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KERN Lexikon A–Z

Kompatibilitätsnachweis

Damit wird die eichtechnische Verträglichkeit bei Kombina- tionen von wägetechnischen Modulen wie Anzeigegeräte, Wägezellen und Verbindungselementen dokumentiert.

Konformitätserklärung des Herstellers:

Sie dokumentiert, daß ein Erzeugnis den EG-Richtlinien entspricht. Bei elektronischen Waagen immer in Verbin- dung mit dem CE-Kennzeichen.

Linearität / Richtigkeit:

Größte Abweichung der Gewichtsanzeige einer Waage zum Wert des jeweiligen Prüfgewichts nach Plus und Minus über den gesamten Wägebereich.

Messunsicherheit einer Waage (=Messgenauigkeit):

Sie wird individuell für jede Waage nach einem genau fest- gelegten Prüfverfahren ermittelt und im ➔ Kalibrierschein dokumentiert. Sie hängt von verschiedenen waageninter- nen und externen Faktoren ab. Die Mess un sicherheit steigt mit zunehmender Belastung der Waage, siehe Seite 112.

Mindestlast Min:

Untere Grenze des eichfähigen Wägebereiches. Sie ist auf dem Eichschild vermerkt. Die Funktion der Waage ist auch unterhalb der Mindestlast gegeben.

Netto-Total:

= Gesamtgewicht aller Mischungsbestandteile einer Rezeptur ohne das Gewicht des Behälters.

Prozentbestimmung (Beispiel):

Referenzgewicht einer Probe vor der Trocknung 50 g = Waagen anzeige 100 %. Nach der Trocknung 40 g =

Waagen anzeige 80 % absolut (Trockenmasse) oder 20% relativ (Feuchte).

Prüfgewicht extern (früher Kalibriergewicht):

Dient zur Einstellung oder Überprüfung der Waagengenau- igkeit ➔ Justieren des Wägebereiches. Das externe Prüfgewicht kann jederzeit, auch nach träglich, DKD-kalibriert werden, siehe Seite 113.

Prüfgewicht intern:

Wie externes Prüfgewicht, jedoch in die Waage eingebaut und motor getrieben.

Prüfgewichte-Genauigkeitsklassen E, F, M und ihre all-

gemeinen Zuordnungen zu den Waagen typen:

E2 Genau este Prüfge wich te für hoch auflö sende Analysen waagen der Eichklasse , ≥ 100.000 e

I

F1 Feingewichte für Analysenwaagen/Präzisionswaagen der Eichklasse /

F2 Prüfgewichte für Präzisionswaagen der Eichklasse , bis 30.000 e

II I

M1 Präzisionsgewichte für Industrie- und Han dels - waagen der Eichklasse , bis 10.000 e

III

Nähere Regeln zur Bestimmung des richtigen Prüfge- wichts und Anwendungsbeispiel siehe Seite 115.

Prüfmittelüberwachung:

Im Qualitätsmanagement-System gemäß ISO 9000ff, GLP u.a. gefordert. Messmittel (z.B. Waagen) und Prüfmittel (z.B. Prüfgewichte) müssen in definierten Inter- vallen auf ihre Richtigkeit überprüft (= kalibriert) werden

➔ Rekalibrieren.

Referenzgewicht (bei Stückzählung):

Repräsentatives Teilegewicht bei der Stückzählung glei- cher Teile. Die Referenzstückzahl ist die gewählte Zahl von Teilen, um das durchschnittliche Referenzgewicht zu ermitteln. Meist zwischen 10 und 50 Stück ➔ Stückzählen

von Einzelteilen.

II , bis 100.000 e

Rekalibrieren:

Periodisches Nach messen von Messmitteln/Prüfmitteln (z.B. Waagen/Prüfgewichte) zur Überwachung ihrer Richtigkeit, ➔ Prüfmittelüberwachung.

Reproduzierbarkeit (= Standardabweichung):

Maß der Übereinstimmung bei Wiederholungs messungen (z.B. Waage) unter denselben Bedingungen. Meist 1 d oder kleiner. Qualitätsmerkmal.

Rückführbarkeit auf das nationale Normal:

Die Norm ISO 9000 ff verlangt, dass alle Prüfmittel (z. B. Prüfgewichte) mit dem amtlichen Normal laut definierter Toleranz über einstimmen. Verhindert Falsch messungen.

Stückzählen von Einzelteilen:

Man wiegt z. B. 10 gleiche Teile; die ➔ Referenz- stückzahl ist 10. Nun bildet die Waage automatisch

das Durch schnitts gewicht je Teil. Ab jetzt werden die zu zählenden gleichen Teile sofort in Stück angezeigt. Hier

gilt: Je höher die Referenzstückzahl, desto größer die Zählgenauigkeit.

Summieren:

Beliebig viele Einzelwägungen werden automatisch zu einer Gesamtsumme addiert, zum Beispiel alle Einzel wä- gungen einer Charge.

Tara subtraktiv:

Der verfügbare Wägebereich jeder elektronischen Waage wird um die Tara verkleinert.

Beispiel: Wägebereich einer Waage Max 6000 g, Tara (=Behälter) 470 g, noch verfügbarer Wägebereich 5530 g.

Tarieren automatisch:

Beim Aufsetzten des Tara-Behälters zeigt die Waage sofort Null spart Zeit.

Toleranzkontrollen:

➔ Wägen mit Toleranzbereichen.

Verwendungsgenauigekeit

Zuschlag zur ➔Messunsicherheit beim praktischen Ein- satz einer Waage. Ist in der Anlage zum DKD-Kalibrier- schein angegeben.

Wägebereich Max:

Arbeitsbereich der Waage. Die Waage ist bis zum ange ge- benen Gewichtswert als obere Grenze belastbar.

Wägen mit Toleranzbereichen:

Obere und untere Grenzwerte werden individuell program miert. Grenzwerteingabe in Gramm, Stück

oder % üblich. Bei Toleranzkontrollen wie Dosie ren, Portionieren oder Sortieren zeigt die Waage die Über- oder Unterschreitung der Grenzwerte an.

Windschutz:

Notwendig bei Waagen mit ➔ Ablesbarkeit d ≤ 1 mg, um störende Luftbewegungen fernzuhalten.

Zertifikat: Begriff wird im DKD nicht mehr verwendet

➔ Kalibrierschein.

Zulässige Umgebungstemperatur:

Bei Über- oder Unterschreitung sind Messfehler möglich. Sie ist bei geeichten Waagen auf dem Kennzeichnungs- schild angegeben.

Zweibereichswaage:

Der gesamte Wägebereich einer Waage ist unterteilt und beginnt mit ➔ Ablesbarkeit d1. Nach Verlassen dieses Fein- bereichs ist die ➔ Ablesbarkeit d2, meist 2 x d1. Die Umschaltung erfolgt automatisch.

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