Vorwort Wachsen und Wohnen – eine Aufgabe für die Zukunft
Der Vorsitzende des Bürgervereins Mittel- und Unter- wiehre
Eugen Reinwald, gleichzeitig stellvertretender
Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft aller 18 Freibur- ger Bürgervereine (AFB), hat kürzlich in einem Artikel im Freiburger Stadtkurier zur Frage der Grenzen des Wachstums
von Freiburg und der Wiehre Stellung
genommen. Die jüngste Diskussion über die geplante Bebauung der Schlierbergwiesen und der Wonnhalde Kleingärten zeigt, dass dieses Thema viele Menschen in Freiburg bewegt. Sie machen sich Sorgen, dass nur die Gesetze des Marktes darüber entscheiden könnten, wo und welchem Umfang Freiburg in Zukunft wächst und sich verändert.
Die Vorstände der AFB- und des Bürgervereins Mittel- und Un- terwiehre sehen eine ihrer Aufgaben darin, die Herausforderun- gen für die Entwicklung der Gesamtstadt bzw. deren Stadtteile und -quartiere zukunftsweisend konstruktiv zu gestalten und zu begleiten. Manche Planung der Vergangenheit hat bei der betroffenen Bürgerschaft zu erheblichen Irritationen und zu Missstimmung gegenüber der Bauverwaltung geführt, weil es Defizite in der
rechtzeitigen Information und Beteiligung gab.
Die teilweise stürmische Entwicklung einzelner Projekte und deren mitunter nicht immer transparente Ausgestaltung haben viele Bürger hellhörig werden lassen – insbesondere bei Groß- projekten, die das Stadtbild und die Strukturen benachbarter Umgebung verändern. Die politischen Vorgaben des Gemeinde- rates zur
Innenverdichtung (Bauen im Bestand) müssen aber
notwendig mit einem Prozess der Bürgerbeteiligung verbunden sein. Nur so lässt sich ein Umfeld erhalten, das für die Bewoh- ner funktionsfähig und lebenswert bleibt. Vor Ausweisung neuer Baugebiete ist es Aufgabe der von uns gewählten Gemeinderäte und der Stadtverwaltung, nachhaltig dafür Sorge zu tragen, dass der Wohnraumbedarf vorrangig mit den vorgenannten Möglichkeiten gedeckt wird und nach einer Kartierung dieser Ressourcen mit uns Bürgern und der AFB und im Detail mit den Bürgervereinen vor Ort im jeweiligen Stadtteil abgestimmt wird. Schon ist in der Bevölkerung die Befürchtung weit verbreitet: „Wir dürfen die Gestaltung unserer Heimatstadt nicht Investo- ren und Bauträgern überlassen, denen es nur darauf ankommt,
soviel Geld wie möglich, für so wenig Leistung wie nötig zu
erhalten“. Dem muss man durch eine sachliche und rechtzeitige Offenlegung des Bauvorhabens entgegenwirken, so dass die betroffene Bürgerschaft sich mit den Veränderungen beschäf- tigen kann. Nichts schafft mehr Unruhe und Verärgerung als ein unklares Vorgehen mit „undurchschaubar empfundenem“ Vorantreiben solcher Projekte – so wie sie die AFB benannt hat.
Die von den Bürgervereinen angestoßene Diskussion ist hof- fentlich der Beginn einer breiten Bürgerinnen- und Bürgerbetei- ligung. Mit ihrer Hilfe soll definiert werden, wo Freiburg in 20 Jahren sein wird.
Ein Beispiel ist die geplante Bebauung der Schlierbergwiesen an der Gemarkungsgrenze zu Merzhausen. Es
sondern
ist heute umso wichtiger, dass eine
breite Öffentlichkeit die Grenzen
jetzt nicht nur Einzelne, über
des
Wachstums von Freiburg sprechen und diese verbindlich für die städtischen Entscheidungsträger und Gemeinderäte festle- gen. Gemeinsame Gespräche der Bürgervereine am 10. Mai 2012 mit allen Gemeinderatsfraktionen in Herdern und am 16. Mai 2012 mit Stadtverwaltung und Akteuren der Freiburger Wohnungswirtschaft im Historischen Kaufhaus zeigen, dass es OB Dieter Salomon und dem neuen Baubürgermeister Martin Haag ernst ist, alle an einem runden Tisch über die Zukunft der Stadt zu beteiligen. OB Dieter Salomon erklärte, dass Maßnahmen wie die Erweite- rung und Modernisierung im Bestand (z.B. Neubauten der Familienheim in der Türkenlouis-Straße), die Innenentwicklung (z.B. die Bebauung im Park des früheren Antoniushauses – jetzt Kapellengarten), die Außenentwicklung (z.B. Rieselfeld Nord) und
interkommunaler Wohnungsbau mit Umlandgemeinden
nicht überzogen, sondern sozial- und umweltverträglich ausge- führt werden müssen, denn: Uns allen, die wir in dieser schö- nen Stadt leben, ist ein moderates Wachstum mit Erhalt einer nachhaltigen Lebensqualität in Freiburg wichtig.
Und eines muss deutlich sein: ohne die intakte Natur in und
um Freiburg sinkt langfristig der Wohnwert von Freiburg und damit auch die Lebensqualität!
Eugen Reinwald
www.buergerverein-wiehre.de 3
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