dam swindle
SWINDLE HOUSE MUSIC, GELEBT
House Music ist nie stehen geblieben. Sie ist zwischen Städten, Generationen und Communities gereist, hat ständig neue Ideen aufgenommen und gleichzeitig Spuren ihrer Herkunft bewahrt. Nur wenige Künstler verkörpern diesen fortlau- fenden Dialog so selbstverständlich wie Dam Swindle. Über mehr als 15 gemein- same Jahre haben Lars Dales und Maarten Smeets einen Katalog aufgebaut, der tief in den Fundamenten von House Music verwurzelt ist, ohne sich jemals von ihnen begrenzen zu lassen.
Ihre neue EP Call Me erscheint mit genau diesem Gefühl von Kontinuität. Die Pla- tte bewegt sich mühelos zwischen soulvollen Grooves, reduzierten Rhythmen und warmen analogen Texturen – nicht als nostalgische Rückschau, sondern als nä- chstes Kapitel einer musikalischen Sprache, die sie seit Jahren entwickeln.
Für Maarten ist diese Balance nichts, was sie bewusst kalkulieren.
„Das passiert einfach, wenn wir Musik machen. Über die Jahre haben wir so viel Musik gehört, gespielt, produziert und gesammelt, dass diese Vielfalt an Sounds ganz natürlich für uns entsteht. Es ist auch sehr stark das Ergebnis davon, dass unsere Ideen zusammenkommen und jeder von uns etwas Unterschiedliches ein- bringt.“
Der Prozess, erklärt er, geht weit über das Schreiben einzelner Tracks hinaus.
„Wenn wir Musik für eine EP zusammenstellen, geht es nicht einfach darum, alles zu nehmen, was wir gerade haben, und es darauf zu packen. Es ist eine sorgfältige Auswahl von Songs, von denen wir glauben, dass sie unseren Sound repräsentie- ren und gleichzeitig etwas Einzigartiges zur Platte beitragen – aber auch etwas Einzigartiges in Bezug auf das, wofür unser Katalog steht.“
Dieses Selbstvertrauen zeigt sich in der Zurückhaltung der Platte. Während ein großer Teil der aktuellen Dan- ce-Music weiterhin größeren Drops, dichteren Arrangements und perma- nenter Steigerung hinterherjagt, ents- cheidet sich Call Meimmer wieder für Raum statt Überfluss. Tracks wie I Like It und A House Track müssen sich nicht in den Vordergrund drängen. Stattdes- sen vertrauen sie darauf, dass Groove, Melodie und Rhythmus die Hörer:innen tragen.
Für Lars ist es oft der schwierigste Teil des Musikmachens, zu dieser Einfa- chheit zu gelangen.
„Die Dinge einfach zu halten, ist wahr- scheinlich unsere größte Herausforde- rung. Wie entscheidet man, wann ein
Track genug Elemente hat? Wie groß muss ein Drop sein? Jeder kann Cras- hes und Drum Rolls hinzufügen, aber die Musik für sich sprechen zu lassen und mit nur wenigen Elementen eine bestimmte Energie aufzubauen – ge- nau da wird es interessant. Dann weißt du, dass du einen guten Hook hast.“
„Einem Song Raum zu geben – sei es durch Dynamik oder durch wortwört- lichen Raum, indem man nur wenige Elemente verwendet – ist ziemlich beängstigend, weil es dein Konzept offenlegt. Ein gutes Konzept funk- tioniert. Ein schlechtes Konzept wird vergessen, sobald der nächste Track kommt.“
DAM
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AUTOR SERGIO NIÑO PHOTORAPHY THILO WILCKE, STYLIST HANNA BORRMANN
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