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feiert die andere das Mahl, das einmal stattgefunden hat, bevor er fortging, der Beobachter, und sie allein ließ, und sie es immer wieder und wieder feiern in Erinne- rung und Erwartung, und als das Warten zu lange geworden war, hatte man die Hoffnung verlegt auf die immanente Erlösung durch Geschichte, die eschatologische Geschichte des zu sich kommenden Geistes oder die es- chatologische Geschichte der Arbeit und der Selbstentfaltung aller Kräfte (aber auch bei Benjamins Engel der Geschichte konnte es nicht bleiben für immer; da half es auch nichts, dass man Klees „Angelus Novus“ - diesen „röhrenden Hirsch“ aller Linken, wie sie sagten - als letzte Ikone des Messias von jüdischer Hand zu jüdischer Hand ge- reicht hatten, bis man ihn in Israel in den Tresor sperrte). Und jetzt war es vorbei ! Die eschatologische Hoffnung ist verbraucht ! Die Erlösung leer ! Es blieben sieben Milliarden Monaden und die Ordnung der Be- obachtung ! (Und Du weisst es am besten: diese Ordnung ist nicht beliebig: es gibt Ebenen der Beobachtung, genau drei, die se- cond order cybernetics sind die neue Drei- einigkeit der Moderne). Und über all das müsste sich die Kunst nicht nur im Klaren sein, sie müsste es heiligsprechen, verklä- ren, wie Arthur C. Danto gesagt hatte, oder romantisieren, wie Novalis gemeint hatte, durch Werke ! Verklären ! Und in gewisser Weise tut sie auch genau das. Die Kunst ex- perimentiert an sich selbst mit den Bedin- gungen der Beobachtung zweiter Ordnung und verklärt sie durchs „Noch-einmal-Machen“, indem sie alle Aspekte methodologisch noch einmal durchexerziert. Ja: exerziert !“ Und der „Eine“, zehn Fahrminuten hoch über Bel Air, würde sich Benjamins Reproduk- tionsessay noch einmal vornehmen müssen, speziell die Begriffe „Ausstellungswert“ und „Kultwert“, und sie auf ihre Jetztzeit hin überprüfen. Was konnten sie mit Bezug auf moderne Beobachtungsverhältnisse noch bedeuten – nachdem die Erlösungsperspekti- ven sich aufgelöst hatten in der totalen Immanenz ?


So ungefähr würde er anfangen zu fragen, der Nächstbeste, der, welcher diesen beunruhi- genden Gedanken gehabt hat, muß anfangen, etwas von dem Versäumten zu tun, er wird sich hinsetzen müssen und schreiben, Tag


Regie und Drehbuch: Christian Matthiessen. Text geschrieben unter Verwendung von Zitaten von Rudolf Bumiller und Pat Blashill, Musikkritiker. Fotos: Jander Voigt und Max Gebele. Darsteller: Brian Carter und Jander Voigt


und Nacht. „Rilke. Rilke in Amerika. Ist natürlich nur eine Erinnerung.“ Er lachte.


Und Miller: „Ich finde diesen von Dir er- zeugten Sound in einer bestimmten Weise richtig“, er lacht: „Ich nenne das Zeug deine Trucks, deine Schwerlastwagen, diese Themen, die ständig bei Dir präsent sind und herumgefahren werden müssen, also: KRISE, RELIGION, KULTUR, SYSTEMTHEORIE, EXISTENZ, GELD, INFORMATION, SENTIMENTA- LITÄT, ABENDLAND und wie die Laster alle heissen. Woraus könnte ein Theorie-Roman bestehen, wenn nicht aus der Spedition und Logistik dieser Monstertrucks ? Das alles repräsentiert oder bildet das notwendige Informel, bei dem jede Betrachtung spekula- tiv wird, was dann die bekannnten Deforma- tionen und Depressionen erzeugt. Zurück zum Hügel: Auch Christa Wolf hat einen „Hügel- roman“ geschrieben ! Auch bei ihr lese ich in der „Frankfurter“ von Stipendiaten, die die untergehende Sonne betrachten. In der ZEIT ebenfalls ein großer Text dazu. STADT DER ENGEL heißt das Ding. „Unter der kali- fornischen Sonne, angesichts des weiten pa- zifischen Ozeans, wird Christa Wolf demütig, sanft und weich, und dies nicht als neue Prätention. Sie lässt einfach los – sie bereitet sich auf den Tod vor, womöglich sogar auf ein Jenseits, in das man nun ein- mal nichts mitnehmen kann, schon gar nicht Unbeugsamkeit und Selbstgerechtigkeit. Es gibt mit einem mal sogar eine Fantasiefigur in dem Werk, einen Engel, der sie mit Er- munterung und Spott begleitet. Man kann das Kitsch nennen, es ist aber als Zeichen der neuen Demut auch überwältigend und – kind- lich schlicht. So steht es in der ZEIT.“ ...


FORTSETZUNG FOLGT


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