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ROCKSTARS:
von David Gadze Es ist die erste Platte seit „The Fat Of The Land“ im Jahr 1997, die du mit Keith und Maxim aufgenommen hast.
Das letzte Album („Always Outnumbered, Never Outgunned“, 2004) war eigentlich eine Soloplatte. Wie war es,
mit ihnen wieder zu arbeiten?
Alle sprechen davon, dass die letzte Platte ein Soloalbum gewesen sei. Aber die Leute vergessen, dass es in der Geschichte
von The Prodigy schon früher wenige Tracks mit Gesang gab. „Always Outnumbered“ war für mich wie ein Neustart. Es war
meine Idee, eine Art DJ-Beats-Platte zu machen. Danach war es viel einfacher, wieder zusammenzukommen – obwohl wir gar
nie getrennt waren. Wir sind durch schwere Zeiten gegangen, so um 2003 habe ich mit Keith kaum gesprochen. Erst auf der
Tournee zur Best-Of-Scheibe haben wir Nächte damit verbracht, über unsere Probleme zu sprechen und alles zu bereinigen.
Von da an war es klar, dass wir wieder zusammen ins Studio gehen und an neuer Musik arbeiten würden.
tt, The Prodigy Du sprichst von harten Zeiten und Problemen. Was war denn zwischen euch vorgefallen?Es war eine Art Paranoia, verbunden mit Fehlkommunikation. Manchmal geschehen solche Dinge, und ich kann dir nicht
einmal erklären warum. Keith ist für mich wie ein Bruder. Ich kann dir nur so viel sagen: Ich war enttäuscht von einigen
Dingen, die er gemacht hat und die ich nicht mitmachen wollte. Als es darum ging, ins Studio zu gehen, war er dazu nicht in
der Lage. Wir hatten uns entzweit. Aber das ist Schnee von gestern.
Funktionierte die musikalische Zusammenarbeit zwischen dir und den anderen beiden nach so langer Zeit
problemlos?
Nun, ich würde sie nicht als musikalisch bezeichnen (lacht). Wir sind zwar alle aus demselben Holz geschnitzt, aber wir
bringen verschiedene Einflüsse mit. Und Keith ist sehr direkt und brutal, wenn es um die Lyrics geht. Er versucht immer, eine
bestimmte Schärfe zu finden. Jedenfalls sind wir wirklich froh, diese Platte gemacht zu haben. Es fühlt sich an wie ein
Triumph.
Die Platte erinnert stark an die alten Sachen von „Music For The Jilted Generation“, klingt dabei aber auch
sehr frisch. War es eine bewusste Rückkehr zu den Wurzeln?
Wir haben uns im Keller des Gebäudes, in dem das Studio war, eine Art Livingroom mit unserem Equipment eingerichtet, um
eine entspannte Atmosphäre zu schaffen, dort abzuhängen und einfach mal zu schauen, was sich ergibt. Ganz ohne Druck.
Wir waren wie drei kleine Kinder, die zum ersten Mal etwas Aufregendes machen. Wir haben da vier Monate lang
rumgealbert und gefeiert und Stück für Stück an neuer Musik gearbeitet. Das Problem war, dass wir nach diesen vier
Monaten keine klaren Ideen, sondern nur Songfragmente hatten. Diese erste Session war alles andere als produktiv. Ich hatte
keine Ahnung, in welche Richtung das Album gehen würde, also habe ich einen Track für eine grosse Rave-Party in England
geschrieben. Ich wollte das Album erstmal vergessen und mich einfach auf diesen einen Track fokussieren, den wir dort live
spielen sollten. Es wurde eine Old-School-Nummer, die sich wie eine Hommage an die vergangenen 20 Jahre der Rave-
Szene anfühlte. Das war das Sprungbrett für das ganze Album. Von da an kam alles zusammen.
Wie wichtig war diese erste Session für euch als Einheit?
Die Zeit im Studio war wichtiger. Von den paar Ideen, die wir damals entwickelt hatten, haben nur zwei überlebt. Am Anfang
war das ganz gut, aber mit der Zeit wurden wir zu lasch. So kamen wir nirgends hin. Erst, als wir ins Studio hochgegangen The Prodigy
sind, konnten wir fokussiert und zielgerichtet arbeiten.
