natte visstick
Die Maske ist ein wichtiger Teil dieser Umgebung. Sie schafft Anonymität, vor allem aber lenkt sie Aufmerksamkeit um. In einer Zeit, die von Gesi- chtern, Personal Brands und permanenter Sicht- barkeit geprägt ist, richtet die Maske den Fokus zurück auf das Symbol, die Musik, die visuelle Welt und die gemeinsame Erfahrung. Sie verleiht dem Projekt eine Mythologie, ohne die Person dahinter zum Zentrum dieser Mythologie zu machen.
Gleichzeitig bewahrt diese Anonymität etwas Seltenes: die Fähigkeit, Fan zu bleiben. Einen Club betreten zu können, ohne ständig erkannt zu wer- den. Mitten in der Crowd zu stehen. Neue Musik zu entdecken. Kultur weiterhin als Teilnehmender zu erleben, bevor sie in die eigene Arbeit einfließt. Die Maske entfernt den Künstler nicht aus dem Proje- kt. Sie verhindert vielmehr, dass das Projekt auf die Persönlichkeit des Künstlers reduziert wird.
„Ich sehe die Maske nicht als etwas, das mich vers- teckt. Ich sehe sie als etwas, das Aufmerksamkeit umlenkt. Die Maske ist ein Symbol für das, wofür dieses Projekt steht. Sie repräsentiert die Idee, aus Liebe zur Kreativität zu erschaffen und nicht aus dem Wunsch nach persönlicher Anerkennung.
Wir leben in einer Welt, in der so viel Aufmerk- samkeit auf Persönlichkeiten, Gesichter und Perso- nal Brands gelegt wird. Ich wollte, dass die Mens- chen zuerst die Musik, die Ideen und das Gefühl wahrnehmen.
Kreativ gibt mir das unglaublich viel Freiheit. Es nimmt Erwartungen weg und erlaubt der Arbeit, für sich selbst zu sprechen. Wenn Menschen einen Song, eine Show oder ein visuelles Projekt erleben, reagieren sie auf die Kunst und nicht auf mich als Person.
Die Maske hilft mir außerdem dabei, Fan zu bleiben. Ich kann weiterhin in einen Club gehen, in der Men- ge stehen, neue Musik entdecken und die Kultur aus der Perspektive eines Menschen erleben, der sie wirklich liebt. Das ist unglaublich wertvoll, weil ein Großteil meiner Inspiration genau daraus ents- teht.
Am Ende verliert eine Bewegung ihren Sinn, wenn der Künstler größer wird als die Bewegung selbst. Es sollte nie um mich gehen. Es geht um die Kultur. Es geht um den Underground. Es geht um die Raver. Es geht um die Menschen.“
FOTOGRAFIE GRAATJE WEBER [@GRAATJEWEBER] 039
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