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© Benjamin Pütter


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der Friedensbewegung initiiert, organisiert und durchgeführt habe. Diese Erfahrungen kamen mir sehr zupass bei der Organisation des weltweiten Marsches gegen Kinderarbeit, der 1998 nach Genf führte. Mit durchschlagendem Erfolg: Die Internationale Arbeits- organisation (ILO) beschloss daraufhin ein umfassendes Verbot gesundheitsschädigender Kinderarbeit (ILO Konvention 182).


Und was ist genau Kinderarbeit? Ein Kind unter 15 Jahre, das nicht in die Schule gehen darf, weil es arbeiten muss. Also ein junges Mädchen, was nachmittags Zeitung austrägt, fällt nicht darunter. Oder auch nicht der oft zitierte Ernteeinsatz im Herbst, der vor allem von älteren Gene- rationen genannt wird. Wenn Kinderarbeit nun zusätzlich auch noch gesundheitsschädlich ist, wie die Arbeit an 20-30kg Press- luftbohrern in indischen Steinbrüchen - dann gibt es keinerlei Entschuldigung mehr hierfür. Dies sind schlimmste Menschen- rechtsverletzungen.


Sie hatten also Kinderarbeit in indischen Steinbruch gesehen. Und wie ging es weiter?


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Meine Kontakte zu Fernsehteams machten es möglich, dass eine vielbeachtete Arte-Dokumentation entstand und dazu führte, dass auch Teile des Handels merkten: Hier ist Handlungsbedarf. Da ein Siegel nun aber nicht vom Handel kommen darf und qua Definition unabhängig sein muss, fühlte ich mich herausgefordert und nutzte meine gemachten Erfahrungen mit Rugmark. Mit Hilfe von Hilfswerken, Gewerkschaften, Politikern und Prominenten (z.B. Dr. Norbert Blüm und Klaus Maria Brandauer) haben wir XertifiX gegründet. Mir ging es nicht darum, Geld zu verdienen oder einen Arbeitsplatz zu schaffen. Die Zielsetzung war immer, die Arbeitsbedingungen für Menschen in Indien und Asien zu verbessern und - wo vorhanden - Kinder komplett aus der Arbeit herauszunehmen und ihnen den Schulbesuch zu ermöglichen.


Wie ist so was möglich? Von Beginn an haben wir dem Hilfswerk Misereor e.V. zusam- mengearbeitet, denn es macht keinen Sinn, das Rad neu zu erfinden. Wenn wir Kinder gefunden hatten, half Misereor, ihnen nachhaltig, also langfristig zu helfen, d.h. ihnen einen Schulbesuch zu ermöglichen. Mittlerweile sind wir soweit, dass wir dies auch


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