Porträt
„Mia san Mia“ Im Spiel der global player vorauseilen
Persönlichkeiten seines Kompetenz- Spektrums sind rar. Nicht nur in der Immobilienbranche. Er ist Architekt und Ökonom mit einem Faible für Strategisches Management, aber auch für Handwerk und künstlerisches Schaffen und einer präzisen Vorstellung seiner beruflichen Aufgaben, den fremd- und den selbstbestimmten in gleichen Maßen. Die Rede ist von Gunnar Gombert, seit 1. Oktober 2018 Niederlassungsleiter JLL München.
Den Menschen und dessen Bedürfnisse stellt Gunnar Gombert in den Mittelpunkt seines Denkens und Handelns. In seinem sozialen Mikrokosmos genauso wie im Makrokosmos seiner Verantwortung als Architekt, Führungskraft, Berater und Dienstleister in der Immobilienbranche: „Gebäude und Städte haben dem Menschen zu dienen und nicht die Menschen den Städten und Gebäuden.“
Er ist sich bewusst, was er sagt
Sätze wie dieser klingen bei ihm nicht floskelhaft dahingesagt. Er ist sich bewusst, was er sagt und welche Tragweite das Gesagte haben kann. Im wissenschaftlichen Diskurs, vor allem aber im praktischen Leben. Der Mensch in seiner konkreten Umwelt
war und ist ihm wichtig zur Definition seines eigenen Selbstverständnisses. Nicht von ungefähr hat er am renommierten Indian Institute of Technology in Kharagpur mithilfe eines DAAD-Stipendiums für seine Diplomarbeit geforscht, in Kalkutta, einem der sozialen und am dichtesten besiedelten Brennpunkten dieses Planeten und Wirkungsstätte Mutter Teresas. Aber auch das ganz andere Asien ist Gombert nicht fremd. Denn er hat auch in Singapur an der dortigen National University im Rahmen seines Auslandstudiums zwei Semester Architektur und im Nebenfach General Management studiert: „Eine faszinierende Erfahrung.“
Warum dieser Ausflug in den Orient? Seine Antwort lotet die historische Tiefendimension seines Wirklichkeitsverständnisses unserer so und nicht anders gewordenen und sich unaufhaltsam entwickelnden Welt aus: „Das 19. Jahrhundert war europäisch geprägt, das 20. amerikanisch, die Zukunft aber gehört dem asiatischen Kontinent.“
Gunnar Gombert kommt aus einer Kleinstadt in Hessen. Dort türmten sich in seiner Kindheit ganz selbstverständlich Sandhaufen vor zahlreichen Häusern: „Das Interesse am Handwerk und am Bauen wurde durch diese Sandhaufen quasi von Kindesbeinen an spielerisch geweckt,
denn meist wurde irgendwo gewerkelt. Und ich durfte mitwerkeln.“
Zusammenwirken von Kopf- und Handwerk
Außerdem war Gunnar Gomberts Umfeld in der Baubranche unterwegs, die familiale Erziehung des Heranwachsenden komplettierend. In Anbetracht dieser Voraussetzungen war der Weg zu den Bauhaus-Ideen gewissermaßen vorgezeichnet, inspiriert nicht zuletzt durch die Erprobung seines handwerklichen Geschicks als Maurer, Maler, Putzer und Lagerarbeiter im Baustoffunternehmen in Neben- und Freizeitjobs zur Aufbesserung seines Taschengelds. Die Vollendung des Zusammenwirkens von Kopf- und Handwerk erlebte er während seines Studiums an der TU Darmstadt. Zu seiner Zeit war die in besonderer Art und Weise vom Bauhaus inspiriert, jener von Walter Gropius in Weimar nach dem Ersten Weltkrieg gesamtheitlich konzipierten Kunstschule. Das Bauhaus repräsentierte die Avantgarde schlechthin der Klassischen Moderne in allen Bereichen der freien und angewandten Kunst und Architektur. Nicht zuletzt im baulichen Wirken des Werkbunds war diese Avantgarde Wirklichkeit geworden zum Beispiel in der von Gombert exemplarisch auf den Schild gehobenen, von Mies van der Rohe konzipierten und 1927
Quintessenz Q1 | 2019
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