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Im Braunkohletagebau des Helm- stedter Reviers leisten vier Volvo- Radlader mit außergewöhnlichen Fähigkeiten Schwerstarbeit. Unter extremsten Bedingungen müssen sie die Förderanlagen in Schuss halten, damit die Kohleproduktion für das angrenzende Kraftwerk nicht zum Stillstand kommt.


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M HELMSTEDTER REVIER ist alles gigantisch. Das fängt schon bei den Ausma-


ßen des Schöninger Tagebaus an. Auf 2,5 mal 1,0 Kilometer gähnt ein bis zu 140 Meter tiefes Loch, in dem riesige Kohlebagger unaufhalt- sam das schwarze Gold aus dem Erdreich kratzen. Von dort fällt die Braunkohle auf end- los scheinende Förderanlagen, die den Brenn- stoff bis ins unmittelbar angrenzende Kraft- werk Buschhaus transportieren.


MIBRAG und das Helmstedter Revier


Die Helmstedter Revier GmbH (HSR) ist eine 100-prozentige Tochter der Mit- teldeutsche Braunkohlengesellschaft mbH (MIBRAG) mit Sitz in Zeitz und beschäftigt etwa 480 Mitarbeiter. Das Unternehmen entstand Anfang 2014 durch die Abspaltung von der E.ON Kraftwerke GmbH, Hannover. Im We- sentlichen besteht HSR aus dem Tage- bau Schöningen und dem Kraftwerk Buschhaus, in dem aus Braunkohle Strom erzeugt wird (rund 390 Mega- watt Brutto-Leistung).


Im Tagebau Schöningen fördert HSR in 2014 1,7 Millionen Tonnen Kohle und bewegt dafür 3,5 Millionen Kubikmeter Abraum. Doch die Kohle, die die Region seit 1873 fördert, neigt sich dem Ende entgegen. Spätestens 2017 soll im Tagebau Helmstedter Revier Schluss sein. Nach der Stilllegung will die MIBRAG den Rückbau und die Re- kultivierung vornehmen. Das moderne Kraftwerk soll dann mit Braunkohle aus dem mitteldeutschen Revier weiterbetrieben werden.


Damit die Lieferkette nicht unterbrochen wird, setzt der Betreiber, die Helmstedter Revier GmbH (HSR), schweres Gerät für Umsetzung, Wartung und Reparatur der Förderbänder ein. Zum Maschinen- und Fuhrpark gehören diver- se Erdbaumaschinen, Teleskop- und Großlöf- felbagger, Radlader, Unimog, fahrbare Kom- pressoren sowie geländegängige Pkw.


Bei Baggern und Radladern mischt Volvo an vorderster Front kräftig mit. Neben Raupen- bagger und Kompaktbagger gehören drei neue Radlader L90G sowie ein Modell des Typs L90F zur Ausrüstung. Die Volvo-Radlader L90G, welche die Vorgänger turnusgemäß ersetzen, hat das Unternehmen erst im vergan- genen Jahr in Dienst gestellt.


„Alle drei bis fünf Jahre tauschen wir die Ge- räte aus. Dann haben die Radlader maximal 8.000 Betriebsstunden unter erschwerten Bedingungen absolviert“, gibt Joachim Nagel, Bereichsleiter Fahrzeug-Management bei HSR, zu verstehen. Inzwischen hat bereits der dritte Wechsel bei dem Volvo-Equipment statt- gefunden.


Seit jeher müssen die Volvo-Radlader bei HSR beweglicher sein als herkömmliche Maschinen dieser Art. Deshalb hat sich Swecon-Verkäufer


Volker Langhorst bereits vor acht Jahren etwas Besonderes einfallen lassen. Zusätzlich zur Knicklenkung ließ der Volvo-Experte bei der Firma Harms in Hannover einen speziellen Schwenkvorsatz entwickeln und bauen. Zwei zusätzliche Hydraulikkreise im Fahrzeug über- nehmen die Ansteuerung. Der Fahrer kann den Vorbau über jeweils 45 Grad zu beiden Seiten schwenken und so unterschiedliches Material selbst im extremen Gelände sicher und ziel- genau ablegen.


„Die Radlader sind bei uns Exoten. Wir brau- chen die Maschinen nicht für Umschlagarbei- ten, sondern wir setzen sie im Montagebetrieb ein. Grundvoraussetzung für schnelles Arbei- ten ist der Schwenkkopf“, betont Nagel. Der macht die Maschine zwar etwas teurer, dafür aber auch wesentlich flexibler und flotter. Langwieriges Vor- und Zurückstoßen allein mit der Knicklenkung entfällt dadurch.


Fliegender Wechsel Ausgerüstet mit hydraulischem Schnellwechs- ler für häufiges Tauschen der Anbauteile, sind im Tagebau-Gelände vor allem Planierschaufel und Schwerlastgabel nötig. Die Flachschaufel trägt den Spitznamen „Kuchenblech“ und dient für Reinigungsarbeiten unter der Förder- bandanlage. Mit der Gabel muss der Mann am Joystick der CDC-Steuerung Baumaterial wie lange Holzbalken heranschaffen, die als Un- terbau für die Förderbänder dienen. Die wür- den sonst bei feuchter Witterung nach und nach im Schlamm versinken.


Während HSR drei Volvo-Radlader für Hilfs- arbeiten bei Montage und Service einsetzt, schuftet der vierte mit einer 2,8 Kubikmeter großen Mehrzweckschaufel und ohne Schwenkvorsatz im Kraftwerk. Hier müssen


DER KUBIKMETER 13


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