ONE OF A SERIES THAT APPEAR ON -
www.TheHendonMob.com The Mob Verdict: 
All our TDs agree that exposing cards during a hand is
against the rules - no surprise there - but there are a variety of opinions on how to handle the offence.
Only Nicolas thinks the hand should be dead, although he does say that this should be the case where the exposure was deliberate, which doesn't seem to be the case here. He does give back the 1,600 raise, which if you are killing the hand seems fair. Jack Dave and Tab offer a fate arguably worse than death for the exposed hand: That it should be played face up. Thomas appears to imply the same when he says “The disadvantage is clearly on his side as the other player(s) have more information...”
‘‘ The player on the
button asked for a ruling. Our TD could not find a sensible ruling in his rules so made the ruling that as he had exposed his hand to a player still in the game his hand was dead...
This strikes us as harsh ’’
under the circumstances. But it does beg the question that none of the TDs address: What if the player who had seen the exposed hand had wanted to continue in the pot? Surely then the other players would have been entitled to the same information he had. But this was not the case here. What has happened is that a player who wishes to take no further part in the hand has let it be known that another player accidentally exposed his hand to him. If, and it's a big if, it is certain that none of the other players can have seen the hand, then we prefer the line taken by Matt that the hand should play out as normal and the 'offending' player should get a warning for a first offence. But the caveat must be that if any of the other players may have seen the hand it would have to be played face up.
UNABSICHTLICH AUFGEDECKTE KARTEN
Eine Frage von Ian Hilton In einem Turnier (Blinds:
200 / 400, 10 Spieler pro Tisch) callte der Spieler UTG, die nächsten vier Spieler foldeten, der nächste Spieler erhöhte auf 1.600 und hob dabei unabsichtlich seine Karten an, so dass der Spieler zu seiner Rechten sie sehen konnte. Dieser erklärte dann, er habe die Karten gesehen, und foldete. Daraufhin zog der Spieler am Button den Turnierleiter zurate. Im Regelwerk war dazu jedoch nichts Vernünftiges zu finden, so dass der Turnierleiter darauf entschied, die Hand für tot zu erklären, da der erhöhende Spieler seine Hand einem noch im Spiel befindlichen Gegner gezeigt hatte. Die Bet bliebe im Pot, wobei der Call von 400 die einzige Bet sei. Als Begründung für seine Entscheidung führte der Turnierleiter des Clubs an, die Hand des Spielers sei aufgedeckt worden und habe sich auf die Aktionen des Spielers ausgewirkt, der die Karten gesehen hatte. Daher seien die anderen noch in der Hand befindlichen Spieler benachteiligt, und die Hand sei für tot zu erklären. Könnten Sie bitte Ihre Turnierleiter fragen, wie sie entschieden hätten?
Matt Savage:
Ich hätte diese Hand definitiv NICHT für tot erklärt, bin aber damit einverstanden, dass sich das Aufdecken der Karten definitiv auf das Spiel ausgewirkt haben könnte. Daher hätte ich den Spieler nach der Hand verwarnt oder sogar bestraft, wenn ich das Gefühl gehabt hätte, dass er absichtlich so gehandelt hat, oder wenn es nicht sein erstes Vergehen dieser Art war.
Thomas Kremser:
Wenn ein Spieler aus Versehen seine Karten aufdeckt, wird die Hand nicht für tot erklärt, und der betreffende Spieler darf weiterspielen. Der Nachteil liegt ja eindeutig auf seiner Seite, da der oder die anderen Spieler nun bei der Entscheidungsfindung einen Informationsvorsprung haben. Die aufgedeckten Karten wirken sich allerdings tatsächlich auf das Spiel in dieser Hand aus, und deswegen sollte der Spieler als Strafe eine Runde aussetzen.
Jack Effel:
Diese Hand ist live und sollte nicht für tot erklärt werden. In den WSOP- Regeln steht: „Wer seine Karten
aufdeckt, während das Spiel noch läuft, wird bestraft, seine Hand ist jedoch nicht tot.“ Ich hätte darauf entschieden, dass die Hand des Spielers live ist und seine Karten aufgedeckt auf den Tisch gelegt werden müssen. Der Spieler muss dann mit aufgedeckten Karten weiterspielen, und nach Abschluss der Hand muss er mindestens eine Runde aussetzen.
