Buurezmorge für Cüpli-Trinker, Laufsteg für Agglo-Zürcher, JETSET:Cervelat-Promi-Auflauf,– was hat die Presse vor einem Jahr über
von Marco Rüegg und David Gadzedie Premiere der
Swiss Music Awards gewettert. Dieses Jahr wollten trotzdem alle
wiederkommen. Also banden auch wir unseren Schlips und stolzierten über den Roten Teppich ins Zürcher Kaufleuten. Okay, eigentlich stolzierten wir neben dem Roten Teppich vorbei, weil uns der Stiernacken am Eingang
für zu wenig VIP hielt. Trotzdem: Was wir an der Verleihung gesehen, geschlürft, gemampft und vor allem gehört haben, hat uns schwer beeindruckt. Ein Abend in Zitaten.
„Hm, machen wir noch eins.“ (Tilllate-Fotografin nach dem
Ablichten der RockStar-Delegation, die sich schon fleissig am Gratis-Apéro zu schaffen gemacht hat – und es schliesslich doch nicht zu Party-Pictures-Ruhm brachte.)
„Sie ist fett, ich bin schwul.“ (Marco „sie nannten ihn Bauernfänger“ Fritsche stellt sich und Moderationspartnerin Melanie Winiger-Andrekson dem Publikum
vor...)
„Der geht mir auf den Sacchi!“ (Als Ivo Sacchi zu seiner Rede ansetzt, geht ein Raunen durchs Publikum.)
„Inzwischen bin ich ja selbst Produzentin…“ (Die schwangere Mona Vetsch zu ihrem biologischen Beitrag an die Schweizer
Nachwuchsszene.)
„I woisch garnitta waschäga!“ (Stephanie Heinzmann aus
dem Wallis, hält ihren zweiten Award in der Hand. Wir vermissen die Untertitel.)
„Es war in den 70ern. Irgendwie hat sich mein Song „Cry For Fame“ in die Jukebox eines Hamburger Punk-Clubs
verirrt. So ein Typ mit wunderbarem Cherkosen-Schnitt spielt den Song. Er kommt zu mir: ‚Hey, die Musik, die ist doch
von dir!' Und ich sag: ‚Ja die ist von mir.' Er klopft mir auf die Schulter: ‚Weißt du, die Musik ist scheisse. Aber dass du
dich Meier nennst, find ich das Grösste!'“ (Yello-Tausendsassa Dieter Meier erinnert an Zeiten, als sein Haar noch dunkel und sein Name noch unbekannt
war.)
„Auf diese Steine können Sie bauen!“ (Solid as a rock – Kuno Laueners ungekürzte Dankesrede nach der Auszeichnung als bester
Live-Act.)
„Ich werde versuchen sprechen in die Röstisprache.“ (Carlos Leals linguistischer Hüpfer über die
Sprachbarierre.)
„Ich frag mich, warum ihr alle so
scheisse ausseht.“ (Sido, unser persönlicher Wonneproppen, bewies Geschmack mit seiner
Garderobe.)
„Ich wär ja wirklich unglaublich gern bei euch. Aber leider bin ich in Las Vegas. Ich muss hier auflegen.
Leider.“ (DJ Antoine ist in seiner Audio-Botschaft, hörbar untröstlich darüber, nicht vor Ort auf sein Best-Dance-Album anstossen zu können.)
„Psst, was macht denn eigentlich die Naddel hier? Weißt du, die Exfrau vom
Bohlen…“ (Claudia S., publizistisch tätige Unterhaltungschefin einer grossen Schweizer Sonntagszeitung, spricht aus, was alle denken.)
„Ach, sie hat nur nach dem Weg zur Toilette gefragt. Auf Englisch!“ (Die Antwort aus dem Live-Blog der Kollegen von
78s.ch.)
„Hallo!? Hallo?! Ciao, ja da isch Piero.“ (Piero The Barber telefoniert. Mit dem Taxidienst, vermuten wir, weil ihm das
Kaufleuten angeblich einen Parkplatz verwehrt hat aus Angst vor demolierten Fassaden.)
„Thank you!“ (Die kleingewachsene „Miss Rock'n'Roll“ Amy Macdonald befand sich dank
astreiner Porno-Absätze auch physisch auf Augenhöhe mit der nationalen Garde.)
„Wenn ich auf der anderen Seite des Lichts so eine Auswahl habe, dann ramm ich sofort ein
Flugzeug in ein Hochhaus!“ (Männlicher Kommentar zu Jennifer Ann Gerber und ihren Begleiterinnen.)
„Alle Getränke kostenlos bis 24 Uhr.“ (Versprechen auf der Karte der Aftershow-Party.)
„Das macht dann 42 Franken bitte!“
(Um 23:35 Uhr belehrt die Bardame unsere RockStar-Delegation, dass sich die Regeln kurzfristig geändert haben, worauf unsere durstige aber bedürftige RockStar-Delegation zum tanzenden Pöbel in die Alte Börse flüchtet.)
G. N°
MA 55 73
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