums – all das verweist auf etwas, das größer ist als Selbs- tvermarktung. Die Arbeit erschafft eine eigene Welt, und die Menschen kehren zurück, weil sie sich eingeladen fühlen, Teil davon zu werden.


„Ich glaube, die Menschen suchen heute vor allem nach etwas Echtem. Mein Aufstieg fand in einer Zeit statt, in der Musik und Kultur insgesamt un- glaublich schnell geworden sind. Trends tauchen über Nacht auf und verschwinden eine Woche später wieder. Alles konkurriert permanent um Au- fmerksamkeit. Viele Dinge werden geschaffen, um schnell konsumiert zu werden, statt in Erinnerung zu bleiben. Und ich glaube, die Menschen spüren das.


Im Kern geht es bei diesem Projekt darum, die Dinge wieder auf ihren Ursprung zurückzuführen. Menschen daran zu erinnern, warum sie sich urs- prünglich in Musik verliebt haben. Nicht weil etwas im Trend lag, sondern weil es sie berührt hat. Mich hat nie interessiert, einem bestimmten Trend hin- terherzulaufen. Mich begeistert es, etwas zu scha- ffen, das verschiedene Welten miteinander ver- bindet. Unterschiedliche Genres. Unterschiedliche Generationen. Unterschiedliche Kulturen.


Ich glaube, genau deshalb verbinden sich Mens- chen damit. Nicht weil sie nach einem bestimmten Genre suchen, sondern weil sie nach einem Gefühl suchen. Und ich denke, der wichtigste Grund ist, dass die Menschen spüren, dass es eigentlich nicht um mich geht. Das Projekt war immer zuerst Kunst. Selbst bei meinen Shows sieht man mich kaum. Es gibt Bildschirme, Visuals, Symbole, Geschichten, Musik und Tausende Menschen, die gemeinsam eine Erfahrung teilen. Die einzelne Person sollte nie- mals größer sein als das Gefühl.“


Dieses Gefühl lässt sich kaum auf ein Genre re- duzieren. Natte Visstick Musik bewegt sich zwis- chen Hard Techno, Jumpstyle, industrieller Härte, melodischer Spannung, viraler Absurdität und Ra- ve-Nostalgie, ohne sich vollständig einer einzelnen Szene zuzuordnen. Der Sound kann gleichzeitig brutal und verspielt wirken. Er kann für Warehou- se-Raves, Memes, Filmtrailer, Festivalbühnen oder private emotionale Erinnerungen funktionieren. Genau diese Offenheit ist ein zentraler Bestandteil seiner Anziehungskraft.


Der Ansatz lehnt Genres nicht bewusst ab. Viel- mehr behandelt er sie als etwas, das erst nach dem kreativen Impuls entsteht. Die Arbeit beginnt mit Instinkt: einem Geräusch auf der Straße, einer selt-


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