Nicolas Fraioli:
Poker ist ein persönliches Spiel; niemand sollte die Karten der anderen Spieler sehen können. Manche Spieler verhalten sich beim Einsehen ihrer Karten wie echte Anfänger. Ich hätte in diesem Fall den auf 1.600 erhöhenden Spieler verwarnt, seine Hand wäre aber live geblieben. Den anderen Spielern hätte ich gesagt, dass sie bis zum Abschluss der Hand nichts sagen sollen. Was auch immer in der entsprechenden Situation geschah, am Ende der Hand wird jeder die Karten des betreffenden Spielers sehen: Hast du sie einem gezeigt, zeigst du sie allen. Die Aktion des Spielers, der direkt nach Einsicht in die Karten foldete, wurde durch das Aufdecken beeinflusst. Wenn der Spieler seine Karten absichtlich gezeigt hätte, würde ich die Hand für tot erklären. Jedoch würde er lediglich 400 und nicht 1.600 verlieren, denn niemand hatte ja seine Erhöhung auf 1.600 gecallt. Wäre diese Erhöhung gecallt worden, hätte er sie verloren.
Dave Simpson:
In dieser Situation hat kein Spieler am Tisch das Recht, die Karten der anderen Spieler zu sehen. Hat ein Spieler die Karten eines anderen Spielers gesehen, so müssen diese Karten allen anderen Spielern auch gezeigt werden. Nach Prüfung durch das Floorpersonal werden die Karten aufgedeckt, damit alle anderen Spieler sie sehen können. Die Erhöhung auf 1.600 bleibt gültig, und das Spiel wird normal weitergeführt, wobei die Karten des erhöhenden Spielers aufgedeckt bleiben. Der erhöhende Spieler wird verwarnt, und bei wiederholtem Fehlverhalten wird eine Strafe verhängt.
Tab Duchateau:
Deckt ein Spieler seine Karten auf, wird die Hand nicht für tot erklärt, in diesem Fall wäre das für mich also keine Option gewesen. Wenn ein Spieler seine eigenen Karten aufgedeckt hat und diese eventuell von anderen an der Hand beteiligten Spielern gesehen wurden, von
anderen wiederum nicht, würde ich den Spieler weiterspielen lassen… Er müsste jedoch mit aufgedeckten Karten spielen, damit der gesamte Tisch auf demselben Wissensstand ist.
Das Mob-Urteil:
Alle unsere Turnierleiter sind sich darüber einig, dass das Aufdecken der Karten während einer Hand ein Regelverstoß ist – hier gibt es also keine Überraschungen. Zum Umgang mit diesem Verstoß gibt es jedoch zahlreiche verschiedene Ansätze. Nur Nicolas Fraioli ist der
Meinung, die Hand sollte für tot erklärt werden. Er schränkt diese Aussage jedoch auf absichtlich aufgedeckte Karten ein, was in der vorliegenden Situation nicht der Fall zu sein scheint. Fraioli hätte dem Spieler die Erhöhung auf 1.600 zurückgegeben, was auch fair wäre, weil die Hand bei ihm ja für tot erklärt wird.
Jack Effel, Dave Simpson
und Tab Duchateau treten für eine härtere Vorgehensweise ein: Ihrer Ansicht nach sollte der betreffende Spieler mit aufgedeckten Karten die Hand weiterspielen. Dieser Herangehensweise scheint sich auch Thomas Kremser anzuschließen, wenn er sagt, der Nachteil läge klar auf der Seite des aufdeckenden Spielers, da die anderen Spieler ja durch die Einsicht in seine Karten über einen Informationsvorsprung verfügten. Unter den beschriebenen Umständen erscheint uns diese Entscheidung ziemlich hart zu sein. Für uns stellt sich auch eine Frage, mit der sich keiner der Turnierleiter beschäftigt hat: Was wäre, wenn der Spieler, der die aufgedeckten Karten gesehen hat, die Hand hätte weiterspielen wollen? Dann hätten natürlich die anderen Spieler den Anspruch auf denselben Informationsstand gehabt wie er. Dies war hier jedoch nicht der Fall. Hier wies ein Spieler, der sich nicht weiter an der Hand beteiligen wollte, darauf hin, dass ein anderer Spieler aus Versehen seine Karten aufgedeckt hatte. Wenn tatsächlich – und dies ist eine starke Einschränkung – keiner der anderen Spieler die Hand gesehen haben kann, ziehen wir die Entscheidung von Matt Savage vor: Die Hand sollte normal weitergespielt werden, und der betreffende Spieler sollte verwarnt werden, wenn es sich um seinen ersten „Verstoß“ handelte. Wenn jedoch einer der anderen Spieler ebenfalls die aufgedeckten Karten gesehen haben könnte, muss tatsächlich mit aufgedeckten Karten weitergespielt werden.
www.PokerEuropaOnline.com | JANUARY 2011 | Poker Europa 35
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