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DAS LABEL, DIE KULTUR Momentum.
Revive begann als Plattenlabel, doch seine Entwicklung zu ei- ner umfassenderen Plattform zeigt, worum es wirklich geht: Kohärenz und Intention in eine oft
chaotische
Landschaft zu bringen. Revive fungiert
als Rahmen, der Energie hochintensiver
musikalische die
Musik
und Kultur in eine gemeinsame Vision lenkt.
Dieser Ansatz prägt nicht nur das Branding von Events und Merchandise, sondern formuliert auch eine kritische Haltung gegenüber
der Flüchtigkeit,
die elektronischen Subkultu- ren oft zugeschrieben wird. In dieser erweiterten Rolle zeigt Restricted seine Fähigkeit, die dynamische, anpassungsfähige Präsenz aus dem Gespräch in kuratorische und organisatoris- che Kontexte zu übersetzen und hebt Revive damit von einem reinen Label zu einem Kataly- sator kultureller Kohärenz und Innovation.
„Wir haben bisher erst ein Event gemacht, aber definitiv
ich möchte eine ganze Reihe
aufbauen – mit eigenen Shows und Content. Parallel dazu will ich eine Merch-Linie entwickeln, die eher wie eine Kleidungs- oder Modemarke funktioniert. Merch mit Intention. Teile, die perfekt sitzen und wirklich gute Qualität haben. Im Grunde Klei- dung, die ich selbst tragen würde. Musikalisch suche ich nach allem, was viel Energie hat, ein biss- chen ADHD-mäßig ist und sich nicht in eine Schublade pressen lässt. Viele Switch-ups, Vocals, unterschiedliche Kicks. Einfach Sachen, die aufregend sind und das richtig gut machen.“
Derselbe Instinkt leitet auch die Musikauswahl für Revive. Strikte Kategorisierungen meidet er. Stattdessen sucht er nach Tracks mit unberechen- barer
Energie. Entscheidend
ist, wie sie sich bewegen, ob sie überraschen, ohne die Kontrolle zu verlieren, und Aufmer- ksamkeit halten, statt sie einzufordern. Revive lebt von
Spät im Tourbus scrollt
Demos. Jeder SoundCloud-Link
er
nachts durch
unbekannte bietet
eine
kurze Flucht und die Möglichkeit, nicht nur den Beat zu bewerten, sondern die Bewegung, die er auslöst. So wird Selektion zur Erzählung, und die Kuration so lebendig wie die Tracks selbst.
„Es geht darum, sich immer wieder
aus unterschiedlichen
Quellen inspirieren zu lassen“, sagt er. Hardstyle, Rawstyle, Trance, Gabber, Industrial. Ni- chts davon ist Ziel. Alles sind Materialien.
Touren
Wenn Revive seine Gegenwart widerspiegelt, steht Australien für seine Vergangenheit. Beides traf Ende 2025 erstmals wirklich aufeinander, als seine erste
Headliner-Tour innerhalb weniger dort Minuten
ausverkauft war. Für jemanden, der jahrelang lokal spielte, ohne Zugang zu großen Bühnen, setzte diese Verschiebung langsam ein.
„Ehrlich gesagt war es surreal. Ich spiele seit etwa zehn Jahren in Australien. Es ist mein Zuhause, aber die meiste Zeit bekam ich nie die großen Bühnen oder wir- kliches Spotlight.“
Dieses „woanders“ kam und kehrte dann zurück. Nach Europa, nachdem sich das Momentum jenseits der Lan- desgrenzen aufgebaut hatte, öffneten sich auch die Räu- me zu Hause. Dreamstate war innerhalb von Minuten überfüllt. Die Teletech-Shows folgten – komplett ausverkauft.
„Über 20.000 Menschen. Das im eigenen Land zu erleben, ist ein- fach irre. Meine Familie war auch da das ist eines der stolzesten Gefühle überhaupt. Ich hätte nie gedacht, dass ich das zu diesem Zeitpunkt meiner Karrie- re zu Hause erleben würde, selbst
nach zehn Jahren. Es ging alles extrem schnell.“
Von Abschluss ist dabei keine
Rede. Nur von einer
weiteren Verschiebung. Einer weiteren Ausrichtung, die zehn Jahre brauchte und dann plötzlich da war. In den USA fühlt sich die Entwicklung anders an. Weniger verzögert. Weniger vorsichtig. Restricted kehrt seit zwei Jahren regelmäßig zurück und konnte die Kurve in Echtzeit nach oben gehen sehen.
„Jedes Mal werden die Shows größer, sie sind ausverkauft, die Bühnen wachsen, und die Reaktionen
des Publikums
werden verrückter. Da wusste ich, dass es nicht nur ein glücklicher Moment war, sondern dass es dafür wirklich einen Markt gibt. Das Wichtigste ist die Ener- gie der US-Crowds. Sie lieben Bewegung, sie gehen voll
rein,
und mein Sound ist extrem energiegeladen das passt einfach. Auch wenn es dort noch ein relativ neuer Sound ist, ist er jetzt schon riesig.“
Was einst eine europäische Sprache war, wird in den USA schnell gelernt in größeren Räumen,
mit schnelleren
Sell-outs, mit Crowds, die nicht überzeugt werden müssen.
„So wusste ich, dass es nicht nur ein glücklicher Moment war. Es gibt einen echten Markt dafür.“
Wenn zwei Shows im Ho-
llywood Palladium in unter zwei Stunden ausverkauft sind, wirkt das weniger wie ein Meilenstein und mehr wie ein Signal.
Am Ende einer Nacht läuft Res- tricted meist mehr auf Instinkt als auf Denken. Der Körper über- nimmt. Gesichter lesen, Bewe- gungen, das Atmen eines Raums. Dort fühlt er sich am stärksten verbunden aber dort kippt es auch am schnellsten. Ab einer gewissen Größenordnung ist der Spielraum minimal.
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