classmatic
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Brasilianischer Rhythmus, globale Grooves
Wenn Classmatic auf seine Anfänge zurückblickt, ist es nicht ein Club, kein Soundsystem und auch kein konkreter Moment der Entdeckung, der zuerst auftaucht. Es ist ein Gefühl. Eine besondere Leichtigkeit, in der Klang, Ort und Erinnerung ineinanderfließen. Brasilianische Musik tritt nicht als Referenz oder Genre ins Leben. Sie ist Umgebung. Etwas, das man aufnimmt, lange bevor man es versteht. Für Classmatic war die Beziehung zu Rhythmus, Swing und Wieder- holung nie erlernt. Sie war gelebte Realität.
Dieses Gespräch für Mixmag LATAM versteht sich nicht als Versuch, eine Karrie- re anhand von Meilensteinen zu entschlüsseln, sondern als Spurensuche nach Kontinuität. Was geschieht, wenn lokaler Rhythmus zur globalen Sprache wird, ohne seinen Akzent zu verlieren? Wie überlebt kulturelles Gedächtnis den Erfolg? Und wie trägt Groove Identität über Grenzen hinweg, ohne Übersetzung zu benö- tigen?
Classmatic spricht ruhig und überlegt. Es gibt keinen Drang, Wendepunkte zu dramatisieren oder Entwicklungen zu überhöhen. Stattdessen bewegt sich das Gespräch zwischen Brasilien und der Welt, zwischen frühem Hören und heutiger Produktion, zwischen der körperlichen Intelligenz von Percussion und der Disziplin, die notwendig ist, um sie langfristig zu tragen. Was entsteht, ist keine Geschichte des Ankommens, sondern eine des Verfeinerns. Ein Sound, geformt durch Wiederholung, Arbeitsethos und das stille Selbstvertrauen, das aus dem Wissen um die eigene Herkunft entsteht.
Als Classmatic über seine erste musi- kalische Prägung spricht, zögert er ni- cht. Es ist keine Phase, keine Entdec- kungsgeschichte. Es ist ein Klang, fest verankert an einem Ort.
„Ein Sound: Garota de Ipanema. Eine Stadt: Rio de Janeiro.“
Dieses Paar sagt mehr als jede Chro- nologie. Brasilianische Musik war nie etwas Abgetrenntes vom Leben. Sie war bereits da, eingebettet in Atmos- phäre, in familiäre Routinen, in das emotionale Hintergrundrauschen des Aufwachsens. Was er am deutlichsten erinnert, ist keine Nostalgie, sondern ein Gefühl, das seine Arbeitsweise bis heute prägt.
„Ich empfinde eine unglaubliche Lei- chtigkeit beim Produzieren“, sagt er.
Diese Leichtigkeit bedeutet nicht
Oberflächlichkeit. Sie steht für Sou- veränität. Brasilianische Musik trägt über viele Genres hinweg Komplexität ohne Anstrengung.
„Brasilianische Musik besitzt eine ein- zigartige Vielfalt an authentischen Genres. Mein musikalischer Gesch- mack wurde stark von meinem Vater geprägt, der eine riesige Sammlung an MPB und Bossa Nova hatte. Ich bin mit großartiger Musik aufgewachsen.“
Auffällig ist, wie indirekt dieser Ein- fluss heute noch wirkt.
„Ich denke, indirekt hat mich das dazu gebracht, dass mein Sound sich immer stärker den Referenzen annähert, mit denen ich aufgewachsen bin.“
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AUTOR SERGIO NIÑO PHOTORAPHY MATEUS AGUIAR
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