Arnold Stadler © Jürgen Bauer
Martin Walser © Karin Rocholl
Arnold Stadler
liest aus „New York machen wir das nächste Mal! - Geschichten aus dem Zweistromland“
»Kaum hat der Mensch seinen Schreibtisch aufgeräumt, so glaubt er schon, es sei Ordnung möglich«, sagt Arnold Stadler, aber »Ordnung ist wohl nur eine Charakterfrage und beweist gar nichts.« Das Unaufgeräumte ist das Ordnungsprinzip von Stad- lers Literatur. In ›New York machen wir das nächste Mal‹ erzählt er traurige und verträumte Geschichten: Es gibt ein unverhofftes Wiedersehen mit den alten Bekannten aus Stadlers großen Roma- nen, den schmerzhaft Verliebten und mit großer Geste Schüchter- nen. Es sind die, die ankommen und trotzdem nicht bleiben, die abreisen, um zu leben – immer da, wo es am schönsten ist –, die Ordnungs- und Glückssucher, die sich in diesen Denkbildern und Episoden wiedertreffen und so einen Empfang bereiten für ein weiteres Kapitel des einen großen Werkes, an dem Arnold Stadler unermüdlich schreibt.
»Es war einmal ein Traum, aber aus New York wurde nichts. Man blieb erstmal hier. Was aber bleibt, ist der Traum.«
Arnold Stadler wurde 1954 in Meßkirch geboren. Er studierte ka- tholische Theologie in München, Rom und Freiburg, anschließend Literaturwissenschaft in Freiburg, Bonn und Köln. Er lebt derzeit in Sallahn/Wendland und in Rast über Meßkirch. Stadler wurde ne- ben zahlreichen weiteren Preisen 1999 mit dem Georg-Büchner- Preis ausgezeichnet. Zuletzt erschienen ›Komm, gehen wir‹ und ›Salvatore‹, außerdem liegt die Trilogie ›Einmal auf der Welt. Und dann so‹ vor.
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Martin Walser liest aus „Muttersohn“
Wovon handelt dieser Roman? Es ist leichter zu sagen, wovon er nicht handelt. Er handelt von 1937 bis 2008, kommt nicht aus ohne Augustin, Seuse, Jakob Böhme und Swedenborg, handelt aber vor allem von Anton Percy Schlugen. Seine Mutter Jose- fine, Fini genannt, ist Schneiderin; sie lebt, auch als sie mit ei- nem Mann zusammenlebt, allein. Jahrelang schreibt sie Briefe an Ewald Kainz, der auf den Stufen des Neuen Schlosses in Stuttgart eine politische Rede hielt. Die Briefe schickt sie nicht ab; sie liest sie ihrem Sohn vor und vermittelt ihm so, dass zu seiner Zeugung kein Mann nötig gewesen sei. Mit diesem Glauben lebt Percy. Er wird Krankenpfleger im psychiatrischen Landeskrankenhaus Scherblingen, wird gefördert von Professor Augustin Feinlein und eines Tages mit einem Fall betraut, an dem die Ärzteschaft fast verzweifelt. Es geht um einen Suizidpatienten, einen Motorrad- lehrer, der sich allen Therapieversuchen stumm widersetzt. Dieser Patient heißt: Ewald Kainz. Percy ist inzwischen berühmt, weil er keiner Weltvernunft zuliebe verzichtet auf die von der Mutter in ihn eingegangene Botschaft vom Kind ohne leiblichen Vater. Berühmt auch durch seine prinzipiell unvorbereiteten Reden. Das ist sein Thema: Ich sage nicht, was ich weiß. Ich sage, was ich bin. In «Muttersohn» fügen sich Bekenntnisse und Handlungen zu ei- nem Roman des Lebens: empfindungsreich, ironisch und schwe- relos zugleich.
Martin Walser wurde 1927 in Wasserburg geboren und lebt in Überlingen am Bodensee. Für sein literarisches Werk erhielt er zahlreiche Preise, darunter 1981 den Georg-Büchner-Preis und 1998 den Friedenspreis des deutschen Buchhandels. Außerdem wurde er mit dem Orden «Pour le Mérite» ausgezeichnet und zum «Officier de l’Ordre des Arts et des Lettres» ernannt.
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Litera-Tour - Mi 01.12. - 20 Uhr Ort: Winterer-Foyer, Theater Freiburg Weitere Informationen unter
www.theater.freiburg.de
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Litera-Tour - Mi 11.12. - 20 Uhr Ort: Großes Haus, Theater Freiburg Weitere Informationen unter
www.theater.freiburg.de
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