AUTOR SERGIO NIÑO FOTOGRAFIE
DORIAN.PH
mixmag germany
BRIELA VENENO
LERNEN, ERNEUT ANZUFANGEN
Neuanfänge sind selten so romantisch, wie die elektronische Musik sie gerne darstellt. Neue Städte versprechen Möglichkeiten, verlangen aber gleichzeitig Wiederholung. Neue Räume. Neue Begegnungen. Neue Szenen, die noch keinen Grund haben, dir zu vertrauen. Was von außen wie Bewegung aussieht, fühlt sich von innen oft wie ein Wiederaufbau an.
Mit 24 Jahren hat Briela Veneno bereits mehrfach gelernt, neu anzufangen. Nachdem sie sich in Kolumbiens elektronischer Musiklandschaft etabliert hatte und auf Festivals wie dem Baum Festival, Estéreo Picnic und EDC México auftrat, trug sie ihren Sound über Südamerika hinaus, tourte durch Europa und ließ sich schließlich in Spanien nieder. Jeder Umzug erforderte eine andere Form der Anpassung. Nicht nur beruflich, sondern auch persönlich.
Was in ihrer Geschichte besonders auffällt, ist das Fehlen von Nostalgie. Sie spricht selten über Migration als Verlust. Stattdessen beschreibt sie sie als einen Prozess der Erweiterung.
„Migration war vor allem eine
zutiefst transformative Erfahrung der
Selbsterkundung und
Selbstentdeckung“, sagt sie. „In einer Situation zu sein, in der man von Grund auf neu anfangen und sich vollständig auf sich selbst verlassen muss, bringt zwangsläufig die Fähigkeit zum Vorschein,
kreativ zu sein, sich
anzupassen und Lösungen für jede Herausforderung zu finden, die entsteht.“
Dieses Gefühl von Eigenständigkeit zieht sich durch alles, was sie beschreibt. Die Unsicherheit ist real. Ebenso die Frustrationen. Doch ihr Fokus kehrt immer wieder zu Wachstum statt Entwurzelung zurück.
Erneut anzufangen
bedeutete für sie weniger, eine frühere Version ihrer selbst hinter sich zu lassen, sondern vielmehr herauszufinden, was unter Druck bestehen bleibt.
New York verstärkte diesen Prozess.
Die Stadt kam mit ihrer eigenen Geschwindigkeit. Schneller, lauter und fordernder als alles, was sie zuvor
erlebt hatte. Sie wurde
gleichermaßen Herausforderung und Spiegel.
„New Spezifisches: diese
York hat etwas sehr zutiefst
kreative Energie“, erklärt sie. „Wenn man einer Stadt ausgesetzt ist, die sich so schnell bewegt und so viel verlangt, entdeckt man, wozu man tatsächlich fähig ist – sich an einen Rhythmus anzupassen, in dem Kreativität und künstlerische Vision im Mittelpunkt stehen müssen.“
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