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Foto: Peter Neusser
Mahnung und Dokumentation
Schrecknissen des 5. und 6. September 1972 und die zu Tage getretenen viel dimensionalen Unzulänglichkeiten des Sicherheitssystems zu erwähnen, ist traurige Chronistenpflicht, das Narrativ des Märchens zwangsläufig ad absurdum führend.
„Das Massaker und seine Folgen dürfen nicht in Vergessenheit geraten": die Beschwörungsformel brauchte zunächst 23 Jahre, bis am 27. September 1995 ein Denkmal für die Opfer des Olympiaattentats aufgestellt werden konnte. Der sogenannte „Klagebalken“ mit den Namen der elf getöteten israelischen Geiseln in hebräischen Buchstaben wurde von
Fritz Koenig gestaltet und steht am Verbindungsweg zwischen Stadion und ehemaligem Olympiadorf. Und es dauerte insgesamt 45 Jahre, bis ein Erinnerungsort an die zwölf Opfer des Anschlags, auch ein Polizist war getötet worden, Realität wurde und heute multimedial über das Attentat und dessen Verlauf informiert. Der Gedenk-Pavillon wurde am 6. September 2017 offiziell eingeweiht und ist als horizontaler Einschnitt in einen der Hügel im nördlichen Olympiapark angelegt. Er ist Mahnung und Dokumentation zugleich. Und quasi in einer Parallelwelt bilanziert er auch die wechselvolle Geschichte des olympischen Dorfs, wenn auch nicht in einer offiziellen Dokumentation.
Quintessenz Q1 | 2019
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