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Projekt


während die Quadratmetermieten teilweise 40 Euro übersteigen. Um Abnehmer für ihre Flächen müssen sich die Eigentümer dennoch nicht sorgen – es gibt praktisch keine Alternativen. Allein im Jahr 2018 wurden hier rund 160.000 m² Bürofläche angemietet – darunter die Agenturgruppe Serviceplan mit 40.000 m².


Johannes Ernst steidle architekten


Baurecht clever interpretiert


Motorräder. Doch als die Idee zu diesem Quartier 2010 geboren wurde, war es baulich bereits weitgehend ein Ruinenareal, die vitalen Inhalte der Zwischennutzung funktionierten aber noch“, erinnert sich Ernst. „Anderenorts wurde alles dem Erdboden gleichgemacht, ehe man baute. Doch genau das wollten wir hier verhindern, indem wir den möglichen Gebäudeerhalt prüften und uns zur vorhandenen Nutzungsheterogenität bekannten.“ Planer und Eigentümer wollten die Identität bewahren – heute wachsen moderne Türme neben historischen Flachbauten aus Backstein. „Der Meatpacking-District in New York zeigt, dass es funktionieren kann“, weiß der Architekt aus eigener Anschauung. In Deutschland hat es eben noch keiner versucht.


Die „Medienbrücke“ war die Eintrittskarte


Entsprechend gibt es keine Blaupause für das Werksviertel. „Hier kulminieren meine eigenen Erfahrungen aus der städtebaulich interessant-chaotischen Aufbruchszeit im Berlin der 1990er- Jahre, der Planung der Theresienhöhe als klassischem Stadtplanungsprojekt Anfang der 2000er-Jahre mit dem gelben Wohnturm und dem


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Olympischen Dorf der Winterspiele Turin 2006.“ Schließlich kam die „Medienbrücke“ hinzu, von der er erstmals auf das heutige Werksviertel blickte. Seine Eintrittskarte für die Quartiersentwicklung.


Neun Eigentümer scharen sich um eine Idee


Mancher hätte bei neun Eigentümern mit verschiedenen Interessenslagen zurückgezuckt – Ernst stellte sich der Herausforderung und fand in Pfanni- Unternehmer Werner Eckart ein experimentierfreudiges Pendant. Wie geht man mit solchen Auftraggebern um? Ist eher der Diplomat oder der Diktator gefordert? „Die Idee, ein gemischt genutztes Quartier aus dem Bestand heraus zu entwickeln, war der Diktator. Die Sache war nach fünf Minuten klar und hat bis heute standgehalten“, blickt Ernst zurück.


Kräftigen Rückenwind erhielt das Projekt von der Münchener Marktentwicklung: Die Preise ziehen seit Jahren kräftig an. Die Wohnungsarmut ist mittlerweile sprichwörtlich und der Büroleerstand liegt in sieben von elf Teilmärkten unter zwei Prozent,


Dass unter anderem die Serviceplan- Mitarbeiter künftig nicht in einer isolierten Bürostadt arbeiten – „tagsüber öde, abends tot“ – liegt an den vielen „intelligenten Baurechtsinterpretationen“ und Sonderfällen, auf die sich die dem Projekt gegenüber positiv eingestellte Stadtverwaltung eingelassen hat. „Bei Planungsbeginn galt eigentlich die strikte Trennung von Nutzungsarten – das wurde aufgeweicht. Außerdem wird aufgrund der Bestandsintegration eine ganz andere räumliche Nähe toleriert und auch der vorgeschriebene Anteil der Grünflächen pro Kopf liegt deutlich unter dem Münchener Schnitt“, nennt Ernst nur einige Sonderfälle dieses Quartiers, das auch 1200 Wohneinheiten beinhalten wird. Dafür gibt es eine 2000 m² große Wiese mit fünf Schafen auf dem Dach von „Werk 3“. Und doch ist der Begriff „Sonderfall“ relativ, denn was Ernst für das Werksviertel verhandelte, war seiner Zeit voraus und ist mittlerweile unter dem Begriff „Urbanes Quartier“ bundesweit etabliert.


Konzerthaus gibt besondere Note


Johannes Ernst reicht das aber nicht: „Wenn im 19. Jahrhundert Quartiere entwickelt wurden, dann gab es immer eine öffentlich-kulturelle Komponente.“ Nun ist „Komponente“ eine bewusste Untertreibung für Münchens neues


Quintessenz Q1 | 2019


Foto: Peter Neusser


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