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Chile ist mitten unter uns 18. März 2011 bis 19. Juni 2011 Ort: Kunstmuseum Bern


© Ursula Biemann


Die Themenausstellung „Dislocation“ im Kunstmuseum Bern beschreibt exemplarisch die Probleme der Globalisierung


Wohnungsnot, kulturelle Entwurzelung, Verdrängung ethni- scher Minderheiten, Entfremdung von der kulturellen Identität – bekannte Phänomene der Globalisierung, wie sie sich in nahezu allen Ländern aufzeigen lassen. Weshalb das Kunstmuseum Bern gerade Chile zum Exempel wählte, hat einen besonderen Grund: Die chilenisch-schweizerische Künstlerin Ingrid Widi Merino wurde anlässlich der 200-Jahrfeier der Unabhängigkeit des lateinamerikanischen Landes von der Schweizer Botschaft in Santiago eingeladen, eine Ausstellung mit europäischen und chilenischen Künstlern zu entwickeln.


Aus unterschiedlichsten Perspektiven sollte das Thema „dislo- cacíon“ (Entwurzelung) bespiegelt werden: analytisch, mit Blick auf die Geschichte der Globalisierung und des boomenden Neoliberlismus, und exemplarisch am Beispiel der chilenischen Lebenswirklichkeit. Begeisterte Zusagen kamen von Künstlern,


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die ihre Arbeit als dezidiert politisch verstehen, wie Thomas Hirschhorn, Juan Castillo, Lotty Rosenfeld, Ursula Biemann und Javier Riosecco (000 Estudio). Entstanden ist ein facettenreiches Rechercheprojekt, das sich der unterschiedlichsten künstlerischen Medien bedient und zwischen exemplarischer Sozialstudie und geopolitischer Ana- lyse einen denkbar breiten Bezugsrahmen spannt. Es geht ums Ganze; zugleich stellt sich eine interessante junge Kunstszene vor, die hierzulande bislang noch wenig Beachtung erfuhr. Zwanzig Jahre nach dem offiziellen Ende der Pinochet-Diktatur, sucht Chile noch immer nach seiner politischen und kulturellen Identität.


Nachdem das Gemeinschaftsprojekt im vergangenen Jahr in Santiago ein lebhaftes Medieninteresse auslöste, ist es seit Ende März auch in der Schweizer Bundesstadt zu sehen. Aus- stellungen mit politisch-sozialem Fokus sind auch im Berner Kunstmuseum eher die Ausnahme – und es gibt einigen Grund, dies zu ändern.


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