932 | WEEK 10-11 4 MAART 2020
CORONA-VIRUS MACHT PROGNOSE FÜR 2020 UNGEWISS Hafen Hamburg verzeichnet erfreuliche Umschlagszahlen
DÜSSELDORF Im Hafen Hamburg stieg der Seegüterumschlag im Jahr 2019 auf 136,6 Millionen Tonnen (+1,1 Prozent). Der Containerumschlag sorgte mit 9,3 Millionen TEU für ein starkes Wachstum von 6,1 Prozent dank regem Chinaverkehr. Der Hafen erwartet für 2020 wegen des Corona-Virus in diesem Segment jedoch kein weiteres Wachstum.
JUDITH STALPERS
Trotz des schwierigen Marktumfelds (Konjunkturschwäche, Brexit, Handelssanktionen) wurden im Hafen Hamburg 2019 mehr Güter umgeschlagen als im Jahr 2018. Der Import nahm leicht ab, auf 78,4 Millionen Tonnen. Der Export machte mit 58,2 Millionen Tonnen den Rückgang mehr als wett (s. Grafik). Hamburg ist für die Region eine wichtige Logistikdrehscheibe und ein Jobmotor. Mehr als 165.000 Menschen arbeiten direkt oder indirekt im Hafenbereich. Die guten Resultate von 2019 bestätigen den Kurs der Stadt und der Hafengesellschaſt, um die Leistungsfähigkeit des Hafens weiter zu entwickeln. “Großprojekte wie die Fahrrinnenanpassung und die Neubauten der Rethe- und Kattwykbrücke sind wichtige Assets für die Hafenkunden aus aller Welt,“ sagte der Wirtschaſtssenator der Hamburger Regierung, Michael Westhagemann, als er die Jahresergebnisse der Öffentlichkeit vorstellte.
Hinterland Mit der umweltfreundlichen Verbindung ins Hinterland auf der Schiene ist der Hafen Hamburg ebenfalls sehr erfolgreich. Der Containertransport mit der Bahn nahm mit 10,4 Prozent auf 2,7 Millionen TEU von und zum Hafen zu. Der Anteil der Schiene am landseitigen Hinterlandverkehr in Hamburg beträgt 2019 im Bereich der Containertransporte 46,3 Prozent und bei der transportierten Tonnage inzwischen 49,4 Prozent (+1,0 Prozent). Der Lkw-Anteil beträgt 41,4 Prozent und das Binnenschiff hat einen Anteil von 9,2 Prozent. Dazu muss gesagt werden, dass Hamburg, im Gegensatz zu den ARA-Häfen mit dem Rhein, keinen sehr leistungsfähigen Binnenwasseranschluß hat.
Corona Der Hafen Hamburg betrachtet sich als “die zentrale Warendrehscheibe für Güterverkehre der maritimen und landseitigen Seidenstraße von und nach China”, mit mehr als 200 Schieneverbindungen im Angebot. “Mit
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Die APL Lion City wird von einem Lotse über die Elbe begleitet.
den in Hamburg insgesamt über den See- und Landweg umgeschlagenen Containern sind wir gegenüber anderen europäischen Standorten mit großem Abstand der führende Hub für China-Ladung”, sagt Axel Mattern, Vorstandsmitglied der Hafen Hamburg Marketing. Eben dies könnte den Hafen in der Hansestadt allerdings dieses Jahr auch zum Nachteil werden. Hamburgs wichtigster Handelspartner - mehr als 40 Prozent des Containerumschlags ist im Chinaverkehr – verzeichnet in großen Teile des Landes wegen der Coronavirus-Epidemie sowohl in der Produktion als beim Konsum seit mehr als ein Monat starke Rückgänge. Das schlägt sich direkt in weniger Ex- und Import nieder. Ob, und wenn ja, wie stark der Handel schrumpfen wird, und wie lange die Quarantänerestriktionen die Wirtschaſt hemmen werden, kann zur Zeit niemand vorhersagen. Vorerst ist jedoch keine Entwarnung in Sicht.
100 MILLIONEN EURO FÜR LOGISTIKZENTRUM China Logistics investiert in JadeWeserPort
DÜSSELDORF China Logistics hat sich für seinen europäischen Logistik-Hub den Tiefseehafen von Wilhelmshaven ausgesuchtgewählt. Dazu Zu diesem Zweck hat das Unternehmen mit dem Land Niedersachsen einen Erbbaurechtsvertrag unterzeichnet. Der JadeWeserPort gewinnt mit China Logistics einen neuen Kunde, der 100.000 TEU im Jahr umschlagen will.
JUDITH STALPERS
Der JadeWeserPort (JWP) konnte sich, nach fünf Jahren jährigen Verhandlungen, gegenüber Antwerpen durchsetzen. Der chinesische Großlogistiker will 100 Millionen Euro investieren, um auf einem Grundstück von 20 Hektaren im JWP ein Güterverteilszentrum zu errichten. “Das ist ein großartiger Erfolg für Wilhelmshaven”, erklärte Niedersachsens Wirtschaſtsminister Bernd Althusmann. Der JadeWeserPort, der vor sieben Jahren eingeweiht wurde, hat nebst außer dem Kühllogistiker Nordfrost nicht viele bedeutenden Kunden auf seinem Hafenareal angesiedelt.
JWP ist der einzige Tiefseehafen Deutschlands, der von vollbeladenen XXL-Containerschiffen tideunabhängig angefahren werden kann. Acht Reedereien laufen den Eurogate-Containerterminal an. Dieser Terminal ist für einen Jahresumschlag von 2,7 Millionen TEU ausgelegt. 2019 gingen jedoch nur 630.000 TEU über den Tiefseekaje. Deswegen bedeutet die Neuansiedlung von China Logistics einen enormen wirtschaſtlichen Gewinn.
Althusmann sieht für Wilhelmshaven zukünſtig weitere Chancen, weil China Logistics eine anziehende Wirkung für andere China-bezogenen Transporte haben kann. China Logistics gehört zu der staatlichen China Chengtong Holding Group (CCT), die ihrerseits an wiederum auch Minderheits- Anteilseigner bei der Staatsreederei Cosco Shipping Lines beteiligt ist. Die Firma Cosco Shipping, dieder ebenfalls auch den JWP anläuſt, gehört zu den weltgrößten Reedereien, mit unter anderem einem eigenen Terminal in Zeebrügge.
Die Hafen Hamburg Marketing prognositiziert für den Containerumschlag ein stabiles
Foto HHM / Dietmar Hasenpusch
Ergebnis; der Massengutsektor, der nicht von China abhängig ist, soll 2020 leicht ansteigen.
Grafik des seeseitigen Umschlagsvolums.
Seidenstraße Im neu zu errichteten Logistikzentrum werden schwerpunktmäßig Importwaren für die Automobilindustrie in Europa abgefertigt. Weiter wird China Logistics Lagerhallen für Steinwaren für den Bau, Lebensmittel und Konsumgüter betreiben. Das Gelände bekommt einen Bahnanschluss für den Hinterlandverkehr, der mit dem auch einen Anschluss an der die One Belt, One Road- Initiative (der sogenannten ‘neuen
Seidenstraße’) hergestellt werdenbilden soll. China Logistics hat 58 Logistikzentren in China und, aber entwickelt weitere Zentren in Drittländern entlang der Seidenstraße, der trans-eurasiatischen Schienenverbindung der Seidenstraße. Baubeginn des Logistikzentrums ist für den Winter 2020/2021 geplant, und die Inbetriebnahme ist bereits neun Monate später in der zweiten HJahreshälſte 2021 zu erwarten.
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