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mixmag germany


Sondern wegen ihrer hypnotis- chen Wirkung.


Die Kraft dieses Moments lag nicht in Aggression, sondern in einer über Stunden aufgebauten Trance. Die Intensität entstand, weil der Raum aufgehört hatte, sich selbst zu inszenieren. Zeit verlor ihre Bedeutung.


Warum keine Handys den Dan- cefloor verändern


Besonders deutlich wird dieser Unterschied für THAM in Clubs mit einem konsequenten Foto- verbot.


Dort richten sich die Menschen wieder zueinander aus.


Sie tanzen miteinander oder


wenden sich den Lautsprechern zu.


Bewegung fließt ununterbrochen durch den Raum, ohne ständig von


leuchtenden Smartpho-


ne-Bildschirmen unterbrochen zu werden.


Der DJ fühlt sich als Teil des Rau- mes – nicht als dessen Mittel- punkt.


In Umgebungen, in denen perma- nent gefilmt wird, geschieht das Gegenteil.


Sobald ein bekannter Track oder ein markanter Moment beginnt, schnellen die Handys nach oben. Die Außenwelt kehrt über Dis- plays und soziale Medien unmit- telbar auf den Dancefloor zurück.


THAM weiß gleichzeitig, dass viele seiner wichtigsten Bookings aufgezeichnet und millionenfach verbreitet werden.


Er bereitet sich entsprechend darauf vor und bringt für diese Nächte oft neues Material mit.


Experimentellere Ideen testet er jedoch lieber in kleineren Clubs.


Dort fühlt sich Scheitern weniger öffentlich an.


Innovation braucht Raum, Fehler machen zu dürfen.


Kameras verkleinern genau die- sen Raum.


Authentizität statt Trends


Auch sein Verhältnis zu Trends ist von diesem Gedanken geprägt.


Die Techno-Landschaft verän- dert sich heute in rasantem Tem- po. Mikrotrends entstehen und verschwinden oft innerhalb we- niger Monate.


THAM gibt offen zu, dass ihn die- se Entwicklung zeitweise verun- sichert hat.


Er beobachtete andere DJs, die ihren Sound an neue Strömungen anpassten, und begann selbst, diesem Druck nachzugeben.


Das Ergebnis war chlich.


widersprü-


Online funktionierte es. Innerlich fühlte es sich falsch an.


Kurzfristige Anpassung zerstört langfristige Kontinuität.


„Es gab eine Phase, in der ich gesehen habe, wie andere DJs sich an neue Trends angepasst haben. Das hat mich verunsi- chert. Also habe ich versucht, mich ebenfalls anzupassen. Aber dadurch habe ich mich nur im- mer weiter von meiner eigenen künstlerischen Identität entfernt – und das haben auch die Leute gemerkt.


Die Posts waren erfolgreicher und gingen häufiger viral, aber etwas Wesentliches fehlte.


Vor Kurzem sagte mir ein Label über meine kommende EP: ‚Es ist im Moment vielleicht nicht die angesagteste Musik, aber es ist wirklich gute Musik.‘ Das hat mir unglaublich viel bedeutet.“


Für THAM bedeutet Authenti- zität nicht, Veränderungen zu verweigern.


Authentizität bedeutet, sich im Wandel selbst treu zu bleiben.


Seine Entwicklung vollzieht sich deshalb weniger über


radikale


Stilwechsel als über feinere Tex- turen, harmonische Tiefe und ein immer präziseres Spiel mit Span- nung und Auflösung.


Wenn Clubkultur zur Kostenfra- ge wird


Für THAM sind strukturelle Fra- gen mindestens genauso wichtig wie musikalische.


Die steigenden Eintrittspreise in Berlin verändern zunehmend, wer überhaupt regelmäßig Teil der Clubkultur sein kann.


Studierende oder junge Mens- chen, die bereits hohe Mieten und steigende Lebenshaltungskosten tragen müssen, können sich Ein- trittspreise von 25 oder 30 Euro nicht jedes Wochenende leisten.


Spontaneität verschwindet.


Kleinere Kollektive geraten wirts- chaftlich unter Druck.


Aus genau diesen Diskussionen heraus entstand für ihn auch das Projekt ULTRASOZIAL – mit dem Ziel, Clubkultur zugänglicher zu halten.


„Stell dir vor, du bist Student, zahlst hohe Miete und teure Le- bensmittel – und plötzlich kannst du dir Clubnächte als Ausgleich nicht mehr leisten, weil jedes Wo- chenende allein der Eintritt 25 oder 30 Euro kostet.


In meinen frühen Zwanzigern hä- tte ich mir das niemals leisten können.


ULTRASOZIAL wurde gegründet, um Teilhabe zu schützen.


Techno bleibt nur dann gesells- chaftlich relevant, wenn er be- zahlbar bleibt. Andernfalls wird daraus Unterhaltung für Eliten statt einer gemeinsamen Kultur.“


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