Auf zwei Tracks spielt Dave Grohl Schlagzeug. Wie ist es zu dieser Zusammenarbeit gekommen?_____
Wir kennen uns schon seit Jahren. Drei Wochen, bevor die Platte fertig gemischt war, bekam ich eine Mail von ihm. Er war
gerade von einer Tour nach Hause gekommen und wollte bei mir vorbeischauen, um sich wieder mal ordentlich
auszutrommeln und herumzuexperimentieren. Er schickte mir ein paar Sachen, die wirklich grossartig waren. Als dann sich mit uns zu messen.“ –- Liam Howle
unsere Harddisk mit fast vier Stunden Soundmaterial abstürzte, baute ich diesen einen Song („Stand Up“) um seinen Beat.
Ich hatte noch eine alte Gesangsspur von Keith, die mir sehr gefiel, die ich bisher aber nicht verwenden konnte. Sie passte
perfekt zu dem Track. Ich habe ihn dann Dave zurückgeschickt, er hat die Drums nochmals überarbeitet, und das war's.
„The Fat Of The Land“ war ein bahnbrechendes und Genre-definierendes Monster von einem Album. „Always
Outnumbered“ dagegen blieb beinahe unbeachtet. Waren die Erwartungen und der Druck zu gross?
Wenn ich Platten aufnehme, versuche ich nicht, die Musikgeschichte neu zu schreiben. Klar war der Druck da nach „The Fat
Of The Land“. Deshalb habe ich versucht, nicht einfach einen zweiten Teil nachzuschieben, sondern etwas ganz anderes zu Ballermänner Reunited
machen. Es schien immer, als würde ich das Album verteidigen, weil es schlechte Kritiken bekam. Dabei geht es mir nicht
darum, Genres neu zu definieren, sondern nur gute Musik zu machen.
Nach mehr als zehn Jahren sind Liam Howlett, Keith Flint und Maxim Reality Aber trotzdem musst du mit der Tatsache umgehen, dass „The Fat Of The Land“ die Musikszene erschütterte, wie es nur alle 20 Jahre vorkommt.
auch auf Platte wieder gemeinsam The Prodigy. Ihr neues Album „Invaders en, sollen sie alle Schiss haben. Ich hoffe, dass sie die Eier dazu haben, Mein eigener Druck ist der schlimmste, denn niemand kann mich mehr unter Druck setzten als ich selbst. Schliesslich muss
ich glücklich sein mit dem, was ich mache. Ich arbeite sehr hart, um die Musik zu finden. Ich versuche einfach, die Köpfe der Must Die“ soll die Rückkehr auf den Thron einleiten, auf dem sie Ende der
Leute zu verdrehen, sobald ich Play drücke. Der Rest ist mir egal.
90er mit einer hirnzerfetzenden Mischung aus Punk, Rave und Breakbeat Wie du selbst sagst, musstest du die letzte Platte dauernd verteidigen. Die Kritiker sprachen von einer
regierten. Mastermind Liam Howlett spricht über das neue Album und die kreativen Talfahrt. Fühltest du dich missverstanden?Es war eine schwierige Zeit mit schwierigen Momenten, aber ich würde nicht sagen, dass ich eine kreative Krise hatte. Ich
Schwierigkeiten der Vergangenheit. denke, dass es ein tapferer Zug war, dieses Album zu machen. Wie gesagt, ich habe versucht, die Band zu resetten und zu
ihren DJ-Wurzeln zurückzuführen. Das haben die Leute nicht gesehen. Vielleicht kann man die Scheibe jetzt wieder
entdecken. Es war eine Platte, die ich machen musste, um heute da zu sein, wo ich bin.
Ihr seid ja so was wie die Godfathers of Electrorock, der vor etwas mehr als einem Jahr mit Justice, Simian und
dem Ed-Banger-Label seine Wiedergeburt feierte. Sind das nun die Eindringlinge, die sterben müssen?
Nein, ich liebe Justice. Und ich habe mich dank diesem lauten, schmutzigen, sexy Sound in die Dancemusik neu verliebt. n wir zurückkehr
Aber ich glaube, dass sie Schiss vor unserer Rückkehr haben. Und genau so soll es sein. Wenn wir zurückkehren, sollen sie
alle Schiss haben. Ich hoffe, dass sie die Eier dazu haben, sich mit uns zu messen.
N° G. G.32 55 MA „Wen N° MA 55 33
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